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Zwischen Genie und WahnsinnElon Musk wird 50: Seine Mission ist der Mars

Visionär, Wirbelwind, Exzentriker: Warum Elon Musks Wirken weit über Tesla hinausreicht.

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50 Jahre alt: Tesla-Lenker Elon Musk
50 Jahre alt: Tesla-Lenker Elon Musk © AFP
 

Elon Musk und Tesla sind längst eins geworden. Spricht man über Musk, spricht man über Tesla – und umgekehrt. Am morgigen Tag, dem 28.6.,  strahlen besonders viele Scheinwerfer auf eine der weltweit populärsten Legierungen: Elon Musk wird 50 Jahre alt.

Dabei ist der gebürtige Südafrikaner, Physiker und Volkswirt, nicht einmal der Gründer von Tesla. Dafür früher Investor und späterer Erfolgsgarant. Der Mittelklassewagen Tesla 3 gilt heute als wesentlicher Baustein, Elektro-Mobilität in die Masse zu bringen, Musk ist wichtigster Markenbotschafter. Auch, weil er stets polarisiert. Musk eckt an, regt auf, spielt mit der öffentlichen Wahrnehmung. Seinen offiziellen Titel im Unternehmen änderte der Exzentriker auf „Technoking“, das jüngste seiner sechs Kinder soll auf den Namen X AE A-XII, gesprochen „X-Ash-A-Twelve“, hören.

Ungefiltert: 57 Millionen Twitter-Follower

Mit der Welt spricht Elon Musk am liebsten ungefragt und ungefiltert. 57 Millionen Nutzer folgen @elonmusk auf Twitter, das dem Unternehmer als Taktstock dient. Zwar ist selten klar, wie valide von ihm dort Mitgeteiltes ist, die Schlagkraft mindert das nicht. Von Musk Geschriebenes, Ernstes oder Launiges, beeinflusst nicht nur die Kurse von Kryptowährungen wie Bitcoin massiv, sondern auch jenen der Tesla-Aktie. Mehrmals geriet Musk deswegen ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC, einmal zahlte er 20 Millionen Dollar Bußgeld. 2018 schrieb ihm die Aufsicht vor, dass er seine Twitter-Beiträge vor der Veröffentlichung von Anwälten überprüfen lassen müsse. Der mit Selbstbewusstsein nicht rar Bedachte ignorierte das, es folgten Abmahnungen.

Musk selbst spricht lieber über anderes. Etwa über jene 120 Stunden, die er pro Woche arbeite, wie er die New York Times wissen ließ. Seit dem Jahr 2001, als er mit einer Malaria-Erkrankung eine Woche lang bettlägerig war, habe sich Musk nicht mehr als eine Woche freigenommen. Hartnäckig hält sich nicht zuletzt die Erzählung, Elon Musk würde gerne mal mit dem Schlafsack in der Tesla-Fabrik schlafen.

Das Bild des Vielarbeiters unterstreicht auch sein unternehmerischer Fußabdruck. Mit dem Raumfahrtsunternehmen Space X will Elon Musk Menschen auf den Mars bringen, die Boring Company soll innovativer Tunneltechnologie zum Durchbruch verhelfen. Dafür notwendiges Kleingeld scheint vorhanden. Als der von Musk mitbegründete Bezahldienst Paypal 2002 an Ebay verkauft wird, steigt er als größter Anteilseigner gut aus. Heute schätzt Forbes sein Vermögen auf 130 Milliarden Euro.

Paypal, SpaceX, Tesla: Elon Musk: Der Weg zum Milliardär

Pretoria

Elon Musk wird am 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern lebt er bei seinem Vater und Besuchte während des Apartheidregimes die englischsprachige Pretoria Boys High School.

By Original photo by Leo za1, perpective corrected, highlights and contrast modified by Slaunger. (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Queens University

1989 zieht er nach Kanada und schreibt sich an der Queens University ein. Durch seine kanadische Mutter erhält er die kanadische Staatsbürgerschaft.

By Shin (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

University of Pennsylvania

Nach zwei Jahren an der Queens University wechselt Musk an die University of Pennsylvania, wo er den Bachelor in Physik und in Wirtschaft macht.

By The original uploader was MatthewMarcucci at English Wikipedia (Transferred from en.wikipedia to Commons.) [Public domain], via Wikimedia Commons

Stanford University

Danach will er an der Stanford University in Kalifornien weiterstudieren, bricht das Programm allerdings nach zwei Tagen ab, um sein erstes Unternehmen zu gründen.

By Jrissman (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Zip2

1995 ruft Elon Musk zusammen mit seinem Bruder Kimbal das Internet-Startup Zip2 ins Leben. Es ist eine der ersten Umsetzungen der "Gelben Seiten" ins Internet. 1999 wird das Unternehmen für 307 Millionen US-Dollar an Compaq verkauft. Musk erhält für seinen Sieben-Prozent-Anteil 22 Millionen US-Dollar.

archive.org

Paypal

Im März 1999 investiert Musk zehn Millionen US-Dollar und gründete das Fin-Tech X.com. Ein Jahr später wird es mit dem u.a. von Peter Thiel gegründeten Confitiy fusioniert. Aus der Fusion entsteht Paypal, das 2002 von eBay gekauft wird. Musk erhält damals rund 165 Millionen US-Dollar.

AP (PAUL SAKUMA)

SpaceX

Bereits 2001 will Musk sich dem Weltraum zuwenden. Doch die aktuelle Raketentechnik der Zeit erscheint ihm zu teuer. 2002 gründet er mit 100 Millionen US-Dollar das Unternehmen SpaceX. Mit dem Ziel, Weltraumflüge günstiger zu machen. 2006 kann er einen Vertrag mit der NASA abschließen, 2008 bringt eine Falcon 1 als erste private Rakete einen Satelliten ins All.

AP (Jae C. Hong)

Tesla

Tesla wird 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Sowohl Elon Musk als auch sein Bruder Timbal gehören zu den ersten Investoren des E-Auto-Bauers. Nach der Finanzkrise 2008 übernimmt Musk endgültig die Leitung von Tesla und entwickelt des Produktportfolio laufend weiter. Inzwischen baut Tesla nicht nur Autos, sondern auch Ladestationen, Wand-Akkus, Megabatterien und Ladestationen. Musk besitzt rund ein Fünftel der Aktien von Tesla, die knapp 20 Milliarden US-Dollar wert sind.

AP (Paul Sakuma)

Solarcity

2006 stellt Musk das Startkapital für den Solar-Ausrüster SolarCity zur Verfügung. 2012 gibt das Unternehmen bekannt, mit Tesla zusammenzuarbeiten, um erneuerbare Energie auf Häusern marktfähiger zu machen. 2016 wird  SolarCity schließlich für 2,6 Milliarden US-Dollar an Tesla verkauft. Durch seinen 22-Prozent-Anteil verdient Musk mit dem Deal rund 572 Millionen US-Dollar.

Solarcity

Hyperloop

2013 stellt Musk ein Konzept vor, Züge in Vakuumröhren mit Überschallgeschwindigkeit transportieren zu wollen. Er nennt es Hyperloop. Um die Entwicklung voranzutreiben, wird das Design und der Antrieb unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Mehre Unternehmen arbeiten an Konzepten. Im Juli 2017 schreibt Musk, er hätte die Zustimmung der Regierung, eine Strecke zwischen New York und Washington D.C. zu bauen.

By Okras (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

OpenAI

Elon Musk hat eine klare Meinung zu künstlicher Intelligenz: Sie könnte gefährlich für die Menschheit werden. Deshalb ruft  er 2015 OpenAI ins Leben. Eine Organisation, die sich mit der Entwicklung einer freundlichen künstlichen Intelligenz beschäftigt.

Openai.com

Neuralink

2016 folgt die nächste Firmengründung für Musk: Neuralink soll eine physische Verbindung zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern entwerfen.

neuralink.com

Boring Company

Wesentlich mehr Aufsehen erregt 2016 die Gründung der Boring-Company. Mit ihr will Musk Städte untertunneln, um so den Straßenverkehr zu entlasten. Eine Art Öffi-System für Autos. Seit der Gründung steckt Musk sehr viel Zeit und Energie in die Bewerbung der Firma. Ein Mittel ist Merchandising. So konnte er 50.000 Boring-Kappen verkaufen.

Boring Company
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argus13
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Musk

for dusk! Es ist schon schlimm genug, wenn er mit seinen Teslas die Umwelt (Akkus produzieren und entsorgen!) und Menschen (Produktion) ausbeutet. Nun will er die Welt beherrschen mit seinen Satelliten und Allmissionen Macht ausüben. Wozu brauchen wir das? Offensichtlich begreifen viele nicht welche Gefahr dieser Musk und seine Konsorten (Google, FB....) sind. Wir sind heute schon gläserne Menschen, was schon Orwell vorausgesagt hat. Die bisherigen Diktatoren sind harmlos gegen diese Weltbeherrscher!

markus144
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"Seine Mission ist der Mars"

Sensationell, dass wir unseren Planeten immer mehr zerstören und anstatt wirklich daran zu arbeiten ihn zu retten, suchen wir schon Mittel und Wege den nächsten Planeten zu besiedeln und dann vermutlich auch wieder auszubeuten und zu zerstören. Man kann nur für das gesamte Universum hoffen, dass es der Menschheit niemals gelingt andere Planeten dauerhaft bewohnbar zu machen...

beneathome
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Schein und sein!

Die falschen geben leider meistens den Takt an. Weil der gierige Mensch nur mehr nach mehr Geld und Anerkennung strebt und dabei vergisst, dass er einen physischen Körper hat, der mitunter ein Produkt von millionen Jahren evolutionärer Entwicklung ist. Da hilft auch die verlogene digitale Meinungsdiktatur eines skrupellosen Verrückten nichts. Das ist leider kein Visionär, sondern eher Einer, der mit den Chinesen zu vergleichen ist. Gefährlich ⚠️