Wie kann man die Stadt St. Veit klimafitter machen? Diese Frage wurde im Zuge eines Ideenwettbewerbs beantwortet. Landschaftsplaner Andreas Winkler konnte mit seiner Idee eines Pop-up-Parks überzeugen. Schon am 9. Juli sollen die Arbeiten an der grünen Insel abgeschlossen werden, am heutigen Montag wurden die Bäume geliefert.
Bereits seit einiger Zeit sah man im westlichen Bereich des Hauptplatzes Arbeiter am Werk. Diese sorgen aber nicht für mehr Beton, sondern für mehr Grün. Mehr Beschattung durch Bäume, die Integration von Wasserelementen, flexible Aufenthalts- und Begegnungsbereiche sowie die Aktivierung von Gassen und Nebenräumen stehen bei Pop-up-Green, einer Idee des Landschaftsarchitekturbüros WLA, im Fokus. „Das Ziel war es, Maßnahmen gegen die Hitze im öffentlichen Raum zu schaffen. Pop-up bringt einen schnellen Effekt“, erklärt Landschaftsplaner Andreas Winkler, der Schöpfer des Projekts. Vorerst dient die grüne Insel am Hauptplatz als temporäre Lösung. „Wir setzen kurzfristige Maßnahmen, die in weiterer Folge langfristig werden sollen.“
Demnach soll aus dem Pop-up-Green eines Tages ein Evergreen werden. Die Materialien sollen bleiben, genauso die Sitzgelegenheiten. Der Boden selbst besteht aus Drainbeton, der besonders wasserdurchlässig ist. Dazu kommt noch eine wassergebundene Wegedecke, durch die Wasser ungehindert versickern kann. „Das Projekt wurde speziell für St. Veit entwickelt.“
Insgesamt zehn Bäume sollen das Stadtbild verschönen und gleichzeitig für Abkühlung sorgen. Jeder Baum hat eine Kühlleistung von drei bis vier Grad. „In der Anfangsphase wird noch bewässert, mittelfristig ist dann nichts mehr notwendig. Die Bäume versorgen sich dann von selbst.“ Bei den Bäumen handelt es sich um Gleditschien, sogenannte Lederhülsenbäume. Diese stammen ursprünglich aus dem südeuropäischen Raum und sind frost-, hitze- und auch stadtresistent. Aufgezogen wurden die zehn auserwählten Bäume in Deutschland, ehe sie Schatten in der Herzogstadt spenden werden. Der Klagenfurter Gartengestalter Mattuschka ist für die Bepflanzung der Bäume in St. Veit zuständig. „Wir wollen nachhaltige Lösungen entwickeln“, erklärt Winkler.
Sollte das Projekt erfolgreich sein und Gefallen finden, so könnten die Bäume auch permanent stehen bleiben. Das gesamte Projekt könnte in dieser Form für unbestimmte Zeit am Hauptplatz verweilen. Jedoch rät der Landschaftsplaner der Stadt zu einem dezentralen Regenwassermanagement. Durch das sogenannte Schwammstadtprinzip soll Regenwasser nicht in die Kanalisation gelangen, sondern aufgefangen, gespeichert und wiederverwendet werden. So könnte, wenn notwendig, eine langfristige Bewässerung der Bäume sichergestellt werden. Ein derartiges Unterfangen bräuchte allerdings einiges an Vorbereitung.