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Coronavirus erreicht Bayern 6.000 Ärzte und Pfleger nach Hubei entsandt, 106 Tote in China

Der Corona-Patient in Bayern steckte sich bei einer Besucherin aus China an. In China selbst breitet sich die Krankheit indes weiter rasant aus. 6.000 Ärzte und Pflege sollen die überforderten Fachkräfte in der Krisenregion Hubei unterstützen.

© APA/dpa
 

Das Coronavirus hat nun auch Deutschland erreicht. Bei einem Mann aus dem Landkreis Starnberg bei München ist eine Infektion mit dem neuartigen Virus bestätigt worden, teilte das bayerische Gesundheitsministeriums in der Nacht auf Dienstag mit. In China breitete sich die Krankheit indes weiter rasant aus. Innerhalb eines Tages kamen 1.700 Infektionen hinzu, die Zahl der Toten stieg auf 106.

Der Patient in Bayern befand sich indes klinisch in einem guten Zustand. "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert", sagte ein Ministeriumssprecher. Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

Bei chinesischem Gast angesteckt

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden.

Coronavirus

Zur Genesung von leichten Coronavirus-Symptomen ist nach Expertenangaben eine Woche ausreichend. Milde Verläufe der Infektion würden sich nicht als Lungenentzündung, sondern nur leichtes Fieber darstellen, sagte der chinesischen Experte der Gesundheitskommission (NHC), Li Xingwang.

Bisher führten Infektionen nur in seltenen Fällen zum Tod. Stellt man die Zahl der Todesopfer in Beziehung mit der Zahl der Infektionen, ergibt sich eine Letalität (Todesrate) von weniger als drei Prozent. Betroffen sind bisherigen Berichten vor allem Risikogruppen wie ältere Personen.

Drei Verdachtsfälle in Österreich

In Österreich gibt es derzeit drei Verdachtsfälle, zwei in Wien und einen in Kärnten. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte am Montagabend nach einer Sitzung des Einsatzstabs im Innenministeriums, die Ankunft des Virus in Europa sei "kein Grund für Panik". Österreich könne "nicht besser vorbereitet sein", betonte er.

Die chinesische Hauptstadt Peking meldete am Montagabend den ersten Todesfall. Wie die Behörden mitteilten, handelte es sich um einen 50-jährigen Mann, der sich in der Millionenstadt Wuhan aufgehalten hatte, wo das Virus ursprünglich ausgebrochen war - wahrscheinlich auf einem Tiermarkt. Am Dienstagvormittag wurden wieder neue Zahlen veröffentlicht. Demnach stieg die Zahl der Toten innerhalb eines Tages landesweit um 26, die Gesamtzahl der Erkrankungen betrug 4.515. Waren am Sonntag 700 neue Infektionen gezählt worden, waren es am Montag bereits 1.700.

Drastische Maßnahmen in China

Die chinesischen Behörden griffen wegen der Ausbreitung zu drastischen Maßnahmen. Nachdem die hauptbetroffene Provinz Hubei bereits seit dem Wochenende praktisch von der Außenwelt abgeschnitten ist, gibt es auch in der Provinz Hebei bei Peking Restriktionen. So wurde am Dienstag der komplette öffentliche Verkehr in der von zwei Millionen Menschen bewohnten Stadt Tangshan eingestellt. Zudem wurde der Fernverkehr zwischen Peking und der Provinz Hebei weitgehend stillgelegt.

Das US-Außenministerium riet seinen Bürgern von Reisen nach China ab. Bereits geplante Reisen sollten erneut auf den Prüfstand gestellt werden, erklärte das Ministerium am Montag. China könnte zu einem späteren Zeitpunkt auch Ausreisesperren für US-Bürger verhängen, warnte das Ministerium.

Für die besonders von dem Ausbruch des Coronavirus betroffene Provinz Hubei und die Stadt Wuhan warnte das Ministerium ausdrücklich vor jeglichen Reisen. Auch Kanada riet seinen Bürgern von allen Reisen in die Provinz ab und nannte die Auferlegung von massiven Reisebeschränkungen als Begründung.

Zwei Österreicher in Hubei

Das österreichische Außenministerium sieht indes weiterhin einen "guten Sicherheitsstandard" (Stufe 1) für Reisen nach China und warnt lediglich vor Kleinkriminalität. Hingegen wird seit Freitag vor Reisen in die Provinz Hubei abgeraten, wo aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ein "hohes Sicherheitsrisiko" (Stufe 3) bestehe. "Von nicht notwendigen Reisen wird abgeraten", heißt es in den Reisehinweisen des Außenministeriums.

Wie das Außenamt am Montag mitteilte, befinden sich zwei Österreicher in Hubei. Sie wollten nach Österreich zurück und würden von der Botschaft in Peking bei ihrem Ausreisewunsch unterstützt. Die deutsche Regierung bereitete indes die Evakuierung von rund 90 Deutschen vor, die in Wuhan festsitzen. Sie sollten laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" von der Luftwaffe ausgeflogen werden.

Spitäler in China völlig überfordert

Zur Behandlung der Lungenkranken in Zentralchina sind fast 6.000 Ärzte und Pfleger aus ganz China in die schwer betroffene Provinz Hubei entsandt worden. Wie die Gesundheitskommission nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag in Peking berichtete, seien mehr als 4.100 bereits an Ort und Stelle und hätten die Arbeit aufgenommen.

Weitere 1.800 dürften demnach bis zum Abend eintreffen, um die völlig überforderten Krankenhäuser zu unterstützen. Mehr als 2.700 Infektionen sind allein in der 58 Millionen Einwohner zählenden Provinz bestätigt, deren Hauptstadt die schwer heimgesuchte Elf-Millionen-Metropole Wuhan ist.

Chronologie: Coronavirus auf dem Vormarsch

31. Dezember: Erste Warnung aus Peking

Die chinesischen Behörden informieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über mehrere Fälle einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei. Ihren Angaben zufolge wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert. Der Erreger der Krankheit sei unbekannt

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Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Großmarkt für Fische und Meeresfrüchte, auf dem aber auch andere Tiere wie etwa Ratten, Krokodile, Schlangen und vor allem auch Zibetkatzen angeboten wurden. Zibetkatzen sind in China eine Delikatesse, von der vermutlich der Erreger der gefährlichen Lungenkrankheit SARS stammt, an der in den Jahren 2002/2003 über 700 Menschen weltweit starben.

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7. Jänner: Neues Coronavirus als Erreger identifiziert

Laut WHO gelingt es chinesischen Experten, den Erreger zu identifizieren. Er gehört demnach zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch SARS.

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11. Jänner: Erster Todesfall wird vermeldet

Die chinesischen Behörden berichten von einem ersten Toten, einem 61-jährigen Kunden des Fischmarkts in Wuhan.

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13. Jänner: Beginn der Ausbreitung außerhalb Chinas

Die WHO bestätigt einen ersten Fall außerhalb Chinas; eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Am 16. Jänner bestätigt Japan seinen ersten Krankheitsfall - einen ebenfalls aus Wuhan eingereisten Mann. In den folgenden Tagen melden Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Südkorea, Vietnam, Taiwan und schließlich auch die USA und Frankreich erste Krankheitsfälle.

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20. Jänner: Chinesischer Experte bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein Mitglied der nationalen Gesundheitskommission Chinas, der weltweit anerkannte Experte Zhong Nanshan, erklärt, dass es erstmals auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus gegeben habe.

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22. Jänner: Behörden warnen vor Mutation des Virus

Die chinesischen Behörden warnen, dass der Erreger mutieren und damit deutlich ansteckender werden könnte.

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23. Jänner: Wuhan wird unter Quarantäne gestellt

Kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrs, das in China einer Völkerwanderung gleichkommt, stellen die Behörden Wuhan mit seinen elf Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Peking sagt vorsorglich alle größeren Neujahrsfeiern ab.

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Die WHO beschließt nach einer zweitägigen Krisensitzung, vorerst keinen weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen. Zur Begründung heißt es, bisher gebe es außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Übertragung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch.

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25. Jänner: China weitet Maßnahmen massiv aus

In China werden weitere Städte isoliert. De facto stehen nun 56 Millionen Menschen unter Quarantäne. Im gesamten öffentlichen Verkehr der Volksrepublik werden Fiebermessstationen eingerichtet.

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26. Jänner: Erster Verdachtsfall in Österreich

Eine chinesische Flugbegleiterin wurde in das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital gebracht. Die zuständigen Stellen und Wiener Krankenhäuser sind auf das Coronavirus vorbereitet. Auch aus Berlin wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet.

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27. Jänner: Minister tagen, mehrere Verdachtsfälle

Im Innenministerium in Wien hat am Montagnachmittag der Einsatzstab zum Coronavirus getagt. Mit dabei waren alle Ministerien, Vertreter der Blaulichtorganisationen und der Bundesländer. In Österreich waren am Montag drei Verdachtsfälle bekannt, jedoch keine bestätigte Erkrankung. Zudem wurde eine Info-Hotline eingerichtet.

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28. Jänner: Erste Fall in Bayern bestätigt

Der erste Fall in Deutschland erweist sich als der erste bekannte Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens. Der 33-jährige Patient steckte sich nach Behördenangaben wohl bei einer aus China angereisten Kollegin an

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30. Jänner: Drastischer Anstieg der Erkrankten in China

Die Infektionen und Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit in China haben den stärksten Anstieg innerhalb eines Tages gezeigt. Die Zahl der nachgewiesenen Patienten kletterte bis Donnerstag um rund 1.700 auf 7711. Auch wurden 38 Todesfälle verzeichnet, mehr als je zuvor in einem Tag.

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Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus und Notfallchef Michael Ryan zeigten sich besorgt über die "rapide Ausbreitung" der Lungenkrankheit.  Am Abend ruft die WHO in China eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. 

APA/AFP/FABRICE COFFRINI
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iq66
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auch heuer

wird die Grippe in A wieder über 1000 Tote produzieren. Aber Impfen ist böse ...gegen Dummheit ist leider kein Kraut gewachsen.

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Coronavirus erreicht Bayern - 106 Tote

Was für eine Überschrift. Subtile Manipulation ist das schon nicht mehr (der Zusatz "in China" wurde bei mir auf dem Display vom Zeilenwechsel verschluckt). Ich hab gelesen, sämtliche Schutzmasken sind ausverkauft. Dabei husten kranke Menschen im Supermarkt oder im Bus und anderswo seit jeher herum, ohne eine solche Maske zu tragen. Ginge es um ein Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, dann würden grippekranke Menschen bei uns nicht mehr zur Arbeit gehen und eine Maske tragen, wenn sie unterwegs sind.

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