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Dow Jones minus 10 %Wall Street mit dem schlimmsten Handelstag seit 1987

Die US-Börsen sind am Donnerstag belastet von steigender Verunsicherung durch das Coronavirus mit massiven Einbrüchen aus dem Handel gegangen.

© APA/AFP/Bryan R. Smith
 

Der US-Aktienindex Dow Jones hat angesichts der Coronavirus-Krise knapp zehn Prozent verloren und damit den schwersten Einbruch seit 33 Jahren erlitten. Verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie lösten an den Finanzmärkten teils panikartige Verkäufe aus. Der New Yorker Handel wurde aufgrund dramatischer Verluste im Eröffnungshandel zwischenzeitlich für 15 Minuten unterbrochen.

Der Dow Jones Industrial Index rutschte um dramatische 2.352,27 Punkte oder 9,99 Prozent auf 21.200,95 Einheiten ab und erlitt damit den schlechtesten Handelstag seit dem "Schwarzen Montag" im Jahr 1987. Der S&P-500 Index brach um 260,75 Punkte oder 9,51 Prozent auf 2.480,63 Zähler ein. Der Nasdaq Composite Index fiel um massive 750,25 Einheiten oder 9,43 Prozent auf 7.201,80 Zähler. Damit geht der Donnerstag als einer der schwärzesten Tage in die US-Börsengeschichte ein.

"Verwirrende" Trump-Aussagen

US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend angekündigt, die Grenzen für Reisende aus Europa für 30 Tage zu schließen. Gleichzeitig warf er der EU vor, nicht genug gegen die Coronavirus-Krise getan zu haben. Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank nannte die Aussagen Trumps "verwirrend". An den Märkten habe man auf die Ankündigung stimulierender Impulse für die US-Wirtschaft gesetzt - vergeblich. Analyst Edward Moya vom Broker Oanda sprach von "großer Frustration darüber, dass die Regierung keinen Plan zur Bekämpfung des Virus zu haben scheint". Die Wirtschaft des Landes steuere deshalb nun auf eine Rezession zu.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet die Virusausbreitung inzwischen als Pandemie. Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus hat der Bundesstaat New York Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen ab Freitag vorübergehend untersagt. Die Stadt New York rief den Ausnahmezustand aus. Bereits am Vortag hatte die US-Regierung einen Einreisestopp für Europäer verhängt.

Die New Yorker Filiale der Federal Reserve (Fed) hat neue Liquiditätsspritzen für Banken angekündigt. Die Währungshüter teilten am Donnerstag mit, unter anderem neue sogenannte Repo-Geschäfte aufzulegen. Ein dreimonatiges Geschäft im Volumen von 500 Milliarden Dollar (447 Mrd. Euro) werde noch am Donnerstag auf den Weg gebracht, ein weiteres einmonatiges in gleichem Umfang am Freitag. Die Leitindizes in New York hatten darauf mit einer kurzfristigen Erholung reagiert, rutschten aber schnell wieder auf die Verlustniveaus aus dem Eröffnungshandel.

Aktie von Boeing extrem unter Druck

Bei den Einzelwerten ging es für zahlreiche Kurse im zweistelligen Bereich abwärts. Besonders stark litten die Aktien des Flugzeugbauers Boeing, die um 18,11 Prozent tiefer aus dem Handel gingen. Analyst Seth Seifman von JPMorgan glaubt, dass die Coronavirus-Krise zu Auftragsverschiebungen und -stornierungen seitens der Fluggesellschaften führen werde. Vor diesem Hintergrund könnte der Flugzeugbauer die Dividende kürzen, schrieb er.

Wegen des erneut unter Druck kommenden Ölpreises zeigten sich auch Aktien von Öl-Konzernen und Ölfeldausrüstern deutlich im Minus. Im Dow Jones gaben Chevron und ExxonMobil jeweils 8,15 und 11,43 Prozent ab. Die Aktien des Chemiekonzerns Dow Inc. schlossen mit einem satten Minus von 15,43 Prozent.

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