Was Ryanair-CEO Michael O‘Leary von der österreichischen Luftverkehrsabgabe hält, ist kein Geheimnis. Unter anderem hat der Airline-Chef die sogenannte Ticketsteuer auf Schildern als „dumme Steuer“ bezeichnet und angekündigt, dass er Flüge aus Österreich abziehen wird. Jetzt hat die österreichische Bundesregierung zwar ein 60-Millionen-Euro-Paket (jährlich 30 Millionen Euro im Doppelbudget 2027/28) für die Luftfahrt angekündigt, an der umstrittenen Abgabe, die es in den Nachbarländern nicht gibt, will sie aber nicht rütteln. Die Rechnung bekommen dafür nun auch die kleineren österreichischen Flughäfen präsentiert. Denn die irische Fluggesellschaft stellt, wie angekündigt, Verbindungen von Klagenfurt und Linz ein. Stattdessen nimmt sie laut Linz-Airport-Reporter neue Verbindungen ins schwedische Malmö und ins italienische Perugia auf.
„Leider keine Überraschung“
„Leider keine Überraschung“, sagt der Klagenfurter Flughafen-Chef Maximilian Wildt. Er bestätigt, dass Ryanair die beliebten Flüge von Klagenfurt nach London-Stansted ab November bis Mitte März nicht mehr bedienen wird. Der Airport-Chef hofft, dass die Streichung nur vorübergehend ist und dass die Verbindung in den besser gebuchten und daher wirtschaftlich attraktiveren Sommermonaten wieder aufgenommen wird. Er betont, dass er auch eine entsprechende Zusage der Fluglinie hat und daher zuversichtlich ist.
Darüber hinaus will er nicht nur mit der Airline weiter im Gespräch bleiben, sondern auch auf Bundesebene nicht locker lassen. Gemeinsam mit den Vertretern der Landesregierung hat er bereits in einem Schreiben auf die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe gedrängt. Denn vor allem für Klagenfurt ist die Steuer ein eklatanter Nachteil gegenüber naheliegenden Flughäfen wie Laibach und Triest, wo es keine Abgabe dieser Art gibt und Ryanair ebenfalls aktiv ist.