ÖsterreichStrom doppelt so teuer wie im Vorjahr

Laut Energieagentur kletterte der österreichische Strompreisindex binnen Jahresfrist um 105 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Gegenüber dem Vormonat beträgt der Anstieg 10,7 Prozent.

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Der Großhandelspreis für Strom steigt auf das Doppelte © APA/BARBARA GINDL
 

Die Großhandelspreise für Strom haben nochmals ein neues Rekordniveau erklommen: Der von der Österreichischen Energieagentur vorausberechnete Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) für Jänner 2022 liegt um 10,7 Prozent höher als im Vormonat Dezember, gegenüber dem Vorjahr beträgt der Preisanstieg 104,6 Prozent. Für Dezember war noch ein Plus von 8,9 bzw. 83,7 Prozent gemeldet worden.

Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der Index im Jänner 164,62 Punkte. Der Grundlastpreis (173,11 Indexpunkte) steigt gegenüber dem Vormonat um 10,5 Prozent. Im Jahresvergleich steigt er um 105,7 Prozent. Der Spitzenlastpreis (146,55 Indexpunkte) ist um 11,2 Prozent höher als einen Monat davor und weist im Jahresvergleich ein Plus von 102,1 Prozent auf.

Keine Netzgebühren und Steuern berücksichtigt

Der ÖSPI berücksichtigt nur den Preis für den Strom selbst, aber keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten zu knapp 40 Prozent auf die Energiekomponente und zu 60 Prozent auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf.

Kommentare (5)
WaKer
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Wer kassiert den Mehrpreis?

Geld verschwindet nicht! Irgendwer zahlt ja an irgendwen! Wenn also der Strompreis doppelt so teuer wird, verdient jemand doppelt soviel. Wer kassiert also derart ab? Oder ist das ganze bewusst so gesteuert? Unklug eigentlich! Der Anreiz auf E-Mobil umzusteigen wird angesichts der Strompreise nicht gerade verstärkt. Wer hat also etwas davon den Strompreis derart hochschnellen zu lassen? Übrigens, die Steuern berechnen sich sehr wohl auch aus dem Strompreis. Werden also auch teurer!

Willi128
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Ungefähr 75 % des österreichischen Strombedarfs

produziert Österreich selbst, daher ist eine derartige Preiserhöhung über Nacht schwer erklärbar, oder ist es wieder nur die sprichwörtliche "Gewinnoptimierung" um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen. Die "Stromnebenkosten" sind ja schon vorher in astronomische Höhen geklettert.

scionescio
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Und der wird wegen der geförderten eAutos noch viel teurer werden, weil er immer knapper werden wird ...

Aus der Wiener Zeitung:

"In Österreich soll bis 2030 der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien (Wasser, Wind, Sonne) erzeugt werden. Der nachhaltige Strom wird aber nur in einer begrenzten Menge zur Verfügung stehen. Einer Menge, mit der sich die Zahl der Einzelpersonenfahrten mit dem Pkw deutlich verringern muss. Ansonsten wird die vorhandene Menge an Strom nicht ausreichen. Zu dieser Erkenntnis kommt der Mobilitäts-Masterplan 2030, der von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler veröffentlicht wurde.
"Die 2040 zur Verfügung stehende Energie entspricht circa einem Drittel der heute im Verkehr verbrauchten Energiemenge", heißt es im Masterplan, der von Martin Fellendorf, Verkehrsplaner an der Technischen Uni Graz erstellt wurde. Um die Ziele zu erreichen, müsse daher der Straßenverkehr auf das Niveau von 1990 zurück."

Jetzt weiß man auch, warum keine Straßen mehr gebaut werden: es geht gar nicht um das CO2, es geht um die Abschaffung der individuellen Mobilität per Auto!

wolfisch
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Strom

Und da gehen sie nicht protestieren???

Robinhood
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Strompreiszonentrennung

Nicht zu vergessen sind zusätzliche 30€ pro Megawattstunde für einen virtuellen Engpass zwischen Ö und D der dazu führt, dass die Wirtschaft in Ö stark benachteiligt wird. Kein Mensch kann mir sagen wer im Endeffekt diese zusätzlichen 30€ pro Mwh bekommt. Bei 6Mio Mwh Verbrauch in Österreich im Monat Oktober 2021 kassiert da irgendwer 180Mio€ in einem Monat zusätzlich.
E-Control und zuständige Ministerien und Landesenergieversorger bitte aufwachen.