Für viele Kärntnerinnen und Kärntner stellt der Montag den ersten Schultag dar: Für 5.745 Taferlklassler ist es generell der erste Tag im regulären Schulbetrieb, Tausende begehen den ersten Tag in der finalen Maturaklasse. Doch auch auf der anderen Seite gibt es Debütanten, 194 Lehrer beginnen am Montag zum ersten Mal regulär mit ihrer Lehrtätigkeit, 31 von ihnen sind Quereinsteiger.

Taferlklasslerin Diana

Aufgeregt zeigt sich Diana Plattner (6) aus Villach, sie hat am Montag ihren allerersten Schultag überhaupt. „Ich freue mich schon auf die Schule und erwarte viele neue Freunde“, erklärt sie. Zwar dürfte sie einige ihrer Kindergartenbekanntschaften in der Schule wiedersehen, die Vorfreude auf ihre Nachbarin Helena ist aber besonders groß.

Diana mit der stolzen Mutter Nina Plattner
Diana mit der stolzen Mutter Nina Plattner © Weichselbraun Helmuth

Worauf sich die Sechsjährige am meisten freut? „Auf das Lesen- und Schreibenlernen“, sagt sie wie aus der Pistole geschossen, während sie auf die Frage, auf was sie sich gar nicht freut, keine Antwort geben kann: „Ich freue mich auf alles“, erklärt sie voller Vorfreude.

Maturant Frederic Fritz

Ganz so unbeschwert sind die Gedanken von Frederic Fritz (18) nicht, für ihn beginnt am Montag mit dem 13. und damit letzten Schuljahr die finale schulische Etappe. Seine bisherige Schulbiographie ist nicht unbedingt typisch: Nach dem Besuch der Montessori-Klasse in der Körnerschule wechselte er in der 5. Schulstufe in den BE-Zweig (Bildnerische Erziehung) im BRG Viktring. Der Kunst blieb er dann zwar gewissermaßen treu, aber: „Es gab einen vollkommenen Umschwung vom Zeichnen zum Kochen“, beschreibt er seinen Wechsel in die WI´MO (Höhere Bundeslehranstalt für Wirtschaft & Mode) in Klagenfurt.

Frederick Franz Wimo Klagenfurt
Frederick Fritz startet in sein letztes Schuljahr © Weichselbraun Helmuth Kleine Zeitung

„Jetzt geht´s in Richtung Endspurt, zum Abschluss müssen wir eben die Zähne zusammenbeißen. Es ist schon etwas nervenaufreibend, aber auch entspannend – weil es nach diesem Jahr eben vorbei ist“, beschreibt er. Dass seine Eltern ihn immer darauf hinweisen, die Zeit in der Schule zu genießen, weil es danach mit dem Ernst des Lebens losgehe, beeinflusst ihn in seiner Einstellung gar nicht.

Vor Wehrdienst kommt Maturareise

Das Bauchweh vor Prüfungen und Schularbeiten, das er schon in weiser Voraussicht verspürt, wird von der Vorfreude, die Freunde nach den langen Sommerferien wiederzusehen, stark in den Hintergrund gedrängt: „Wir sind zwar drei Burschen und 22 Mädels in der Klasse, und so gibt es manchmal Zicken-Streit, aber es ist witzig mit denen. Aber wir sind eine super Klassengemeinschaft.“

Am meisten Kopfweh bereitet ihm sein Angstfach Rechnungswesen, das als Pflichtfach Teil der Matura ist, und die Gedanken an die dortige Präsentation der Diplomarbeit: „Da habe ich schon ein bisschen Lampenfieber, wenn ich vor den Leuten sprechen muss.“

Was er nach der Matura plant, ist noch nicht ganz sicher: „Entweder ich gehe gleich zum Bundesheer oder ich mache zuerst ein halbes Jahr Pause. Der große Traum wäre es dann aber, irgendwann ein eigenes Restaurant in Kärnten aufzumachen.“ Zuerst geht es aber nach geschaffter Reifeprüfung auf Maturareise: „Voraussichtlich werden wir uns ein Appartement in Kroatien mieten und dort feiern.“

Neu-Lehrerin Anna Weinstabl

Ihren ersten Schultag als Lehrerin begeht am Montag Anna Weinstabl (29), doch ist es für sie auch eine Rückkehr: An der BAfEB (Bildungsanstalt und Kolleg für Elementarpädagogik) in Klagenfurt maturierte sie selbst, nun kehrt sie sozusagen auf der anderen Seite der „Macht“ als Lehrkraft für Bewegung und Sport sowie Haushalt- und Sicherheitsmanagement zurück an ihre alte Wirkungsstätte. Nach ihrer Matura arbeitete sie vier Jahre lang als Pädagogin: „Dann habe ich mich aber doch noch einmal anders entschieden und habe so über Umwege zum Sportlehramtsstudium gefunden“, erklärt sie.

Anna Weinstabl
Anna Weinstabl startet am Montag als Neu-Lehrerin in den Schulalltag © Helge Bauer

Um aus dem gemütlichen Schneckenhaus zu kommen – und auch der Liebe wegen – zog es sie zum Studium nach Wien. Keine falsche Entscheidung, wie sie betont: „Das war perfekt, ich konnte dort so viele tolle Erfahrungen sammeln. Wegen der Situation an Wiens Schulen glaube ich nicht, dass es etwas gibt, das ich noch nicht gesehen habe“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie sich dadurch besonders gut vorbereitet fühlt.

Die Rückkehr an jene Schule, die sie selbst besucht hatte, nennt sie „irgendwie verrückt“, denn: „Ich habe es mir zwar innerlich immer gewünscht, aber einige meiner Lehrer von damals werden jetzt meine Kollegen. Da muss ich mich noch umgewöhnen, sie nicht mehr als Frau und Herr Professor anzusprechen.“

Vorfreude auf Schüler und Kollegen

Die Vorfreude auf den neuen beruflichen Anfang ist groß: „Ich freue mich auf die neuen Kollegen, aber auch auf die Schüler. Als Lehrperson hat man eine große Verantwortung, aber ich bin gut vorbereitet und mit einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der Schüler und Kollegen wird das Schuljahr sicher erfolgreich werden.“ Ihr großes Ziel sei es, den Sportunterricht so facettenreich zu gestalten, dass sowohl die körperliche Gesundheit der Schüler als auch ihre sozialen Kompetenzen gefördert werden.

Aus der Wirtschaft in die Schule

Wie noch 30 andere in Kärnten hat Florian Peycha (37) am Montag seinen ersten Schultag als sogenannter Quereinsteiger. Nach dem Bachelorstudium der Technischen Mathematik an der TU in Graz absolvierte er den Master in Versicherungsmathematik, um anschließend im Wirtschaftssektor zu arbeiten. „Schon während des Studiums hatte ich Gedanken, zum Lehramt zu wechseln. Das Quereinsteigermodell hat mich dann schließlich überzeugt“, erklärt der künftige Mathematik-Lehrer. Durch die Tätigkeit als Kinder- und Jugendfußballtrainer ist er im Arbeiten mit Kindern versiert, das Geben von Nachhilfe sicherte ihm die stetige Kenntnis des Lehrplans.

Quereinsteiger Florian Peycha ist ab Montag als Mathematik-Lehrer am Bachmann Gymnasium tätig
Quereinsteiger Florian Peycha ist ab Montag als Mathematik-Lehrer am Bachmann Gymnasium tätig © Weichselbraun Helmuth

Seinen ersten Schultag wird er mit großer Vorfreude, aber auch „mit einer gewissen gesunden Angespanntheit“ bestreiten, denn: „Weil ich kein Lehramtsstudium absolviert habe, fehlt mir da am Anfang sicher noch die Praxis. Das wird sich aber schnell einspielen.“

Leichte Sorgen bereiten ihm Gedanken an Stresssituationen, bei denen man sich noch nicht ausmalen könne, wie richtig zu reagieren sei: „Doch da werden mir die anderen Lehrer sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Am meisten freut er sich daher wenig überraschend auf den kollegialen Austausch mit den anderen Lehrern, aber auch auf die Möglichkeit, Kinder weiterzuentwickeln.