„Herzlich willkommen bei den ÖBB“, schallt es immer wieder durch Züge und Bahnhöfe, viele Kunden empfinden das mitunter als Ironie – vor allem jene, die gerne ihren Urlaub in Rom verbringen wollen. Beschwerden über Zugausfälle haben uns in den vergangenen Tagen erreicht, wir sind der Sache nachgegangen und es zeigt sich: Für die Österreichischen Bundesbahnen führen nicht alle Wege nach Rom.

Zwar heißt es vonseiten der ÖBB, dass man „seit der Umstellung auf den Nightjet der neuen Generation auf der Strecke nach Rom (…) sehr positives Kundenfeedback sowie eine steigende Zahl an Fahrgästen“ verzeichne, doch von den bisher 140 Fahrten zwischen dem 10. September 2024 und dem 7. Februar 2025 sind jedoch 15 Ausfälle zu verzeichnen. Damit ist mehr als jeder zehnte Zug, der Passagiere von Österreich nach Rom bringen sollte, nicht in der Ewigen Stadt angekommen.

„Wie auf allen Bahnstrecken kann es in Einzelfällen aufgrund von Bauarbeiten, witterungsbedingten Streckensperren oder technischen Gebrechen zu (Teil-)Ausfällen kommen“, erklärt Herbert Hofer, ÖBB-Pressesprecher u.a. für den Kärntner Bereich auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Sieben der 140 Fahrten sind vollständig ausgefallen, in acht weiteren Fällen musste die Fahrt innerhalb Italiens vorzeitig beendet werden. „Hier konnten die Fahrgäste ihre Reise mit einem Tageszug fortsetzen“, erklärt Hofer dazu.

TOPSHOT - A picture shows the Fountain of the Four Rivers after its restoration as part of works in Rome ahead the Catholic jubilee year 2025, on December 23, 2024. The Fountain of the Four Rivers located at Piazza Navona in Rome was designed in 1651 by Gian Lorenzo Bernini and represents the four major rivers of the four continents : the Nile representing Africa, the Danube representing Europe, the Ganges representing Asia, and the Río de la Plata representing the Americas. (Photo by Alberto PIZZOLI / AFP)
Viele Wege führen nach Rom (wie hier an die Piazza Navona), den wollen die Nightjets aber nicht immer finden © AFP / Alberto Pizzoli

Baustellen in Italien als Grund

Grund dafür sollen Baustellen in Italien sein: „Sie können in Einzelfällen zu Abweichungen im Betriebsablauf führen. Die Fahrgäste werden in solchen Fällen bestmöglich informiert und – falls erforderlich – mit alternativen Reisemöglichkeiten wie Tageszügen oder Schienenersatzverkehr (SEV) weiterbefördert.“ Die Gründe für die Unsicherheit tangieren Rom-Freunde, die sich über die Ungereimtheiten beschweren, aber wenig. Sie dürften es sich wohl zwei Mal überlegen, ob ihnen eine Fahrt in die Ewige Stadt bei einer Chance dort planmäßig anzukommen von weniger als 90 Prozent, genügt.