Sie hat viele Jahre Erfahrung mit Asylwerbern, denn Elisabeth Steiner betreibt ihren von den Eltern geeerbten Bärenwirt in Weitensfeld als Asylquartier. Es gilt als Vorzeigebetrieb für Integration. Wobei seit einem Vorfall im Vorjahr mit einem Asylwerber in psychischem Ausnahmezustand und mehrstündigem Polizeieinsatz die Wogen in der Gemeinde hochgingen, eine Bürgerinitiative die Schließung fordert und es vom Gemeinderat auch einen entsprechenden Beschluss dafür gibt.

„1,60 Euro, das ist schlimm“

Wie bewertet sie die von SPÖ und ÖVP vorgelegte „Kärntner Hausordnung“ für Asylwerber? „Grundsätzlich ist es richtig, etwas zu fordern, den Leuten auf die Finger zu schauen. Aber man muss ihnen dann vom Land und den Gemeinden auch die Möglichkeiten bieten, gemeinnützige Arbeit leisten zu können.“ Ein Stundenlohn von nur 1,60 Euro wäre „schlimm, das ist dann eh wie Gratis-Arbeit. Doch meinen Leuten ist eine Tätigkeit sicher wichtiger als das Geld.“ Steiner weiß vom Großteil ihrer Bärenwirt-Bewohner - an die 800 waren es über die Jahre: „Sie wollen sich integrieren, wollen Deutsch lernen und arbeiten, sie wollen etwas beitragen. Untätigkeit bringt die Menschen aus der Tages- und Lebensstruktur.“

Bereit für Deutschkurse

Skeptisch hinterfragt sie, ob die Gemeinde Weitensfeld ihren Asylwerbern Möglichkeiten zum Arbeiten bieten werde. 22 Personen im Alter von 19 bis knapp 60 Jahren wohnen aktuell im Bärenwirt, die größte Gruppe bilden Ukrainer, die jedoch vom Arbeitsmarktservice betreut werden.

Elisabeth Steiner, Betreiberin des Bärenwirtes in Weitensfeld
Elisabeth Steiner, Betreiberin des Bärenwirtes in Weitensfeld © KK

Steiner weiß auch, dass so gut wie jeder Deutschkurse, die sie aktuell selbst organisiert, machen will. Konversation und persönliche Kontakte seien besser als Online-Kurse, ist sie überzeugt.