Quasi seit Bestehen muss der Klagenfurter Flughafen um Auslastung und Passagiere kämpfen. 175.000 Fluggäste und damit um fast 30 Prozent mehr waren es im Jahr 2025, immerhin. Doch aus Perspektive der mallorquinischen Metropole Palma und deren Airport sind das freilich „Peanuts“: Fast 34 Millionen Passagiere fertigte der Insel-Airport im Jahr 2025 ab – beinahe 200 Mal so viele wie Klagenfurt.

Eines verbindet „Malle“ mit Klagenfurt: Einer der wichtigsten Flüge für den Kärnten-Airport ist zweifellos jener der Ryanair nach Mallorca während der Sommermonate. Das deutschsprachige „Mallorca-Magazin“ (MM) recherchierte nun, was sich eigentlich hinter dem Kürzel „KLU“ verbirgt – und kommt zu einem auf den ersten Blick wenig wohlwollenden Urteil: „Der österreichische Alpen-Airport Klagenfurt ist fast permanent ein Ort, wo man vor lauter Ruhe das Gras wachsen hört“, heißt es in einem jüngst veröffentlichten Beitrag. Zumindest der „Ballermann-Flug“ von Ryanair hauche dem „mitteleuropäischen Geister-Airport“ Leben ein – eine Zuschreibung, die auch im Titel der Geschichte landet.

„Szegediner Gulasch und Puntigamer“

Das höchste der Gefühle sei es am Flughafen Klagenfurt, wenn zweimal am Tag eine Verbindung für Businessleute von Austrian Airlines nach Wien „abgeht“. Dann fülle sich der eng bemessene Warteraum im Flughafen ein wenig. „Ansonsten hört man sich selbst schmatzen, wenn man im Restaurant ,Udo & Roy‘ Szegediner-Gulasch vertilgt und dazu das Wörthersee-Bier Puntigamer in den Rachen kippt.“ Nun gut, zwar ist das „Puntigamer“ bekanntlich kein Wörthersee-Bier, aber das tut hier nichts zur Sache.

Was dann folgt, ist fast schon eine Extraportion Lob für Kärntner Mallorca-Fliegende, die es offenbar ruhiger angehen als Touristen anderswo: Wenn so wie derzeit „immerhin fünfmal pro Woche“ der Ryanair-Flug FR 2172 „dem am Stadtrand befindlichen Flughafen Leben einhaucht“, sei es anders als etwa in Köln/Bonn oder Frankfurt-Hahn, schreibt das Mallorca-Magazin. Dort sei nämlich „das ordinäre Grölen bereits betrunkener Exzesstouristen in der Regel nicht zu überhören. Von den Wartehallen von Leeds und Manchester nicht zu reden, wo Ibiza-Flüge jedem normalen Passagier angesichts der Aggressivität einiger Reisender die nackte Angst einjagen.“

„Leiser, feinsinniger und lustiger“

Am Wörthersee gehe es in der Regel hingegen „leiser, feinsinniger und lustiger zu“, lobt das Mallorca-Magazin. Im „Bussi-Bussi-Land Kärnten“ merke man bereits an der warmen Luft, dass das Mittelmeer nicht weit ist. Die Ballermann-Freunde würden sich hierzulande „am Riemen reißen“. Am nervigsten „waren noch mehrere junge Frauen, die bereits im Warteraum Schampus bestellt hatten, um auf schicke Weise leicht betrunken zu werden.“ Im pünktlich erschienenen Jet „becherten die unüberhörbar im Lokaldialekt schwätzenden Passagierinnen dann erst recht, benahmen sich jedoch im Rahmen des Tolerierbaren“, so das gnädige Urteil des Journalisten. Auch mehrere Kleingruppen von Ballermann-Urlaubern gaben sich so zurückhaltend, sodass sich „der MM-Gast vor Überraschung fast die Augen reiben musste“.

„Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“

„Nach dem Start und während des Flugs über dem überraschend schnell erreichten adriatischen Meer bei Triest versank der gemütliche Klagenfurt-Airport mutmaßlich wieder in bleierner Ruhe. Fuchs und Hase dürften sich mehrfach gute Nacht gesagt haben“, schließt der Redakteur des Mallorca-Magazins durchaus versöhnlich seinen Beitrag über den Kärntner „Geister-Airport“