Es sei eine „einmalige Vereinbarung“, mit der die Patientenversorgung über die Bundesländergrenzen hinweg organisiert werde: Mit 1. April wird das LKH Bad Ischl Patienten aus dem LKH Bad Aussee bzw. aus dem Bezirk Liezen übernehmen (wir haben hier berichtet). Die Chirurgie in Bad Aussee wird ab 1. April aufgelassen, geben wird es zukünftig noch das Angebot einer Akutgeriatrie und Remobilisation, eine Ambulanz für Innere Medizin und eine 24-Stunden-Akutversorgung. Auch der Notarztstützpunkt in Bad Aussee bleibe erhalten.

Bürgermeister glaubt Zahlen nicht

Im heutigen Ö1-Morgenjournal wurde der Bürgermeister von Bad Aussee, Thomas Schönauer (ÖVP), zu den Spitalsveränderungen befragt. Dabei ließ er fallen, dass er die geringen Fallzahlen der steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft, mit denen die Abteilungsschließungen am LKH Bad Aussee begründet werden, „nicht glaube“: Von der Belegschaft höre er, dass es mehr Patienten seien, der Bürgermeister mutmaßte, dass die Kages ein „Zahlenspiel“ betreibe. Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ wollte sich Schönauer dazu nicht mehr äußern.

Kages: „Haltlose Unterstellungen“

Die Kages reagierte bestürzt auf diese „haltlosen Unterstellungen“ und erklärte gegenüber der Kleinen Zeitung, wie die Fallzahlen innerhalb der Krankenanstalten erfasst werden. Die Fallzahlen werden demnach jenem Standort zugerechnet, an dem diese erbracht beziehungsweise entlassen worden sind. Festgelegt ist das in der Kostenstellenstruktur und folgt streng dem System der leistungsorientierten Krankenanstalten-Finanzierung. Zwar sei der Verbund LKH Rottenmann-Bad Aussee als eine Krankenanstalt zu sehen, „die Leistungszahlen werden jedoch immer auch standortbezogen ausgewiesen“, erklärte die Kages. Daher würden die Vorwürfe „jeglicher Grundlage entbehren“.

Wie viele Patientinnen und Patienten werden nun am Standort Bad Aussee behandelt? Für das Jahr 2025 ergeben sich folgende Fallzahlen: Insgesamt wurden rund 2.000 stationäre Fälle betreut, davon rund 1.400 an der Abteilung für Innere Medizin und rund 600 an der Abteilung für Chirurgie. Im Schnitt bedeutet das: Rund fünf stationäre Fälle pro Tag am Standort Bad Aussee. Außerdem wurden rund 500 Operationen am Standort durchgeführt. Darüber hinaus wurden rund 17.000 Fälle von ambulanten Patientinnen und Patienten im Jahr 2025 behandelt: Rund 7.000 davon an der Abteilung für Innere Medizin und rund 8.000 an der Abteilung für Chirurgie, die übrigen fielen im Labor und der Radiologie an. Zum Vergleich: In der gesamten Kages werden jährlich 1,8 Millionen ambulante Erstkontakte abgewickelt und 210.000 stationäre Fälle betreut.