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Wirtschaft im Krisenmodus ATX mit Rekordverlust, Wall Street mit tiefstem Fall seit 1987

EZB forciert das Anleihenprogramm +++ Flughafen Wien plant Kurzarbeit +++ Wall Street setzt Handel aus +++ ATX mit Rekordverlust +++ Lenzing ist im Hygienebereich "mehr als ausverkauft".

Weltweit sinken zurzeit die Börsenkurse
Weltweit sinken zurzeit die Börsenkurse © APA/AFP/Bryan R. Smith
 
  • EZB lässt Zinsen unverändert, forciert aber den Kauf von Wertpapieren.
  • Die New Yorker Aktienbörsen haben am Donnerstag den schwächsten Handelstag seit dem "Schwarzen Montag" im Jahr 1987 erlitten. Der Dow Jones brach um dramatische 2.352,27 Einheiten oder 9,99 Prozent auf 21.200,95 Zähler ein.
  • In Rom wird der Flughafen Ciampino ab Freitag geschlossen.
  • Der Flughafen Wien bereitet Kurzarbeit vor.
  • Banken-Stresstest wird auf 2021 verschoben.
  • Nach Pandemie-Einstufung der WHO und dem US-amerikanischen Reiseverbot brechen die weltweiten Börsenkurse ein. In Wien verliert der ATX mehr als 13 Prozent - der tiefste Fall in der ATX-Geschichte.
  • Auch der Euro-Stoxx-50 schließt mit einem Minus von 12,4 Prozent, der DAX in Frankfurt stürzt um 12,2 Prozent ab.
  • Lenzing ist im Hygienebreich "mehr als ausverkauft"
  • 400.000 Angestellte: Im österreichischen Handel wird über reduzierte Öffnungszeiten debattiert.
  • Europas größter Motorradbauer sperrt für zwei Wochen zu.

Österreich hat seine Reisewarnungen drastisch erhöht: "Alle Länder weltweit werden auf 'Hohes Sicherheitsrisiko' (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt", teilte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Donnerstagabend mit. "Das ist ein außergewöhnlicher aber notwendiger Schritt, den wir heute Abend gesetzt haben."

Mit viel Spannung wurde heute auf die Europäische Zentralbank (EZB) geblickt. Diese gab zunächst bekannt, weder Einlagen-Strafzins (0,5 %) noch Leitzins (0,0 %) zu ändern. Gleichzeitig plant die EZB aber mehr Anleihekäufe und will so für zusätzliche Liquidität sorgen. Bis Ende des Jahres sollen zusätzliche Wertpapierkäufe um 120 Milliarden Euro getätigt werden. Außerdem ist ein Kreditprogramm für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) geplant. Mehr dazu lesen Sie hier.

Flughäfen werden zugesperrt, Kurzarbeit in Wien

Auch anderswo sorgt der Ausbruch des neuartigen Coronavirus für Verwerfungen in der Wirtschaftswelt. So wird der römische Flughafen Ciampino ab Freitag geschlossen. Der Beschluss wurde von der Betreibergesellschaft der römischen Flughäfen ADR infolge der Einstellung Dutzender Flüge von und nach Italien wegen der Coronavirus-Pandemie beschlossen.

>> Alle globalen Entwickungen zum Coronavirus im Live-Blog <<

Ab kommenden Dienstag (17. März) wird vorübergehen der Terminal 1 des größten italienischen Flughafens Rom Fiumicino geschlossen. Alle Check-In und Sicherheitskontrollen erfolgen im Terminal 3. Italien hat beschlossen, trotz der landesweiten Quarantäne nicht die öffentlichen Verkehrsverbindungen einzustellen. Flüge und Bahnverbindungen werden jedoch stark reduziert.

Beim Flughafen Wien indes sind Umsatz und Gewinn durch die Corona-Krise "schwer" betroffen, "die bisherige Guidance kann definitiv nicht erreicht werden", teilte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag mit. Es würden "Notmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs und Senkung der Kosten" umgesetzt. Insbesondere werde Kurzarbeit vorbereitet.

Banken werden erst 2021 geprüft

Europas Bankenaufseher verschieben angesichts der Belastungen für die Branche wegen der Coronavirus-Krise den für heuer geplanten Stresstest. Der Krisentest finde nun 2021 statt, teilte die europäische Bankenaufsicht EBA am Donnerstag mit. "Auf diese Weise können sich die Banken auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren und deren Kontinuität sicherstellen, inklusive Unterstützung ihrer Kunden."

Die EBA sprach sich zudem dafür aus, mögliche Spielräume der Bankenaufseher bei Kapitalanforderungen zu nutzen, um die Branche zu entlasten. Eigentlich sollten die Ergebnisse des neuen Stresstest Ende Juli veröffentlicht werden. Die EZB-Bankenaufsicht begrüßte diesen Schritt.

Wall Street setzt Handel 15 Minuten aus

Die US-amerikanische Wall Street ist nach ihren herben Vortagesverlusten am Vortag am Donnerstag erneut deutlich unter Druck in den Handel gestartet. Der Handel wurde kurz nach Sitzungsbeginn wegen der hohen Abgaben für 15 Minuten ausgesetzt. Der Leitindex Dow Jones brach um 6,8 Prozent ein.

Früh zeichnete sich am Donnerstag auch ein international tiefroter Börsentag ab, der sich später verfestigte. Der ATX in Wien etwa notiert um knapp 13 Prozent unter dem gestrigen Wert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sperrt der Handel früher zu?

Eine Auseinandersetzung um Öffnungszeiten zeichnet sich indes im heimischen Handel ab. Die Gewerkschaft will, dass Geschäfte bis maximal 18 Uhr offen haben, die Wirtschaftskammer ist dagegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Und was sagt der Handel eigentlich zu Hamsterkäufen und leeren Regalen in den Supermärkten? Man beruhigt. Mehr dazu lesen Sie hier

Europas größter Motorradbauer wiederum, die Pierer-Mobility-Gruppe, schließt wegen der "aktuell herrschenden Ausnahmesituation" rund ums Coronavirus den Betrieb und die Produktion am Stammsitz in Mattighofen (Oberösterreich) für zwei Wochen. Mehr dazu lesen Sie hier 

"Unglaublich starkes Wachstum" im Hygienebereich

Der Faserkonzern Lenzing steht der Coronovirus-Epidemie gespalten gegenüber: Einerseits habe das Unternehmen im Hygienebereich gerade ein "unglaublich starkes Wachstum", anderseits herrsche auch Verunsicherung am Markt, sagte Lenzing-Chef Stefan Doboczky am Donnerstag. Fast ein Drittel der Lenzing-Fasern geht in Produkte des Kosmetik- und Hygienebedarfs, der größte Bereich sind dabei Wischtücher.

"Hier sind wir mehr als ausverkauft", sage Doboczky bei der Bilanzpressekonferenz. Die Lyocellfaser von Lenzing wird als Vliesstoff für Artikel wie Gesichtsmasken, Abschminktücher, Tücher für die Babypflege, Inkontinenzprodukte oder feuchtes Toilettenpapier ebenso verwendet wie für Einwegbekleidung im OP-Bereich.

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

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