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Im RealbetriebPlug-In-Hybride: CO2-Ausstoß doppelt so hoch wie angegeben

Eine deutsche Studie bestätigt nun, was in Fachkreisen längst vermutet wird. Plug-in-Hybride werden viel seltener aufgeladen, als nötig. Der CO2-Ausstoß steigt daher deutlich.

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Symbolbild © Dan Race - stock.adobe.com
 

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ist gegen eine pauschale Kaufförderung von Plug-in-Hybrid-Autos. Denn laut einer Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts übersteigt der reale Ausstoß von klimaschädlichem CO2 oft die Herstellerangaben. Besonders schlecht ist demnach die Klimabilanz der als Dienstwagen genutzten Hybrid-Pkw, weil diese im Schnitt nur ein Fünftel der gefahrenen Kilometer rein elektrisch zurücklegen.

Die Schadstoffbilanz ist bei tatsächlicher Nutzung oft deutlich schlechter als von den Herstellern angepriesen, wie eine am Montag veröffentlichte Studie unter Mitwirkung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zeigt. Plug-in-Autos würden oft nicht regelmäßig elektrisch nachgeladen.

Doppelt so viel CO2

Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß im Alltagsgebrauch deutscher Privatkäufer sind laut Studie durchschnittlich mehr als doppelt so hoch wie im offiziellen Testzyklus. Das ISI und das Council on Clean Transportation (ICCT) werteten nach eigenen Angaben Nutzungsdaten von insgesamt über 100.000 Plug-in-Hybridfahrzeugen in Europa, Nordamerika und China aus. Dabei waren die realen Werte bei Dienstwagen in Deutschland im Schnitt sogar viermal so hoch wie die Herstellerangaben, wie ISI-Ökonom und Studienautor Patrick Plötz erklärte. Unterm Strich ist die Abweichung bei den am Stromnetz aufladbaren Hybridautos damit laut ISI "sehr viel größer" als bei reinen Verbrennern.

Die Forschungsinstitute begründeten das damit, dass die Plug-in-Autos oft nicht regelmäßig elektrisch nachgeladen würden. Deutsche Privatnutzer laden demnach "statistisch gesehen lediglich an drei von vier Tagen. Bei Dienstwagen wird im Mittel sogar nur ungefähr an jedem zweiten Fahrtag geladen". Die Folge: Die privat genutzten Hybride erbringen "im Durchschnitt etwa 43 Prozent ihrer Fahrleistung im elektrischen Modus, bei Dienstwagen sind es lediglich 18 Prozent". Dadurch erhöhen sich Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß.

Die Institute nahmen die Autobauer in die Pflicht, "proaktiv" zu agieren und ihre Käufer zum elektrischen Betrieb zu "motivieren": Sie sollten möglichst die entsprechende Batteriereichweite erhöhen und zugleich die verbrennungsmotorische Leistung drosseln. Flottenbetreiber schließlich sollten ihr Budget für Tankkarten lieber dafür nutzen, Angestellten "ein einfaches und kostengünstiges Nachladen" von Firmenwagen an der elektrischen Ladestation zu ermöglichen, forderten die Forscher.

Für ihre Studie nutzten sie nach eigenen Angaben unter anderem anonymisierte Daten von Fahrern auf Online-Portalen wie Spritmonitor.de sowie "Auswertungen zu Firmenfahrzeugen, die Flottenkunden zur Verfügung stellten".

Ende der Förderung gefordert

"Diese Ergebnisse bestätigen eine ältere Studie des Umweltbundesamts, die für die Jahre 2016 und 2015 für die in Österreich neuzugelassenen Plug-in-Hybrid-Pkw eine durchschnittliche Abweichung des realen CO2-Ausstoßes um das Zweieinhalbfache feststellte", so der VCÖ am Montag in einer Aussendung. Fahrzeuge mit einer höheren elektrischen Reichweite und weniger PS (Verbrennungsmotor) sind den Untersuchungen zufolge umweltfreundlicher.

Der VCÖ fordert daher, dass nur solche Plug-in-Hybride eine Kaufförderung bekommen. Derzeit wird der Kauf von Hybridfahrzeugen mit 2.500 Euro gefördert, zudem sind sie bei der Normverbrauchsabgabe und der motorbezogenen Versicherungssteuer steuerlich begünstigt. Auch da verlangt der VCÖ Änderungen.

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Danke für Ihr Verständnis.

oekoLogisch
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Ein guter Diesel

macht unter Umständen weniger CO², als ein Benziner-Hybrid. Denke da an unseren Peugeot 508, fahren mit 5,2 l/100 km. Das große Problem am Diesel sind die Stickoxide. Und vielleicht der Feinstaub.
Nun ist es so, dass Stickstoffeinträge aus der Luft das Waldwachstum fördern können, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Stickstoffeinträge aus der Luft vor 40 - 60 Jahren lagen bei ca. 5 kg Reinstickstoff/ha/Jahr. Mittlerweile liegen sie speziell in der Nähe von Ballungszentren teilweise schon bei 25 kg. Bäume leben in Symbiose mit Mykorrhizapilzen. Diese leben einerseits vom Zucker der Bäume, und stellen dem Baum Wasser, Mineralstoffe und Spurenelemente zur Verfügung. Leider beginnen die bei ca. 13 kg Stickstoffeintrag abzusterben. Klimaextreme mit Trockenheit und keinem Pilz führen noch schneller zu Borkenkäfer und co. Also wir müssen weg vom Diesel, wo es möglich ist! Ob Wasserstoff, Elektro oder Hybrid, alles ist besser als Diesel aus Erdöl.

oekoLogisch
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Falls das noch wer liest?

2 Daumen runter? Befasst sich wer mit Wissenschaft? Oder hat jeder seine eigene Version von Klimaschutz? Sicher ist nicht CO² alleine der Klimakiller oder Methan oder zu hohe Stickstoffeinträge..... Tatsache ist wir sollten in Zukunft möglichst wenig fossile Brennstoffe verbrauchen um vielleicht doch noch die Umwelt zu retten. Dazu können auch Plug in Hybride beitragen, sofern sie nicht total übermotorisiert sind. Häufig werden Kühe als die Klimakiller schlechthin dargestellt wegen der Methanausscheidung. Tatsache ist dass sie mit 4 % dazu beitragen, jedoch undichte Gaspipelines oder aufgehender Permafrost, beides verursacht durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, in einem sehr hohen Maß Methan freisetzen. Es liegt an Medien, objektiv an die Sache ran zu gehen und nicht irgendwelche Fakes zu verbreiten. Wichtig sind dazu wissenschaftliche Erkenntnisse so aufbereitet, dass sie auch der einfache Mensch versteht!

FySy
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Bravo

Ja und das finden die Grünen super und wird gefördert. Bravo für diese tolle Umweltinitiative. Aber Diesel ist schlecht. Alle verblendet.

Marken83
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verbrauch

ich fahre selber einen hybrid antrieb. elektroantrieb hätte ich mir nicht gekauft, zu kompliziert mit den reichweiten und verschieden ladepreisen. kenne einige die abgezokt wurden. fahre mit meinem sehr sportlichen hybrid fahrzeug mit einer gesamtleistung von 460 ps mit einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 7 Liter auf die letzten 20000 km. ohne hybrid wären es rund 11. also was soll da schlecht daran sein. der elektrische fahrbetrieb liegt bei rund 30%.

stprei
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Lieber

Lieber 43% elektrisch gefahren als 0%, hätt ich jetzt mal gesagt.

Aber anscheinend ist es beim Auto eine schwarz (alles mit Verbrenner ist pfui) oder weiß (Elektro ist die Zukunft) Frage. Die Studie punktet aber wieder mit No-na-net-Antworten wie mehr Elektroreichweite hilft bei weniger CO2-Ausstoß. Weniger PS brauchen weniger Sprudel. Dafür brauch ich aber keine Studie.

Ohne die Brückentechnologie Plugin-Hybrid würde ich nicht auf das E-Auto umsteigen. Zu groß sind die Nachteile, zu schlecht das Ladenetz, zu unübersichtlich die Tarifstruktur. Und als Zweitwagen ein E-Auto anzuschaffen ist wohl übertriebener Luxus, wenn man sich die Preise anschaut.

melahide
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Mit

der Tarifstruktur haben sie mehr als recht. Das Unding mit Ladekarten und Roaming-Gebühren kann sich nur der geneigte Österreicher ausdenken. Wenn ich daheim nicht laden könnte hätt ich mir auch kein E-Auto gekauft

scionescio
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Ich kenne Fahrer von Plug-In Hybriden, die noch nie geladen haben und nur wegen der steuerlichen Vorteile einen Hybrid haben ...

... da ist das Ladekabel noch in der Originalverpackung !
Da für brauchen sie wegen des höheren Gewichts mehr Sprit und erzeugen unnötigen Sondermüll (Akku).

DukeNude
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kenne auch 2

meinen Nachbarn mit einem Volvo XC60 und einen Arbeitskollegen mit Range Rover. Beides riesengroße Schüsseln mit extra Gewicht und keine Steckdose weit und breit je zu sehen.

Mezgolits
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Derzeit wird der Kauf von Hybridfahrzeugen mit 2.500 EUro und

mit steuerlichen Begünstigungen gefördert. - Vielen Dank - ich meine:
Der nächste Korruptionsfall = der unrechtmäßige Machtmissbrauch
für die unrechtmäßige Vorteilgewährung von unwirtschaftlichen
und weit umweltschädlicheren Hybrid-KFZ für Hybrid-KFZ-Be-
geisterte und Günstlinge in der Hybrid-KFZ-Branche - zum
Nachteil aller steuerpflichtigen Personen. Erfinder M.