Es wird surren, steigen und staunen lassen: Am 9. Mai hebt in Anras wieder das Drohnenfestival ab – und verwandelt den Ort für einen Tag in eine Bühne der fliegenden Innovation. Zwischen Rotoren, Displays und neugierigen Blicken wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um das, was sie möglich macht. Was einst klein begann, hat sich längst zu einem Fixpunkt entwickelt. Oder, wie es Gottfried Unterweger vom Verein Anraser Pfleghaus auf den Punkt bringt: „Mit Abstand größtes Drohnen-Event Österreichs.“

Rund 30 Fachaussteller werden ihre Geräte präsentieren – und vor allem vorführen. Denn genau das macht den Reiz aus: Die Drohnen bleiben nicht in der Vitrine, sie heben ab. Vom kleinen, wendigen Flitzer bis zur kraftvollen Lastendrohne spannt sich die Palette. Manche Modelle sind für den privaten Gebrauch gedacht, andere kosten so viel wie ein Mittelklassewagen und sind für hochspezialisierte Einsätze konzipiert.

Helfer in vielen Bereichen

Wie vielfältig diese Einsätze mittlerweile sind, zeigt sich an den einzelnen Stationen. In der Land- und Forstwirtschaft übernehmen Drohnen längst Aufgaben, die früher mühsam und zeitintensiv waren. Sie helfen beim Aufforsten in schwer zugänglichem Gelände, bringen Saatgut punktgenau aus oder unterstützen bei der Pflege von Kulturen. Auch bei der Montage von Hagelnetzen kommen sie zum Einsatz – effizient und zeitsparend.

Großer Andrang: Zahlreiche Besucher verfolgen die Vorführungen mit Interesse
Großer Andrang: Zahlreiche Besucher verfolgen die Vorführungen mit Interesse © Anraser Pfleghaus

Ein besonders stark wachsender Bereich ist die Vermessung und Inspektion. Gebäude, Brücken oder ganze Landschaften werden mit Drohnen erfasst, analysiert und dreidimensional dargestellt. Für Gemeinden, Planer und Betriebe sind diese Daten ein wichtiger Baustein geworden. Ebenso beim Monitoring von Naturgefahren: Veränderungen im Gelände lassen sich frühzeitig erkennen und dokumentieren.

Doch Drohnen können nicht nur messen und analysieren – sie liefern auch die spektakulären Bilder, die viele aus TV-Produktionen wie „Bauer sucht Frau“ kennen. Beim Drohnenfestival wird sichtbar, wie diese Aufnahmen entstehen: Aussteller zeigen beeindruckende Videos, geben Einblicke in ihre Arbeitsweise und technische Raffinessen – und steuern ihre Drohnen live per FPV-Brille.

Einsatzkräfte zeigen ihr Können

Erstmals gelingt es den Veranstaltern heuer, alle relevanten Blaulichtorganisationen an einem Ort zu vereinen. Die Landespolizeidirektion, die Betriebsfeuerwehr Swarovski Wattens, die Bergrettung Obertilliach sowie die Drohneneinsatzgruppe des Landes Tirol zeigen, wie sie ihre Geräte im Einsatz nutzen – und lassen sie auch vor Ort fliegen. Für Besucher bietet sich damit ein seltener Blick hinter die Kulissen moderner Einsatztechnik.

Auch junge Menschen stehen im Fokus. Die Fachhochschulen Kufstein Tirol, Kärnten und Joanneum Graz präsentieren ihre Studiengänge und Forschungsprojekte. Wer sich für Technik interessiert, kann hier nicht nur zuschauen, sondern sich auch über Ausbildungswege informieren – und vielleicht erste Ideen für die eigene Zukunft mitnehmen. Und schließlich kommt auch das Erlebnis nicht zu kurz: Besucher können selbst aktiv werden, Drohnen im Simulator steuern oder erste Flugversuche in einem geschützten Bereich wagen. Spektakuläre Videoaufnahmen und Einblicke in die Arbeit professioneller Drohnenpiloten runden das Programm ab.

So wird Anras am 9. Mai zu einem Ort, an dem Innovation spürbar wird – und an dem sich zeigt, wie vielseitig diese Technologie inzwischen ist. Ein Treffpunkt für Fachleute und Neugierige gleichermaßen. Der Eintritt ist frei.