Die Auslastung der Betriebe ist sehr hoch – die Unsicherheit und das Preisniveau ebenfalls. Sowohl Häuslbauer, große Bauträger, als auch Bauunternehmen sehen sich weiterhin mit einer außerordentlichen Situation konfrontiert. 2021 sind die Baupreise laut Statistik Austria im Schnitt um 5,3 Prozent nach oben geklettert, wobei der Anstieg im Hochbau mit 8,2 Prozent sowie im Wohnhaus- und Siedlungsbau mit acht Prozent deutlich darüber lagen. Zu diesen erheblichen Preissteigerungen beigetragen haben laut den Statistikern neben Beton- und Stahlbetonarbeiten auch Bauleistungen der Professionisten – wie im Holzbau, bei Glasfassaden sowie Dachabdichtungs-, Metallbau- oder Bauspenglerarbeiten.

Zwar gebe es die „ganz enormen Preisspitzen“ des vergangenen Jahres mittlerweile nicht mehr, „aber das Preisniveau ist nach wie vor hoch und es wird auch hoch bleiben“, sagt der steirische Bauinnungsmeister Alexander Pongratz. So sei beispielsweise reiner Baustahl 2021 auf bis zu 1300 Euro je Tonne geklettert, derzeit liege man bei 900 Euro, „das sind aber noch immer um gut 50 Prozent mehr als vor der Krise“, rechnet Pongratz vor. Vor dem Hintergrund der stark steigenden Energiepreise, der nahenden CO₂-Bepreisung, des Personalmangels, dieser reiche „vom Bauleiter bis zum Hilfsarbeiter“ sowie diverser Angebotslücken, sei aktuell nicht von einem Abebben der Preise auszugehen.

"Dann wird es existenzbedrohend ..."

Über Jahre sei man mit einer durchschnittlich zweiprozentigen Teuerung in der Kalkulation über die Runden gekommen, „alles, was darüber liegt, trifft die Marge, wenn es aber einmal um mehr als acht Prozent nach oben geht, wie im Vorjahr, dann wird es für Betriebe bei Festpreisen existenzgefährdend“, sagt Pongratz. Bei größeren Projekten, die neu vergeben werden, gebe es daher aktuell kaum noch Festpreisanbote, „man bietet zu veränderlichen Preisen an, die sich am Baukostenindex orientieren“. Dieser Index ist 2021 im Vergleich zum Jahr davor um 10,4 Prozent gestiegen.