Auch die Pflanzenwelt geht mit der Mode. Ob Tische, Kommoden oder Fensterbänke, Minipflanzen haben sie derzeit fest im Griff. Die kleinen Geschöpfe benötigen im Vergleich zu den ausgewachsenen Exemplaren weniger Platz und lassen sich fast überall unterbringen. Eine wirkliche Neuheit sind sie nicht, die Kleinformate waren als Dekoration schon immer geschätzt.

Besonders beliebt als Winzling sind Orchideen, Kakteen und Sukkulenten. Sie überleben auch besonders lange, man darf bei den Zwergorchideen nur nicht darauf vergessen, sie mindestens alle drei Tage in lauwarmes Wasser zu tauchen. Stets gut abtropfen lassen, bevor sie wieder in den kleinen Übertopf wandern. Abgeblühtes abzupfen und verblühte Rispen wie bei den großen Artgenossen bis zum vorletzten Knoten am Stängel zurückschneiden. Dort treibt dann auch der Zwerg wieder aus.


Generell eignen sich kakteenartige Pflanzen wie Weihnachtskaktus, Echeverien und andere dicklaubige Gewächse bestens für Miniformate. Sie stecken es etwa locker weg, wenn einmal auf das Gießen vergessen wurde. Wegen seiner schönen Blüten und der ausgesprochenen Robustheit ist das Flammende Käthchen (Kalanchoe) höchst beliebt. Zu den Problemlosen zählen überdies Miniausgaben von Ficus, Efeu, Usambaraveilchen oder Zwergpalmen.

Anspruchsvoller sind da schon die kleinen Azaleen und Alpenveilchen. Jetzt in der kommenden Adventzeit die kleinen Weihnachtssterne nicht vergessen. Sie sind edler Aufputz für die Festtagstafel, verschönern den Adventkranz und sind in jeder Lage ein Blickfang. Alle Blattschmuckpflanzen bestechen durch ihre Attraktivität, reagieren aber empfindlich bezüglich Wasserversorgung. Sie dürfen niemals austrocknen.Mit einem Trick lässt sich der Gießstress reduzieren. Die erstandenen Miniausgaben werden sogleich in Tontöpfchen umgesetzt, diese wiederum in einer tiefen mit Tongranulat aufgefüllten Schale platziert. So bleiben die Wurzeln feucht, ohne dass Staunässe entsteht, denn das würde den Pflanzenbabys den Garaus machen.


Der Präsentationsfreude sind keine Grenzen gesetzt: Die ausrangierte Lieblingskaffeetasse, die Zuckerdose von Oma oder das Teehäferl aus Kindertagen eignen sich allesamt hervorragend für einen zweiten Auftritt als Heimstatt für die Pflanzenminis, vorausgesetzt man hat den Behältnissen ein Loch gebohrt, damit das Wasser abfließen kann.
Je nach Pflanzenart wird man nach einigen Monaten die einstigen Kleinen in größere Töpfe setzen und irgendwann eine ausgewachsene Topfpflanze haben. Doch für Nachschub kann man sorgen: Oft genügt es, Triebstücke von Efeu, Philodendron, Tradeskantie oder Kletterfeige abzuschneiden und einzuwässern, bald zeigen sich neue Wurzeln – und die nächste Miniausgabe wächst heran.