Ein gefährlicher Fund hat am Murtaler Truppenübungsplatz (TÜPL) Seetaler Alpe zu einem Zwischenfall geführt: Ein Kind hob am Oberen Winterleitensee einen vermeintlichen „Bernstein“ auf – tatsächlich handelte es sich um weißen Phosphor aus alter Munition. Das Kind erlitt dabei eine Verbrennung an der Fingerkuppe.
Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg
Wie Oberst Manfred Hofer, Kommandant des Truppenübungsplatzes, erklärt, stammt der Stoff vermutlich aus Weltkriegsmunition. „Solche Rückstände befinden sich in vielen Gebieten Österreichs im Boden und treten durch Erosion oder Umwelteinflüsse zutage“, so Hofer. Auch im Bereich der Winterleitenseen gebe es keine vollständigen Aufzeichnungen über Altlasten. Da derzeit der Wasserstand der Winterleitenseen aufgrund der Trockenheit so niedrig sei, hat das Kind den glitzernden „Stein“ nahe der Wasseroberfläche entdeckt und aufgehoben.
Durch den Kontakt mit Sauerstoff begann das Fundstück, nachdem es getrocknet war, zu reagieren und entzündete sich. „Der Bub hatte großes Glück, er erlitt nur eine Brandblase“, sagt Hofer. Der Phosphorstein hat sich nach dem Zurückwerfen ins Wasser explosionsartig entzündet. Der Vorfall ereignete sich am 1. Mai.
Funde umgehend melden
Der Truppenübungsplatz warnt auf Instagram eindringlich davor, verdächtige Gegenstände zu berühren. Weißer Phosphor ist an seiner orange-bernsteinartigen Farbe und einem schwefelartigen Geruch erkennbar. Beim Kontakt mit Luft kann er sich selbst entzünden und Temperaturen von über 1000 Grad erreichen.
Hinweistafeln und Bilder seien vor Ort angebracht, zusätzlich wurde die Warnung über soziale Medien veröffentlicht. Eine Sperre des Gebietes ist laut Hofer nicht vorgesehen, er appelliert an die Eigenverantwortung: „Man soll auf den Wegen bleiben und nichts angreifen.“ Ähnliche Gefahren bestünden auch in anderen Regionen, etwa an Seen, in denen sich Altmunition befindet, wie es laut Hofer am Wörthersee oder Ossiacher See der Fall sei.
Wer verdächtige Funde macht, soll diese keinesfalls berühren, sondern sich umgehend beim Bundesheer unter der Nummer 0664-6223450 melden.