Immer wieder werde er am Präbichl von Gästen angesprochen, warum der Polster-Einser-Sessellift nur einmal unter der Woche am Mittwoch, von 8 bis 9 Uhr in Betrieb sei. „Und da kann man nur hinauffahren, aber nicht mehr hinunter“, ärgert sich Michael Heinz aus Leoben. Das gehöre geändert, weil „die Jungen fahren rauf und können Richtung Hochschwab wandern, aber wir Alten, die auf dem Bankerl sitzen, müssen im Polster-Schutzhaus bis Samstag warten, um wieder ins Tal zu fahren“, bemerkt er und bringt auch die Spendengelder ins Spiel, die zur Erhaltung und Revitalisierung des Lifts nach dessen Betriebseinstellung 2016 gesammelt worden waren. „Viele haben bis zu 1000 Euro gespendet“, betont Heinz.

Der Einser-Sessellift fährt in den Sommerferien bis 9. September jeden Mittwoch von 8 bis 9 Uhr. Gäste können ihn für eine Bergfahrt nutzen. Ansonsten fährt der Lift bis 26. Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 8 bis 12 Uhr sowie von 12.20 bis 17 Uhr. Johann Roth, Geschäftsführer der Präbichl Bergbahnen, versteht die Kritik nicht.

Johann Roth, Geschäftsführer Präbichl-Bergbahnen
Johann Roth, Geschäftsführer Präbichl-Bergbahnen © KLZ / Johanna Birnbaum

„Ja, es stimmt, dass einige Leute dem Verein, der auf Initiative von Gerhard Hiebler und Horst Kodritsch gegründet worden war, gespendet haben. Nicht wir von den Präbichl Bergbahnen haben diese Spenden erhalten“, klärt er auf. Zudem haben jene Spenderinnen und Spender, die bereit waren, 1000 Euro und mehr zu geben, jeweils eine Saisonkarte für den Präbichl bekommen.

Zwölf Minuten für 600 Höhenmeter

Die Idee, einmal unter der Woche nur für Bergfahrten den Einser-Sessellift in Betrieb zu nehmen, sei ein Versuch gewesen. „Und der kommt sehr gut an. Das hören wir immer wieder, weil sich Wanderer und Bergsteiger 600 Höhenmeter Aufstieg ersparen“, sagt Roth. Übrigens schwebt man mit zwei Metern pro Sekunde in Richtung Bergstation. Insgesamt dauert die Fahrt zwölf Minuten und bietet schon spektakuläre Panoramablicke. Und das würden am Mittwoch immerhin 30 bis 40 Wanderer nutzen.

Weitere Betriebszeiten seien wirtschaftlich nicht tragbar. „Wir brauchen drei Leute, damit der Lift überhaupt fahren darf. Das rechnet sich aber nicht, wenn wir einen ganzen Tag unter der Woche fahren“, betont er nochmals. Er lässt aber eine Option offen. „Wenn sich eine Gruppe mit mindestens 20 Leuten für eine Fahrt anmeldet, dann nehmen wir selbstverständlich auch andere Leute mit, die den Lift nutzen wollen.“

Der Polster-Einser-Sessellift wurde 2023 wieder in Betrieb genommen
Der Polster-Einser-Sessellift wurde 2023 wieder in Betrieb genommen © Präbichl Bergbahnen

Eine Million Euro für neue Steuerung

Finanziell wird es in diesem Sommer ohnehin teuer für die Bergbahnen. Zum einen wird der Grübl-Speichersee gerade einer Generalüberholung und einer behördlichen Prüfung unterzogen. Zum anderen investiert man beim Grübl-Lift mehr als eine Million Euro in eine neue Steuerung. „Für die jetzige Steuerung, die seit den späten 1990er-Jahren in Betrieb ist, gibt es keine Ersatzteile mehr. Deshalb müssen wir alles tauschen und erneuern“, lässt Roth wissen.

Da auch die Steuerung vom Polster-Quattro dasselbe Modell ist, behält man die Grübl-Steuerung als Ersatzteillager. „Laut Hersteller kommen wir so noch etwa fünf Jahre gut über die Runden, ehe auch dort die Steuerung getauscht werden muss“, erläutert Roth.