Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

405.575 Personen ohne JobZahl der Arbeitslosen erstmals seit Längerem wieder gestiegen

Im Vergleich zur Vorwoche nahm die Zahl der Arbeitssuchenden in Österreich um 2177 auf rund 405.000 Personen zu. Wifo-Chef Badelt warnt vor drastischen Folgen für den Arbeitsmarkt.

THEMENBILD: ARBEITSLOSIGKEIT
© APA/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE
 

Derzeit sind 405.575 Menschen ohne Job beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet, das sind um rund 74.000 mehr als vor einem Jahr, wie das Arbeitsministerium am Dienstag bekanntgab. Im Vergleich zur Vorwoche ist die Zahl der Arbeitslosen um 2.177 erstmals seit längerem wieder gestiegen. In Kurzarbeit befinden sich 290.696 Personen, um 5.790 weniger als vor einer Woche.

Von den über 400.000 Arbeitssuchenden befinden sich aktuell 60.307 Personen in Schulung. Der Herbst und der Winter werden laut Ministerium "herausfordernd" - bisher seien saisonale Effekte "noch nicht in dem Ausmaß wie erwartet" eingetreten.

Am massivsten wird die Kurzarbeit im Bereich Warenherstellung (Industrie und Gewerbe) mit derzeit noch rund 130.000 Personen in Anspruch genommen. Im Handel, im Tourismus und in Gesundheitsberufen sind Frauen den Angaben zufolge stärker in Kurzarbeit als Männer. Mit 1. Oktober startet die dritte Phase der Kurzarbeit.

Badelt warnt

Wifo-Chef Christoph Badelt rechnet damit, dass die Coronakrise drastische Folgen für den Arbeitsmarkt hat. Vor allem, wenn die Zahl der Langzeitarbeitslosen schnell ansteigt. Er hoffe zunächst dennoch, dass Österreich nicht auf eine halbe Million Arbeitslose komme - "aber sicher ist es natürlich nicht", wie er am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal" sagte. Dass die Coronahilfen auch zu einer Verschleppung von Insolvenzen geführt haben, sei "durchaus denkbar".

Aber das sei der Preis, den man für eine rasche Intervention gezahlt habe, so Badelt. Für den Jobmarkt bestehe die große Gefahr darin, "dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen rasch wächst und wenn Menschen einmal aus dem Arbeitsmarkt draußen sind, dann hat das Folgen, die man gar nicht mehr so leicht dämmen kann", so der Ökonom.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren