Verspätung hat am Mittwochvormittag zum Glück kein Aichfeldbus, sondern nur der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Steiermark, Peter Gspaltl. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer von der FPÖ nutzt die viertelstündige Wartezeit auf ihn, um bei kräftigem, aber warmem Wind mit den Bürgermeistern der fünf größten Aichfeld-Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Sie alle haben sich vor dem Kulturhaus in Knittelfeld versammelt, um ein wahres Pionierprojekt zu feiern: Der „Aichfeldbus“ ist 30 Jahre alt.

Gemeinden zahlen mit

Die Gemeinden Judenburg, Knittelfeld, Zeltweg, Fohnsdorf und Spielberg haben 1996 den Anstoß für das regionale Busnetz gegeben und damit den öffentlichen Verkehr der ganzen Region nachhaltig verändert und verbessert. Bis heute finanzieren diese Gemeinden den Aichfeldbus neben weiteren öffentlichen Geldquellen mit. Ein vergleichbares Projekt gibt es in der Steiermark nicht.

6000 Fahrgäste täglich

Die von der Österreichischen Postbus AG betriebene Flotte umfasst zwölf Busse, alle im markanten Wasserblau gehalten. 57 Lenker und acht Lenkerinnen legen pro Jahr rund 1,2 Millionen Kilometer zurück und befördern täglich rund 6000 Menschen – von der Schülerin bis zum Pensionisten.

Auf drei Linien können Fahrgäste im Halbstundentakt an ihr Ziel gelangen; in großen Bereichen überlagern sich zwei Linien, dort fahren Busse dann sogar im Viertelstundentakt. Vor vier Jahren wurde der Aichfeldbus in das Projekt „RegioBus“ integriert – mit besserer Anbindung an S-Bahn und weitere Linien, die etwa in die Seitentäler führen.

Gemeinden zahlen weiter mit

In ihren Reden lassen die Bürgermeister Elke Florian, Harald Bergmann, Günter Reichhold, Volkart Kienzl und Manfred Lenger keine Zweifel daran, dass ihre Gemeinden den Aichfeldbus auch in Zukunft mitfinanzieren werden – Finanznot hin oder her. Lob für diese Gemeinden gibt es von Verkehrslandesrätin Claudia Holzer: „Sie tragen nicht nur die Verkehrsdienste finanziell mit, sondern treiben auch den Ausbau der Infrastruktur sowie das Marketing aktiv voran.“

Verkehrsverbund-Chef Peter Gspaltl betont die hohe Verlässlichkeit des Busnetzes und laufende Verbesserungen, etwa im Abend- und Wochenendverkehr. Johannes Praniess von der Postbus AG sagt, man interessiere sich für die Anschaffung von Elektrobussen. Konkrete Pläne gibt es derzeit aber noch nicht.

Klaudia Palli, Peter Wagner, hier beim Juibläum 30 Jahre Aichfeldbus
Klaudia Palli, Peter Wagner, hier beim Juibläum 30 Jahre Aichfeldbus © KLZ / Josef Fröhlich

Nicht nur am Steuer braucht es Menschen, die das System intakt halten: Klaudia Palli berät Kunden in einer Infostelle im Knittelfelder Kulturhaus persönlich, Chef-Disponent ist Peter Wagner, Markus Hauser kümmert sich um Verkehrsplanung und Koordination.

Wettbewerb

Frische Ideen für den Aichfeldbus soll ein offen ausgeschriebener Ideenwettbewerb bringen, die Teilnahme ist bis 7. Juni nur über das Internet möglich (Suchwörter Ideenwettbewerb Aichfeldbus). Die Ergebnisse werden im September im Rahmen eines Aichfeldbus-Festes während der Europäischen Mobilitätswoche in Judenburg präsentiert.