Die Debatte über künstliche Intelligenz wird derzeit insbesondere in kreativen Branchen sehr emotional geführt. Für Dominik Wachta, Modelmanager bei 1st Place Models – unter anderem auch für mehrere Kärntner Models zuständig – ist vieles davon überzogen. „Was mich stört, ist weniger die Technologie selbst, sondern die Scheinheiligkeit“, sagt er. Viele würden KI längst nutzen, gleichzeitig aber so tun, als hätten sie nichts damit zu tun.
Wachta setzt bewusst auf Transparenz. So hat er beispielsweise bei seiner Musikproduktion, die er neben seiner Arbeit als Modelmanager betreibt, von Anfang an offen kommuniziert, dass KI zum Einsatz kommt. Gerade diese Offenheit hat ihm teilweise Kritik eingebracht. „Manche sagen sogar: ‚Wir verwenden alle KI, aber stell uns nicht bloß, indem du darüber sprichst.‘“ Für ihn ist das unverständlich. „Ich setze mich sogar für eine Kennzeichnungspflicht ein.“
Drei Kategorien zur Kennzeichnung
Er schlägt drei einfache Kategorien vor: „komplett ohne KI“, „teilweise mit KI“ und „vollständig KI-generiert“. So könnten Konsumentinnen und Konsumenten selbst entscheiden, was sie sehen oder hören wollen.
Für Wachta ist künstliche Intelligenz vor allem ein Werkzeug. „So wie ein Elektrobohrer schneller ist als ein Schraubenzieher.“ Ähnliche Diskussionen habe es auch beim Umstieg von analoger auf digitale Fotografie gegeben. „Damals hieß es: Das ist das Ende der Fotografie.“
Designer wollen echte Models
In der Modebranche sieht er dennoch klare Grenzen. Digitale Experimente wie KI-Models oder virtuelle Shows könnten zwar spannend sein, würden die reale Modewelt aber nicht ersetzen. „Modeshows kann man nicht ersetzen. Die Leute wollen das Flair, die Atmosphäre.“ Auch viele Designer möchten weiterhin mit echten Models arbeiten. „Ich mache mir so viel Mühe mit meinem Kleid, nur damit ich es einscanne?“
Gleichzeitig ist er der Meinung, dass KI einige Bereiche verändern wird, beispielsweise Stockfotos oder Teile der Produktfotografie. Andere Bereiche sieht er als relativ sicher an. „Hochzeitsfotografie wird nie abgelöst werden. Menschen wollen das Menschliche, sie wollen mit dem Fotografen reden, ihre Wünsche äußern.“
Wachta erklärt die aktuelle Angst vor KI auch mit der allgemeinen Unsicherheit vieler Menschen. „Wir leben in einer komischen Zeit. Veränderung macht Angst.“ Trotzdem bleibt er grundsätzlich gelassen: „Entspannt euch! Das ganze Leben ist eine spannende Reise.“