Noch immer ist der Ärger in der Gemeinde Mooskirchen über den umgeschnittenen Maibaum, den die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr am Marktplatz vor dem Gemeindeamt aufgestellt hatte, groß. Wobei Bürgermeister Peter Fließer den Fokus nicht auf die Tat, sondern auf den Zusammenhalt in der Bevölkerung legen will: „Wir versuchen uns nicht unterkriegen zu lassen. Ein großes Lob gebührt den Mitgliedern der Feuerwehr, die den Baum gleich wieder aufgestellt haben.“ Der Ortschef will niemanden wegen der Tat verteufeln, wie er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung betont: „Es war eine richtig ungeschickte Aktion. Wir wollen dem aber Positives entgegensetzen und so erreichen, dass so etwas nicht mehr passiert.“
Rund 8000 Euro Sachschaden
Der Sachschaden ist allerdings angerichtet. So wurden Schindeln und Bleche am Dach des Gemeindeamts beschädigt, auch an einer Steinplatte bei der Eingangstreppe fehlt ein großes Stück. Zusätzlich wurde die Fassade eines angrenzenden Gebäudes vom Baumstamm verschmutzt, auch Blumen wurden zerstört. „Genau können wir den Schaden nicht beziffern, er bewegt sich aber sicher zwischen 7000 und 8000 Euro“, meint Fließer.
Inzwischen ermittelt die Polizei, und das sogar bezirksübergreifend. Denn in Steinberg-Rohrbach in der Gemeinde Hitzendorf wurde der Maibaum angesägt – es wird nicht ausgeschlossen, dass die Taten auf das Konto derselben Personen gehen. Gleich nach dem Aufstellen wurde auch der Baum von Wolfgang Gutschi beim Gasthaus Gutschi in Stögersdorf in der Gemeinde Mooskirchen – nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Marktplatz entfernt – umgeschnitten.
Das Glück: „Der Baum ist auf einen Acker gefallen und es wurde nichts beschädigt oder gar jemand verletzt“, erzählt Gutschi. Mangels Schaden habe er auch keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Den Baum kann er aber nicht wieder aufstellen: „Der Stamm ist leider gleich an zwei Stellen gebrochen.“ Gutschi hat durchaus Verständnis für Brauchtum. „Dazu gehört für mich das Stehlen eines Maibaums und das Auslösen danach, aber nicht das Umschneiden. Vor drei oder vier Jahren hatten wir wirklich eine gefährliche Situation, weil Unbekannte den Maibaum vor dem Aufstellen angesägt hatten.“ Gutschi ärgert sich vor allem, weil so ein Maibaum viel Aufwand bedeute, von der Spende übers Anliefern, Schmücken und Aufstellen ohne Kran, bei dem heuer 15 Stammgäste tatkräftig geholfen haben.
Immer wieder Vandalenakte
Immer wieder gab es in den letzten Jahren im Bezirk Ärger mit Maibaum-Vandalen. So wurde der Maibaum der FF Söding vor zwei Jahren in der Nacht nach dem Aufstellen direkt vor dem Rüsthaus von Unbekannten regelrecht zerstückelt.