Den November verbindet man – ganz besonders im Klagenfurter Becken – mit Nebel. Wer zu der Zeit Sonne will, der muss auf die Berge. Diesen Ruf macht dem November seit einigen Jahren aber schon der Dezember streitig. Zum Jahresende kämpfen die tiefen Lagen heuer mit einer besonders zähen Nebeldecke, in den höheren Lagen ist es sonnig und teils deutlich wärmer. „Was wir derzeit erleben, ist die klassische Inversionslage. Die feuchte und schwere Luft hat keinerlei Ambitionen, sich wegzubewegen. Das sorgt für die teils deutlichen Temperaturunterschiede“, sagt Meteorologe Gerhard Hohenwarter von Geosphere Austria.
Eine entscheidende Rolle spielen neben den Niederschlägen auch die Böden und Gewässer. Dass sie größtenteils noch nicht gefroren sind, spielt der Inversion in die Karten und sorgt für zusätzlich feuchte Luft. „Das fängt mit der Drau an und hört mit dem Wörthersee auf“, sagt Hohenwarter.
Besonders anschaulich sieht man das gerade im Raum Völkermarkt. Während es in der Bezirkshauptstadt minus zwei Grad hat, sind es einige Höhenmeter weiter oben in Diex plus fünf. Der länger dauernde Sommer rückt klimatisch vieles nach hinten. „Je wärmer der Herbst ist, desto später hinein verschiebt sich die Nebelhäufigkeit. Der Dezember war auch sehr niederschlagsreich. Wenig Schnee, dafür viel Regen. Das bemerken wir jetzt ganz deutlich“, sagt Hohenwarter. Der aktuell leichte Westwind ist zu schwach, um die Situation aufzulösen. Wintersportler und Skigebiete wird das freuen. Das Wetter in den Bergen bleibt damit weiter deutlich freundlicher als in den Tälern.