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"Singles Day" in China583.000 Bestellungen pro Sekunde: Rekorde bei weltgrößter Rabattschlacht

Chinas Online-Gigant Alibaba glänzt am "Singles Day" mit starken Verkaufszahlen und meldetet einen Verkaufsrekord. Dieser ist aber nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Indes wollen auch europäische Händler, unter anderem aus Österreich, neue Kunden in China gewinnen.

Alibaba inszeniert den Singles Day als buntes Spektakel
Alibaba inszeniert den Singles Day als buntes Spektakel © AFP
 

Chinas Online-Riese Alibaba hat während der größten Rabattschlacht der Welt einen Verkaufsrekord erzielt. Wie der Konzern am Mittwoch eine halbe Stunde nach dem offiziellen Start in einem Zwischenstand mitteilte, verkaufte er im Rahmen des "Singles Day" Waren im Wert von 372,3 Milliarden Yuan (47,8 Milliarden Euro).

Anders als in den Vorjahren lockte Alibaba Kunden dieses Mal allerdings schon seit Anfang November mit Einkaufsfenstern und Sonderaktionen, die in das Ergebnis einfließen. Der Rekord ist deshalb nicht direkt mit dem Ergebnis des Vorjahres vergleichbar, als der Konzern 268,4 Milliarden Yuan umsetzte.

Das erweiterte Festival habe kleinen Unternehmen und neuen Marken mehr Möglichkeiten geboten, Verbraucher anzusprechen, begründete Alibaba das neue Konzept. Auch hätten Käufer mehr Zeit zum Stöbern.

Zwei Millionen Produkte im Angebot

Alibaba bot nach eigenen Angaben mit zwei Millionen Produkten mehr als doppelt so viele Waren auf seinen Plattformen an wie im Vorjahr. In der Spitze seien 583.000 Bestellungen pro Sekunde abgegeben worden. Auch andere chinesische Handelsplattformen rechneten am Mittwoch mit starken Verkäufen.

Der "Singles Day" am 11. November galt in China unter Studenten ursprünglich als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. 2009 begann dann Alibaba, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Konkurrenten folgten dem Beispiel.

Überschattet wurden die starken Verkäufe beim "Singles Day" für Alibaba in diesem Jahr von gleich mehreren schlechten Nachrichten, die der Konzern in den vergangenen Tagen hinnehmen musste. So stoppten chinesische Regulatoren vergangene Woche überraschend den Börsengang der Finanztochter Ant Group. Zudem gibt es Bedenken, dass die Aufsichtsbehörden in China versuchen wollen, die enorme Marktmacht von Alibaba und anderen chinesischen Tech-Firmen mit neuen Regeln einzudämmen. Der Aktienkurs von Alibaba gab an der Hongkonger Börse am Mittwoch mit 9,8 Prozent erneut deutlich nach.

250.000 Marken an Bord

Neben Elektronik- und Kosmetikartikeln erwarteten Analysten beim diesjährigen "Singles Day" eine besonders große Nachfrage nach Luxusartikeln. Da Chinesen diese vorzugsweise auf Auslandreisen kauften, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sind, deckten sie sich nun eben am "Singles Day" ein.

Alibaba hatte das Einkaufsfestival wie gewohnt am Vorabend mit einer großen Gala eingeläutet. In diesem Jahr trat Katy Perry als Stargast auf, die allerdings wegen der Corona-Pandemie nur zugeschaltet werden konnte.

Auch für Händler in Asien und Europa wird der Aktionstag wirtschaftlich immer interessanter. "Mehr als 250.000 Marken waren heuer an Bord, um den chinesischen Markt anzusprechen", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Mittwoch in einer Aussendung. "Made in Austria" spreche asiatische Kunden weiterhin an. "Österreichische Händler nehmen diesen Tag immer stärker zum Anlass, um neue Kunden zu gewinnen und Stammkunden mit besonderen Angeboten zu halten", so der Handelsverband-Geschäftsführer.

Kommentare (1)
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Mezgolits
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"Made in Austria" spreche asiatische Kunden weiterhin an.

Vielen Dank - ich meine: Und warum nicht: "Made in EU"?? Erfinder M.