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Trotz scharfer KritikSchulen in England öffnen wieder

Trotz heftiger Kritik haben in Großbritannien einige Schulen nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder geöffnet.

Ein Vater in London bringt seine zwei Kinder in die Vorschule. © (c) AP (Frank Augstein)
 

Rund zwei Millionen Schüler im Alter von vier bis sechs sowie von zehn bis elf Jahren durften laut den Lockerungsbeschlüssen der Regierung von Premierminister Boris Johnson am Montag in England wieder in den Unterricht zurückkehren.

Kritiker aus dem Bildungsbereich halten die Öffnung jedoch für verfrüht. Die Leiter von Volksschulen erwarteten laut einer Umfrage der National Foundation for Educational Research, dass rund die Hälfte der Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schickt. Die Lehrergewerkschaft National Education Union forderte mehr "fundierte wissenschaftliche Tests und Beweise", um "zu gegebener Zeit wieder zu öffnen". Die Vereinigung von Schul- und College-Direktoren zeigte sich besorgt über "erhebliche logistische Probleme".

Ich verstehe, dass einige Leute nicht wollen, dass die Schulen schon wieder geöffnet werden. Aber wir müssen vorankommen, und wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Kinder keine Rückschritte machen

Bildungsminister Gavian Wiliamson

Einige Betreuungsangebote für Kinder sind wieder geöffnet. Foto © (c) AP (Frank Augstein)

Ab Montag sind in England neben der Schulöffnung Zusammenkünfte von sechs Personen im Freien wieder erlaubt, zudem dürfen Autohäuser und Märkte öffnen. Mitte Juni sollen dann auch die älteren Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren. Außerdem dürfen am 15. Juni alle Geschäfte nach einer zwölfwöchigen Zwangspause wieder öffnen. Im Juli soll schließlich der Hotelbetrieb wieder aufgenommen werden.

Auch der Kirkgate Markt in Leeds ist ab heute wieder geöffnet. Foto © (c) AFP (OLI SCARFF)

Überall soll der Mindestabstand von 6 feet eingehalten werden. Foto © (c) AFP (OLI SCARFF)

Die neuen Bestimmungen gelten jedoch nur für England, da die Regierungen von Schottland, Wales sowie Nordirland einen vorsichtigeren Zeitplan für die Lockerung der Maßnahmen vorsehen. Mit bisher mehr als 38.000 Toten ist Großbritannien nach den USA eines der weltweit am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder.


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