Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Im 1. Quartal Andritz verdoppelt Konzernergebnis und angelt sich Großauftrag

Auch mit Entwicklung der Auftragseingänge zufrieden. Der Ausblick ist "vorsichtig zuversichtlich". Millionen-Auftrag für australisches Pumpspeicherkraftwerk.

Andritz AG-Vorstandschef Wolfgang Leitner
Andritz AG-Vorstandschef Wolfgang Leitner © APA/HANS PUNZ
 

Der heimische Anlagenbauer Andritz hat sein Konzernergebnis im 1. Quartal 2021 von 31,5 Millionen Euro auf 62,1 Millionen Euro verdoppelt. Von der APA befragte Analysten hatten eine deutlich geringere Steigerung auf rund 52 Millionen erwartet. Profitiert hatte das Unternehmen von einer guten Geschäftsentwicklung des Segments Pulp & Paper und von Ergebnisverbesserungen im Bereich Metals nach den Kostenanpassungen des vergangenen Jahres, teilte Andritz am Donnerstag mit.

Die Entwicklung der Auftragseingänge besonders in den Bereichen Metals und Hydro stimmten Andritz-Chef Wolfgang Leitner positiv. Die Metals-Sparte verzeichnete im ersten Quartal 2021 ein Plus bei den Auftragseingängen von 18,7 Prozent, Hydro ein Plus von 15,8 Prozent. Im Bereich Pulp & Paper gingen die neuen Aufträge dagegen um rund ein Fünftel zurück (minus 21,6 Prozent), im Segment Separation stand ein Plus von 1,7 Prozent zu Buche.

Millionen-Auftrag in Australien an Land gezogen

Am Donnerstag vermeldet das Unternehmen zudem einen Auftragseingang aus Australien: Die Steirer liefern demnach zwei 125-MW-Pumpturbinen an das Kraftwerk Kidston in North Queensland. Es handelt sich um eine der weltweit ersten Kombi-Anlagen aus Sonnenenergie und Pumpspeicherkraft. Eigentümer und Projektentwickler von Kidston ist Genex Power. Die Inbetriebnahme der Anlage wird für 2024 erwartet, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

Über die Auftragssumme wurde Stillschweigen vereinbart, aber ähnliche Projekte belaufen sich um eine Auftragssumme von 70 bis 80 Millionen Euro. Die Andritz AG wird sich um die Konstruktion, Fertigung, Lieferung, Transport, Montage, und Inbetriebnahme der beiden reversiblen Pumpturbinen sowie den gesamten Betrieb und die Wartung der Anlage für mehr als zehn Jahre kümmern.

"Das Pumpspeicherkraftwerk nutzt zwei offene Gruben einer aufgelassenen Goldmine. Einmal mit Wasser befüllt arbeitet es als geschlossenes System. Bei Bedarf kann es in Spitzenzeiten genug elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, speichern und in das Netz einspeisen, um mehr als 280.000 australische Haushalte mit nachhaltiger und sauberer elektrischer Energie zu versorgen", teilt die Andritz AG mit. Darüber hinaus könne die Anlage als Phasenschieber betrieben werden, um die Netzstabilität abzusichern, sowie Blindleistung und Schwungmasse bereitzustellen.

Auftragseingänge rückläufig

Insgesamt gingen die Auftragseingänge in der Gruppe um 6,7 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro zurück. Der Auftragsstand fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10,8 Prozent auf 7,07 Milliarden Euro, zum Jahresultimo 2020 (6,77 Mrd. Euro) konnte er jedoch zulegen. Der Umsatz ging leicht um 1,1 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro zurück.

Allerdings erhöhte sich durch die im vergangenen Jahr vorgenommenen Kosteneinsparungen im Metals-Bereich und wegen des starken Pulp & Paper-Segments die Rentabilität der Gruppe (EBITA-Marge) auf 7,4 Prozent, von 4,6 Prozent in der Vorjahresperiode. Das operative Ergebnis (EBITA) stieg um 58,2 Prozent auf 110,9 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) legte ebenfalls um 79,2 Prozent auf 96,4 Millionen Euro zu.

Weiterhin leichtes Umsatzminus erwartet

"Hinsichtlich der Entwicklung der von uns bedienten Märkte sind wir auch für die kommenden Monate vorsichtig optimistisch und erwarten eine insgesamt solide Projekt- und Investitionstätigkeit," sagte Leitner zum Ausblick laut einer Aussendung vom Donnerstag. Der im März gegebene Ausblick wurde heute bestätigt. So wird für heuer weiterhin ein leichtes Umsatzminus, aber ein stabiles Ergebnis auf operativer Ebene (EBITA) erwartet. Jedoch räumt das Unternehmen ein, dass es zu negativen Auswirkungen auf die Auftragslage kommen könnte, sollte sich die weltweite Konjunktur nicht wie von Marktforschern erwartet erholen.

Kommentare (1)
Kommentieren
redvenus76
9
3
Lesenswert?

aber Coronahilfen...

...in Anspruch nehmen. Die kriegen den Hals nicht voll und wir müssen es zahlen