Härtefälle Strom- und Gasbranche verzichtet bis Ende Jänner auf Abschaltungen

Gilt nur für Haushaltskunden. Diese sollten sich bei Zahlungsproblemen rasch an Energieanbieter wenden.

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2020 wurde in Österreich 15.500 mal der Strom abgedreht
2020 wurde in Österreich 15.500 mal der Strom abgedreht © Gina Sanders - stock.adobe.com (Erwin Wodicka)
 

Haushalte, die bei ihren Strom-, Gas- oder Heizungsrechnungen im Verzug sind, müssen dieses Jahr nicht mehr um eine Abschaltung ihrer Energieversorgung bangen. Die Strom- und Gasbranche habe sich dazu entschlossen, ab den Weihnachtsfeiertagen bis Ende Jänner auf Abschaltungen zu verzichten, sagten der Präsident der E-Wirtschaft (Oesterreichs Energie) und Verbund-Chef Michael Strugl sowie Peter Weinelt, Obmann des Fachverbandes Gas Wärme, am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Die Aktion gelte in Härtefällen für Haushaltskunden, die wirkliche Schwierigkeiten haben, ihre Rechnungen zu begleichen. Bereits zu Beginn der Pandemie habe man dieses Instrument eingesetzt, nun bringe man es zurück - unter anderem in Anbetracht der jüngsten Preissteigerungen bei Energie, weswegen es zu Härtefällen kommen könne. "Jetzt geht es darum, rasch zu entlasten", so Strugl.

Beim Verbund gebe es derzeit rund 500 Klienten, die als Härtefälle gelten und mit denen es individuelle Lösungen gebe, so Strugl. Bei der Wien Energie spreche man von "ein paar Tausend Haushalten", die derzeit Ratenpläne hätten - über alle Produkte hinweg, so Weinelt.

Der Fachverbands-Obmann ruft die Kunden gleichzeitig auf, sich bei Zahlungsproblemen möglichst rasch bei den Energieunternehmen zu melden. Je früher die Energieanbieter von Härtefällen Bescheid wüsten, umso eher könne man auch reagieren und entsprechende Lösungen finden.

E-Control: Nur wenige Abschaltungen in Österreich

Laut jüngsten Zahlen der E-Control für 2020 gibt es trotz vieler Mahnungen generell nur wenige Abschaltungen in Österreich - bei Strom waren 15.449 Abschaltungen nach 276.877 letzten Mahnungen, bei Gas 2975 nach 76.794 Mahnungen.

Vonseiten der SPÖ wurde heute bereits an die Energieversorger appelliert, den Strom an den Feiertagen nicht abzuschalten. "Viele Menschen können sich die hohen Energiekosten nicht mehr leisten. Um wenigstens ein bisschen Sicherheit über die Feiertage zu gewährleisten, appelliere ich an die Energiebranche, Haushalten nicht den Strom oder das Gas abzuschalten, auch wenn sie mit der Zahlung in Verzug sind", sagte der SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll am Donnerstag in einer Aussendung.

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Danke für Ihr Verständnis.

deCamps
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Wie wäre es wenn die Mieter lernen sich ihr Geld besser einzuteilen? Das ist die Grundlage um keine Schulden zu machen und die Gesellschaft dafür zahlen zu lassen.

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Und die Miete mit den Nebenkosten wie Energie und Heizung zur Überweisung bringen und nicht zurücklassen? Und vom Rest ihre übrigen Kosten bestreiten? Und dabei achten, keine unnötigen Aufwendungen tätigen. Derer gibt es ausreichend. D.h. unnötige Geldausgaben vermeiden.

peso
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Also meiner Meinung nach dürfen die Versorger die Energie gar nicht abschalten

Denn was ist, wenn dann jemand (zB ein Kind) in der kalten Behausung (ganz zu schweigen in einer Miet- o. Gemeindewohnung) schwer erkrankt oder gar erfriert, dann hat der Energieversorger und auch der Vermieter größere Probleme

LinusPeanut
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Dann braucht ...

...also eh niemand mehr was zahlen deiner Ansicht nach? Weil wenn eh nicht abgeschalten wird zahlt auch niemand den Strom! Jeder nimmt einach was er braucht? Spannend...

peso
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Linus...

Sie verstehen, wie scheinbar auch einige andere hier, den Sinn eines geschriebenen Satzes nicht so richtig. "Ich bin der Meinung, dass die Energieversorger nicht abschalten dürfen" heißt was anderes als "Ich bin der Meinung, dass die Energieversorger nicht abschalten sollen". Verstehen Sie die Sinnhaftigkeit der Satzstellung in Deutsch? Wenn nicht, dann die Erklärung: Ich meine, dass der Energieversorger aus rechtlichen Gründen gar nicht abschalten darf und zuerst ALLE verfügbaren Mittel ergreifen muss und selbst dann ist die Abschaltung höchst problematisch!

deCamps
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Hier geht es nicht um einzelne Fälle.

Sondern um die seit Jahrzehnten zahlreichen notorischen Schuldenmacher, die die Miet- und Energierückstände ansammeln, um das Geld für unnötige Investitionen zu verwenden.

peso
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deCamps

Na und, aber trotzdem dürfen die Energieversorger Strom oder Gas nicht so einfach abstellen. Das müssen Sie aber den diversen (sozialen) Institutionen sagen, denn die machen den größten Radau, wenn jemand in Gefahr ist ausziehen zu müssen oder ohne Heizung zu leben. Sie bekommen ja nicht einmal die Mietnomaden aus einer Wohnung raus, auch wenn sie ein Jahr nichts bezahlt haben

Robinhood
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Lächerlich

Und was kommt dann? Die armen Leute haben ein Monat Zeit auf die Energieabschaltung zu warten.