Ultimative Bestrafung?"Eintrittstests im Handel wären so, als ginge man mit Skianzug ins Freibad"

Handel warnt vor Testpflicht: "Würde zwei Drittel der Umsätze kosten". Handelsverband spricht von "ultimativer Bestrafung".

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Während der drei Lockdowns betrugen die Umsatzverluste laut Handelsverband fast eine Milliarde Euro pro Woche
Während der drei Lockdowns betrugen die Umsatzverluste laut Handelsverband fast eine Milliarde Euro pro Woche © APA/dpa/Oliver Berg
 

Die Bundesregierung will heute das weitere Vorgehen in der Coronakrise bekanntgeben. Im Raum steht eine Testpflicht für den Handel, wie man sie schon von den persönlichen Dienstleistern kennt. Ausgenommen sollen Geschäfte für den täglichen Bedarf sein. Die Branche ist dagegen. Zutrittstests im Non-Food-Handel wären "die ultimative Bestrafung" und seien wissenschaftlich nicht haltbar, verweist der Handelsverband auf AGES-Clusteranalysen.

"Zwei Drittel aller Umsätze gingen verloren"

Die meisten Infektionen finden demnach im Haushalt und in der Freizeit statt. Durch eine Testpflicht würde der Non-Food-Handel zwei Drittel der Umsätze verlieren, sagte Handelsverband-Geschäftsführer, Rainer Will, am Montag. Vielerorts würde sich ein Offenhalten damit wirtschaftlich nicht mehr rentieren. Mehrere Studien würden zeigen, dass Einzelhandelsgeschäfte nicht zu den Orten zählen, die mit einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko verbunden sind.

Rainer Will: "Vielerorts würde sich ein Offenhalten damit wirtschaftlich nicht mehr rentieren"
Rainer Will: "Vielerorts würde sich ein Offenhalten damit wirtschaftlich nicht mehr rentieren" Foto © Handelsverband

"Eintrittstests im Handel wären so, als würde man mit dem Skianzug ins Freibad gehen. Das schützt zwar vor der Kälte, macht aber fast niemand", so Will.

Seit Beginn der Coronakrise mussten 22.500 österreichische Geschäfte insgesamt bis zu 90 Einkaufstage geschlossen halten. Während der drei Lockdowns betrugen die Umsatzverluste laut Handelsverband fast eine Milliarde Euro pro Woche.

Kommentare (64)
gberghofer
2
4
Lesenswert?

Der Handel müsste eigentlich selber für strenge Maßnahmen sein.

Je eher ist der Spuk vorbei. Da melden sich wieder Leute deren Posten in Frage zu stellen ist. Meiner Ansicht sind sie entbehrlich.

Visionen2021
0
5
Lesenswert?

und sie wissen nicht was sie tun

Antigen oder PCR - Tests in regelmäßigen Abständen finde ich sinnvoll.

Eines sollte dieser Truppe aber auch klar sein - vielleicht auch deren Experten - es gibt nun mal keine 100 %ige Sicherheit.

Auch wenn die ganzen (selbsternannten) Experten, die bisher keiner kannte, anscheinend den standardisierten Menschen herbeisehnen, wird das Leben gefährlich bleiben - keiner ist aus dem Leben noch lebend rausgekommen, oder?

Bei Einhaltung der Maßnahmen - Maskentragen, Abstand einhalten, Hygienemaßnahmen - ist viel erreicht.

Bei einer Fähigkeit - und dazu gehört auch menschliche und charakterliche Größe - müsste ja auch schon den Regierungsdarstellern - eine perfekt inszenierte Pressekonferenz und Message Control ist noch keine Strategie - schon langsam dämmern, irgendetwas läuft nicht rund.

Warum werden Maßnahmen nicht evaluiert und wenn schon klar ist, dass etwas den gewünschten Zweck nicht erreicht, nachgebessert oder ein neuer Weg beschritten.

Von einer Problemlösung sind wir Galaxien entfernt - es wird nach Schuldigen gesucht - wer hat zu wenig Impfstoff bestellt, wer hat etwas anderes falsch gemacht - um von eigenen Schwächen abzulenken.

Nun ja, eines wurde geschafft - sobald diese Pandemie - vorbei ist, wird eine wirkliche Krise kommen - Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, Geldentwertung und Schuldenkrise. - Wo ist ein Konzept, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann? Mit noch mehr nicht vorhandenem Geld sicher nicht.

ralfg
4
4
Lesenswert?

..

was soll denn unsere Regierung großartig machen. Es gibt bei uns Impfverweigerer, Testverweigerer, andere Maßnahmenverweigerer, zusätzlich stehen wir wegen der EU blöd da mit Impfstoff.
Bei uns ist das Problem das die ganze Coronathematik zu sehr politisiert wird. Jede Lobby versucht Ausnahmen zu bekommen. Dabei gehört ein Gremium aus med. Experten her, das Maßnahmen beschließt und die Regierung setzt diese um ohne das für irgendwelche Sparten ausnahmen getroffen werden. Weiters gehört effizient durchgeimpft und die Regierung sollte jetzt schon an Gesetzen für Verweigerer arbeiten.
Man kommt nicht anders raus, alles zu bis ein gewisser Prozentsatz durchgeimpft ist.

nightflyer66
2
0
Lesenswert?

Unsere Regierung...

.... könnte endlich dafür sorgen, dass genügend Impfstoff zur Verfügung steht.
Zeit wird es...

Summerrain777
7
13
Lesenswert?

Zufriedenheit

Das Jammern geht mir schon so auf die E......, als ob es nichts Wichtigeres gäbe. Erbärmlich so was.

PiJo
3
23
Lesenswert?

Wer profitiert davon ???

Anscheinend gibt es eine Lobby die den stationären Handel kaputt machen will und wir nur noch im Internet bestellen sollen anders kann ich mir diese geplanten Einschränkungen nicht erklären.
Amazon und Transportgewerbe freuen sich.

checker43
4
6
Lesenswert?

Es

gibt keine Lobby, die das will. Es gibt auch keinen Politiker, der das will. Ich weiß schon, die Welt wäre dann einfacher erklärbar für viele. Weil sie Covid nicht verstehen können oder wollen.

altbayer
15
13
Lesenswert?

1.000.000.000,- Euro

1.000.000.000,- Euro Umsatzverlust im Handel pro Woche!
In Österreich leben ca. 8.900.000 Menschen
1.000.000.000,- / 8.900.000,= 112,35 Euro pro Österreicher und Woche !!
90 Einkaufstage = 15 Wochen
15 Wochen x 112,35 Euro = 1.685,25 Euro Umsatzverlust.

4,33 Wochen pro Monat = 449,40 Euro Umsatzverlust pro Monat und Österreicher.
Bei einer 4-köpfigen Familie sind das ca. 1.800,- Euro Umsatzverlust für den Handel pro Monat
- geben wir Österreicher wirklich so viel GELD für den Handel aus (ohne Lebensmittel und Artikel des täglichen Gebrauchs) ?.

Ich bitte Handel - wenn jammern, dann bitte realistisch jammern !

Klaus S.
8
10
Lesenswert?

Es ist die übliche

Übertreibung und Panikmache der WKO. Der Gruß des Kaufmanns ist das Jammern! Diese Suderei geht mir schon derartig auf den S..., dass ich sicher umso mehr online einkaufe. Und damit meine ich nicht nur Amazon. Auch einheimische Händler mit Weitsicht und zukunftsorientiert bieten auf Onlineplattformen ihre Waren an. Ich denke an HEYN.at, Markta.at, Herwig Ertl, BILLA und zahlreiche regionale Produzenten, die (online)handeln, statt ewig zu jammern.

Apulio
4
34
Lesenswert?

Sollten Eintrittstest für Gastgärten kommen

würde ich auch glauben dass für Schwimmbäder Taucheranzüge vorgeschrieben werden, beides total absurd.

checker43
1
5
Lesenswert?

Nein

für Schwimmbäder gäbe es dann auch Eintrittstests, keine Taucheranzüge.

wollanig
10
50
Lesenswert?

Völlig absurd!

In jedem Supermarkt ist man näher bei anderen Kunden als im Einzelhandel. Im Möbelhaus kannst eine Stunde herumspazieren, ohne einem anderen auf 10 Meter nahe zu kommen und dafür einen Test? Geht` s noch?

DavidgegenGoliath
17
24
Lesenswert?

Wer sind die Profiteure der Coronakrise?

Denkt einmal nach!

hausverstand58
0
1
Lesenswert?

unsere Politiker

die haben sich schon voriges Jahr an div. Firmen beteiligt

checker43
11
12
Lesenswert?

Profiteur

ist ungleich Verursacher. Denk mal nach. Falls möglich.

FB4
2
11
Lesenswert?

Naja,

China?

checker43
2
1
Lesenswert?

Erstens

hat China auch gelittet unter den dort viel härteren Lockdowns und zweitens kann China die Blödheit unserer Virenschleudern nicht steuern.

Morbid
35
20
Lesenswert?

Ich habe natürlich....

...Verständnis für all jene die Inhaberin eines, z.B. Modegeschäftes sind oder dort arbeiten.. Aber sehen wir doch den Tatsachen ins Auge. Braucht es, und so stellt es sich für mich dar, an jeder Ecke in Graz eine Modeboutique. Unabhängig von der Pandemie leben die meisten von uns weit über jenes Maß, dass für unserer Umwelt gut ist. Und es wird nicht besser, wenn Mann oder Frau jedes Wochenende schoppen geht, dass Gekaufte 2-3 Mal trägt und es dann im Müll landet. Die Frage der Arbeitsplätze welche verloren gehen ist berechtigt...aber in vielen Sparten, wie zum Beispiel der Pflege, wird händeringend nach Fachpersonal gesucht. Eigentlich hatte ich gedacht, dass uns das Virus gelehrt hat was wirklich wichtig im Leben ist. Offenbar habe ich mich getäuscht.

Klaus S.
4
3
Lesenswert?

Es wird höchste Zeit

dass der Markt der Fetzentandler bereinigt wird.

hansi01
2
14
Lesenswert?

Und, arbeiten Sie schon in der Pflege?

Wenn ich einmal bedürftig bin möchte ich von jemanden gepflegt werden der es aus Herzen tut und nicht weil er nicht mehr im Verkauf arbeiten kann.

lieschenmueller
1
10
Lesenswert?

Das wäre für Sie wohl ein angedachter "Idealzustand", man sucht sich das aus, was für einen als nicht sehr nötig empfunden wird, und dieser Anteil soll dann "in die Pflegeberufe"

Funktionieren müsste es halt.

Und das kann es nicht, weil man eine gewisse Berufung für Pflegeberufe braucht, die man hat oder nicht. Probieren könnte man es unter Umständen, um es exakt beurteilen zu können. Also eine Art "Schnupperzeit". Bei der niemand zu Schaden kommen könnte, also derjenige, an dem man es "ausprobiert".

Und sieht man sich z.B. bei Krankenpflegern um, jetzt besonders in der Corona-Zeit, ausgebrannt sind sie. Plus extrem nahe an der Infektion, vor der man sich trotz aller Maßnahmen nicht immer gänzlich schützen kann, wenn man direkt an der Front ist.

Vor einem Jahr haben wir noch alle applaudiert. Anerkennung ist zwar schön, aber kaufen kann man sich auch nichts davon. Insbesondere wenn das so eine Mitmach-Sache ist, die so schnell abflaut wie sie gekommen ist. Das Virus könnte sich ein Beispiel nehmen und genauso flott verschwinden. Tut es leider nicht.

Morbid
3
5
Lesenswert?

Ich gebe...

.... Ihnen vollkommen recht, dass der Pflegeberuf nicht jedermanns/jederfraus Sache ist. Es war lediglich ein Beispiel dafür wie jemand sich beruflich umorientieren könnte.

freeman666
5
28
Lesenswert?

Wäre der vollkommen falsche Ansatz.

Im Handel sind die Infektionen (zumindest wenn man der AGES und diversen Studien glauben schenkt) minimal.
Also nutzt diese Maßnahme nichts, abgesehen den Aktionären von Amazon.
Die jetzigen hohen Infektionszahlen sind hauptsächlich im privaten Umfeld entstanden.
Laut Polizei sind es die speziellen Gegenden mit extrem hohen Bevölkerungsanteil aus anderen Kulturkreisen, die derzeit explodierende Fallzahlen aufweisen.
Auch auf den Intensivstationen ist der Anteil ebendieser Menschen überdurchschnittlich hoch. (Siehe Interview mit Intensivmediziner in der Presse)
Das Problem: diese Fakten vertragen sich nicht mit der politischen Korrektheit.
Trotzdem muss man der Wahrheit in Pandemiezeiten ins Auge schauen und ungeachtet dessen die Probleme bewältigen.
Also noch mehr Aufklärung und motivierende Maßnahmen in dieser Bevölkerungsschicht?
Genauso wie ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen geschützt worden sind, verdienen auch diese Menschen einen besonderen Schutz.
Wer diesen Text (und da wird es sicher welche geben) als ausländerfeindlich liest irrt, welche Lösung könnte es geben diesen Menschen zu helfen ohne ausländerfeindlich oder diskriminierend zu wirken?
Den Handel defacto zudrehen wird nichts an den steigenden Zahlen ändern.
Einen Brand löscht man auch nicht indem man im Nachbarort den Feuerlöscher verspritzt.

X22
0
0
Lesenswert?

Der Artikel in der Presse sagt auch warum der Anteil höher war und um welche Leute (Balkanstaaten, Südpolen und der Türkei)es sich handelt

und sie sagen auch nicht wie alt der Artikel ist (28.11.2020 ) und es sich auch um Reiserückkehrer handelt, beengte Wohnverhältnisse, Sprachbarrieren, ...

Und zig Studien können ihnen zeigen warum es Menschen in prekären Situationen (Wohnverhältnisse, Verdienst, ....)
zumindest Migranten aus anderen Kulturkreisen (Polen?, Balkan?)

Eben so sieht der Alltagsrassimus aus, so verhält er sich, sie sollten nicht die Frage stellen, sie sollten begründet die Situation dieser Menschen beschreiben ohne mit dem Finger daraufzuzeigen, da es schon längst bekannt ist, dass sozial Ausgegrenzte mit einer fast 50% höheren Wahrscheinlichkeit eine Infektion (nicht nur bei Corona) bekommen

checker43
15
5
Lesenswert?

Die

AGES hat dazu keine Studien gemacht. Die geht da nach dem Prinzip "The absence of evidence is the evidence of absence" vor. Außerdem gingen die Zahlen nach der Öffnung von Schulen und Handel nach oben, sonst hat nichts aufgemacht. Dürfte also doch eine Rolle spielen.

freeman666
2
4
Lesenswert?

@checker

Hier der Originatext der AGES Homepage:
Im Auftrag des Gesundheitsministeriums ist es Aufgabe der AGES, durch epidemiologische Abklärungen jedes Ausbruchs und somit auch des COVID-19-Ausbruchs, Quellen der Infektion bzw. Übertragungsketten der Fälle zu identifizieren. Dabei gilt es, den Erkrankungsbeginn der laborbestätigten Fälle auf einen Tag, der infektionsepidemiologisch am wahrscheinlichsten ist, einzuengen, sowie auch epidemiologische Zusammenhänge zwischen den Fällen zu identifizieren.

 
Kommentare 1-26 von 64