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Lockdown bis rund um OsternWirte und Hoteliers üben Kritik: "Viel Hoffnung zerstört"

Gastrobranche von Regierung von verlängertem Lockdown enttäuscht. Gastro-Sprecher Pulker: "Bittere Pille". Wirte wollten fixes Datum fürs Aufsperren.

© APA/Georg Hochmuth
 

Die Wirtshäuser und Restaurants in Österreich bleiben bis Ostern zu. Für die Branche und ihre rund 300.000 Mitarbeiter eine "bittere Pille", wie Gastronomie-Sprecher Mario Pulker von der Wirtschaftskammer Österreich am Montagabend nach der Pressekonferenz der Regierung zur APA sagte. Offen blieb auch, ob die Gastronomen rechtzeitig für das Ostergeschäft aufsperren dürfen oder erst danach. Pulker kritisierte den Umgang mit den 75.000 betroffenen Betrieben.

Der Branchenvertreter erinnerte daran, dass es eigentlich hieß, man schaue, wie sich die Neuinfektionszahlen nach der Öffnung des Handels entwickeln. Jetzt sei aber trotz der für den 1. März geplanten erneuten Beratungen entschieden worden, dass der Lockdown "von Haus aus" bis Ostern, also mindestens um weitere sechs Wochen verlängert wird. "Wir können nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag geschlossen bleiben, das ist ruinös", sagte Pulker.

Mehr finanzielle Hilfen gefordert

Pulker und auch Peter Dobcak vom Wiener Gastronomie-Fachverband fordern mehr finanzielle Hilfen von der Regierung. Dobcak sagte, der Umsatzersatz in Höhe von nur mehr 30 Prozent sei zu wenig, "das geht sich nicht aus". Er kritisierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), der eine mögliche frühere Öffnung der Schanigärten und Außenbereiche "mit einer Handbewegung vom Tisch gewischt" habe. "Da ist viel Hoffnung zerstört worden", so Dobcak. Das habe sich die Branche, die immer loyal und brav alle Maßnahmen mitgetragen habe, nicht verdient. Es sei unfair, dass die Entwicklung der Infektionszahlen nicht abgewartet werde und nicht alle 14 Tage neu evaluiert werde. "Wir sind sehr enttäuscht und das Verständnis ist mittlerweile endenwollend", sagte Dobcak

Die Gastronomie hatte bereits eine Verlängerung des Lockdowns befürchtet. Die Lage für die Wirte werde immer dramatischer, es gehe um Existenzen, warnte Pulker im Vorgeld der Regierungsberatungen. Die Gasthäuser und Restaurants sind in Österreich zur Eindämmung des Coronavirus seit 2. November 2020, also seit 15 Wochen, geschlossen. Abholung und Zustelldienste sind zwar erlaubt, der Unmut werde aber von Tag zu Tag größer. Die Dauer der Schließungen und das Vertrösten um immer weitere zwei Wochen seien einfach nicht mehr vertretbar.

Die Branchenvertreter fordern ein Konzept für digitale Testkontrollen. Denn wenn es nur "Zu" und "Auf" gebe, "dann haben wir noch lange zu", sagte Dobcak. "Wenn es keine Zwischenlösungen mit Tests gibt, bis wir mit den Impfungen durch sind, sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels."

Pulker übte auch Kritik am generellen Umgang mit der Pandemie. So würden die Neuinfektionszahlen wegen der massiv steigenden Tests steigen. Außerdem verstünden seine Mitgliedsbetriebe nicht, warum sie geschlossen bleiben müssen, obwohl die Intensivstationen nicht ausgelastet seien und Covid-Patienten aus Portugal in Österreich behandelt werden.

Auch die Freiheitlichen legen sich für die Wirte ins Zeug. Der steirische FPÖ-Wirtschaftssprecher Ewald Schalk forderte am Montag eine sofortige Lockerung der Maßnahmen für die Gastronomie.

"Bittere Nachricht" für Tourismus-Branche

Seit November sind die Hotels wegen der Coronapandemie und der anhaltend hohen Infektionszahlen behördlich geschlossen - und auch am Montag nannte die Regierung in ihrer offiziellen Stellungnahme zur aktuellen Coronalage kein konkretes Öffnungsdatum. Ob ein Osterurlaub heuer möglich wird, ist damit noch in Schwebe. Fix ist jedoch, dass Gastronomie und Hotellerie im März zu bleiben. Erst in weiteren zwei Wochen soll es weitere Details seitens der Behörden geben.

"Wir werden keine Öffnungsschritte vor Ostern haben - das trifft selbstverständlich auch auf die Gastronomie zu", verdeutlichte Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Regierungspressekonferenz Montagnachmittag. Die türkis-grüne Regierung verlängert den Lockdown für die Gastronomie, den Tourismus und den Kulturbereich bis "rund um Ostern". Bis dahin gibt es keine weiteren Öffnungsschritte.

Die Situation sei durch die Corona-Mutationen immer noch sehr angespannt, hieß es auch aus dem Tourismusministerium. "Weitere Öffnungsschritte wären in der derzeitigen Situation unverantwortlich - wir können nicht riskieren, dass die Infektionszahlen wieder rasant ansteigen", so Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Für Gastronomie und Tourismus, die enorm unter dieser Situation litten, sei das "eine bittere Nachricht", räumte sie ein. "Die epidemiologische Entwicklung lässt uns hier aber keinen Spielraum." Umso wichtiger sei es nun, die Betriebe weiter zu unterstützen, so die Politikerin unter Verweis auf Maßnahmen wie Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss, Steuererleichterungen, Staatshaftungen und Überbrückungskredite für die betroffenen Betriebe.

Die Wintersaison 2020/21 ist somit gestorben. Was bleibt ist ein bisschen Hoffnung auf das Ostergeschäft Anfang April. Das ist noch nicht vom Tisch. "Wir tun alles, um gemeinsam durch diese schwierige Zeit zu kommen, damit Gastronomie und Tourismus für den Frühling und die Sommersaison eine Perspektive haben", versprach die Tourismusministerin.

"Es ist zu wenig zu sagen: wir wissen noch nichts"

"Es ist zu wenig zu sagen: wir wissen noch nichts - setzen wir uns in zwei Wochen wieder zusammen", kritisierte die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, im Gespräch mit der APA in Richtung Politik. "Wir brauchen das - unsere Mitarbeiter sind nun vier Monate zuhause, am Stück, mit 15 bis 20 Prozent weniger Gehalt und ohne Trinkgeld", erklärte Reitterer, die selbst ein Hotel in Wien führt.

Die Branche drängt auf Öffnung und verweist auf ihre Sicherheitskonzepte - regelmäßige Testungen des Personals, Desinfektionsmaßnahmen, Plexiglasscheiben und Sicherheitsabstand. "Der Abstand ist bei uns zehnmal so groß wie beim Friseur", betonte ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Die Hoteliervereinigung hat nun auch vorgeschlagen, Hotels mit Corona-Teststraßen zum Teil der Lösung zu machen. Jedes zweite Hotel sei laut Mitgliederbefragung bereit, eine eigene Teststraße einrichten. "Machen wir die Hotels zum Teil der Lösung - so geben wir Österreichs Wirtschaft eine Perspektive", so Reitterers Appell.

"Es ist komplett unklar, was jetzt kommt", bekräftigte Stanits. "Wir gehen in Richtung Forderung der raschen Umsetzung von Teststraßen - Testen, Testen, Testen!" Und das auch in den Beherbergungsbetrieben. "Wenn die Apotheken zu Tests verwendet werden können, können wir das auch", meinte der Hotelierssprecher.

Mahrer will trotzdem Öffnungsschritte noch im März

er Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ), Harald Mahrer, drängt ungeachtet der Ansagen der türkis-grünen Regierung auf weitere Öffnungsschritte noch im März. Eine Woche nach den ersten Lockerungen könne noch keine seriöse Entscheidung über weitere Öffnungsschritte getroffen werden, so Mahrer am Montagabend in einer Aussendung. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zuvor den Lockdown für Gastronomie, Tourismus und Kultur bis Ostern verlängert.

Mahrer und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf meinen, dass "mit FFP2-Masken, verschärften Abstandsregeln und den umfangreichen Testmöglichkeiten alle Instrumente vorhanden sind, um die heimische Wirtschaft etappenweise und sicher wieder hochfahren zu können". Die beiden Kämmerer, die auch Funktionen in der ÖVP haben, verweisen auf "erste Zahlentrends", die zeigen würden, dass es in der ersten Öffnungswoche bisher zu keinem signifikanten Anstieg der Neuinfektionen gekommen sei.

"Eine Öffnungsperspektive für die Betriebe bleibt das oberste Ziel. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche Überlebensfrage für viele Betriebe, sondern auch für die Menschen im Land", hieß es in der Pressemitteilung der Wirtschaftskammer. "Wir werden mit der Regierung über weitere Öffnungsschritte zeitnah verhandeln", versprachen Mahrer und Kopf ihren Mitgliedern.

Kommentare (32)
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ronin1234
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Reaktion

Warten wir mal ab wie es sich mit dem Ebolavirus entwickelt der in 2 Staaten Afrikas wieder ausgebrochen ist. Vielleicht gesellt er sich zum Coronavirus in Europa dazu. Dann haben wir erst richtige Probleme.

SANDOKAN13
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Sie lassen sich auch wie Lämmer

zur Schlachtbank führen. Wieso initieren sie keine Sammelklagen gegen die Republik mit 100 % Schadenersatz. Das würde ganz schnell eine Öffnung herbeiführen, weil der Staat die Quadrilliarden die das kosten würde einfach nicht mehr auf den internationalen Kreditmärkten auftreiben könnte

jaenner61
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wen wollen sie verklagen

das virus?

Meister Proper
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Abwägung

Es geht nicht nur einzig allein um Intensivbetten sondern um den Virus einzudämmen.
Wäre doch auch nicht gut wenn wir 14 Tage offen halten die Zahlen steigen und dann wieder zusperren.
Das einzige was wahrscheinlich hilft ist das die Immunisierung steigt und dadurch der Verlauf der Krankheit sich nicht so krass auswirkt.

Miraculix11
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Die Wirte glauben...

...wenn sie aufsperren ist alles wieder gut. Aber da irren sie sich. Die Besucherfrequenz wird noch auf 1-2 Jahre drastisch weniger sein als vor Covid. So wie die Friseure auch gerade draufkommen dass die Leute mit weniger Friseurbesuchen ganz gut leben können.

lombok
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Und das ist jetzt toll, oder wie?

Wenn man den letzten Sommer betrachtet, hatten die Wirte den Umsatz ihres Lebens. Beispiele: Erholungsregion Modriach, Gamlitz-Südsteiermark, ...

Hören Sie sich dort mal um!

Miraculix11
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Seltsame Antwort

In meinem Beitrag war keinerlei Wertung ob toll oder nicht, es war einfach meine Meinung zur Lage

Civium
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Firma Rast und

Ruh, vormittags geschlossen und am Abend zu!!

Montag bis Freitag geschlossen, Samstag und Sonntag Ruhetag!!

Lieber Gast sei nicht verdrossen wenn die ganze Woche ist geschlossen, aber glaub mir wir können nichts dazu, man verordnet uns die Ruh!!

Schönen Faschingdienstag!!

Ratte
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Ein Wochenende...

..in der Obersteiermark: viele Besuche zwischen den Nachbarn, jede Menge Schifahrer mit alkoholischen Getränken in der Hand, Überreste von nächtlichen Faschingsfeiern auf den Straßen, tratschende Leute in und vor den Geschäften.....

Und jetzt beschwert Euch mal über die richtigen....

glashaus
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Ratte?

oder? Jammern tun immer die welche stur am jahrzehnte langen Konzept festhalten. Erfolgreiche sind anpassungsfähig, siehe Onlinehandel oder Speisenabholung.

Civium
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Ja am besten wäre , man wäre nicht

geboren worden, dann hätte man nicht die Probleme!!

schulzebaue
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Wenn

Die Menschheit 30 Minuten die Luft anhält wäre die Pandemie auch in 40‘Minuten vorbei.

Ratte
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Spannende Situation...

Jeder weiß es besser, keiner macht etwas (außer reden). In diesem Forum habe ich so gut wie noch nie einen brauchbaren Vorschlag gelesen. Aber immer nur Gejammer wegen der Regierung und derem angeblichen Vorhaben, die Wirtschaft zu schädigen. Warum sie das tun sollte, hat aber bis jetzt auch noch keiner schlüssig begründet. Wäre wohl zu viel verlangt...

petflasche1956
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Aufsperren

Die sollen die Gasthäuser bis 18 Uhr aufsperren wie es in anderen Länder geht

Peterkarl Moscher
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Dummheit

Und Corona kommt erst nach 18 Uhr, blöder gehts wohl nicht !

HandaufsHerzal
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Jo mei...

...es scheint so als würde ein weiterer Teil der Bevölkerung langsam aber sicher aufwachen 🥱...

VH7F
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Absolut nicht nachvollziehbar

Ich sehe mich im März 2 Wochen in Kroatien und dann im Homeoffice?

Amadeus005
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Wenn sie es ordentlich machen

Alles gut und besser as die 10 Dilettanten, die sich im stickigen Keller niedersaufen.

Morpheus17
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Derzeit werden tws über 50.000 Test pro Tag gemacht...

im Frühjahr waren 7000. Kein Wunder, dass dadurch die Anzahl der Infizierten hoch ist. Jeder der Testet schadet der Wirtschaft, da der Kinderkanzler und der Volkschullehrer unfähig sind, die Zahlen zu deuten.

Amadeus005
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Wenn sich alle testen und ehelich in Quarantäne gehen

Dann haben wir den Virus bald los.
Wenn aber jemand aus der Krisenregion kommt und die Quarantäne mit einer Zwischenlandung umgehen will, dann nicht. Es muss nicht Paris sein. Die Zwischenlandung kann auch der Stehtisch mit ein paar Anderen in der Tanke sein.

hansi01
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Den Virus werden wir niemals los

Man muss lernen mit ihm zu leben. Er wird weiter mutieren, in schwächerer, stärkerer oder anderer Form immer dasein. Das Sars Virus gibt es seit über 20 Jahre und wird es noch viele Jahre geben. Aber wer möchte kann sich ruhig die nächste Jahre einsperren. Nur einsperren lassen ist keine Lösung.

checker43
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Glaubens

dass ein ungetesteter Infektiöser der Wirtschaft mehr nützt, wenn er nicht in Quarantäne ist und andere ansteckt? Man schaut sich schon auch die Testzahlen an, nicht nur die Positiven.

Butterkeks
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...

Es wird doch wohl nicht echt irgendwelch naive Gastronomen gegeben haben, die geglaubt haben sie können in dn nächsten Tagen wieder aufsperren?

lombok
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Was soll diese Aussage?

Friseure, Masseure usw offen????

Gastro und Hotels zu? Wie passt das zusammen?

Ich glaube, so provokante Aussagen braucht derzeit niemand von den 300.000 Dienstnehmern, die verzweifelt sind!

glashaus
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Lomi

300000 in Kurzarbeit und die Arbeitgeber bald am Golfplatz oder in Kroatien?

checker43
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Wird

bei Ihrem Friseur in geselliger Runde getrunken und nah beieinander gesessen?

 
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