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400.000 Angestellte Bis maximal 18 Uhr? Diskussion um reduzierte Zeiten im Handel

Die Gewerkschaft fordert, dass die Öffnungszeiten im Handel auf 08.30 Uhr bis maximal 18.00 Uhr reduziert werden. Der Handel spricht sich gegen die Verkürzung aus. Indes lagern die großen Handelsketten so viel Vorräte ein wie möglich.

Bekommt der Handel kürzere Arbeitszeiten?
Bekommt der Handel kürzere Arbeitszeiten? © Jürgen Fuchs
 

Die geplanten Kindergarten- und Schulschließungen und dadurch entstehende Betreuungspflichten bringen viele der 400.000 heimischen Handelsangestellten in eine Zwickmühle. Die Gewerkschaft fordert nun, dass die Öffnungszeiten im Handel für die Dauer der Schulschließungen auf 08.30 Uhr bis maximal 18.00 Uhr eingeschränkt werden.

"Aus Sicht der Gewerkschaft GPA-djp ist die Situation rund um das Corona-Virus für Handelsangestellte momentan untragbar, die Telefone in der Beratung der Gewerkschaft laufen heiß", so die GPA-djp-Bundesvorsitzende Barbara Teiber am Donnerstagvormittag in einer Aussendung.

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Die Gewerkschaft drängt darauf, die Belastung für die Handelsmitarbeiter zu reduzieren. "Handelsangestellte sind einer enormen Zahl an sozialen Kontakten ausgesetzt, das Ansteckungsrisiko ist daher groß. Darüber hinaus sind es oft Frauen mit Betreuungspflichten, die aufgrund der kommenden Schulschließungen doppelt und dreifach belastet sind", sagte die GPA-djp-Chefin.

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Eine Einschränkung der Öffnungszeiten auf 08.30 Uhr bis maximal 18.00 Uhr würde im Handel ermöglichen, mit einer Schicht pro Tag auszukommen und weiterhin die Versorgung mit Produkten des täglichen Lebens für die Bevölkerung sicherzustellen. "In der aktuellen Situation gibt es keine sachliche Rechtfertigung für Öffnungszeiten bis 21 Uhr", so Teiber.

Handel gegen Verkürzung

„Der Handel ist grundsätzlich gegen jede gesetzliche Verkürzung der Öffnungszeiten“, kommentiert Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich. Insbesondere der Lebensmittelhandel sehe sich als wichtige Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit der gesamten Bevölkerung.

Für die Zeit der Schulschließungen sei es aber „vorstellbar, die Geschäfte erst um 8 Uhr zu öffnen, da das Jausengeschäft in der Früh ja wegfällt“, so Buchmüller. „Damit können wir ein Zeichen gegenüber den Beschäftigten setzen.“ Zudem könnten Unternehmen, welche am Abend länger offenhalten, darüber nachdenken, ob dies angesichts der aktuellen Situation in diesem Ausmaß notwendig ist.

Ketten füllen die Lager

Indes füllen die großen Lebensmittelketten wegen des Coronavirus vorsorglich ihre Lager. Bei der Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Penny) sind in der vergangenen Woche auch die Filialen angewiesen worden, so viele Vorräte einzulagern wie möglich, erfuhr die APA aus Großhandelskreisen. Die Umsätze und Bestellungen seien Ende Februar stark gestiegen, so der Insider.

Anlieferung verstärkt, Bestellung angepasst

Ein Rewe-Sprecher bestätigt gegenüber der APA, dass man ganz grundsätzlich nicht nur die Zentrallager sondern auch die Lager in den Filialen, "wenn räumlich möglich", mit Produkten des täglichen Bedarfs bestücke. Grund sei die verstärkte Nachfrage. Man sei gut vorbereitet, "wir haben die Anlieferung verstärkt und die Nachbestellungen der Lage angepasst - und können somit entsprechende Mengen rasch bereitstellen", so der Sprecher.

Die Supermärkte bemerken seit Ende Februar eine hohe Nachfrage bei Grundnahrungsmittel, die sich gut zur Lagerung eignen, wie Teigwaren, Fertiggerichten, Konserven, Sugo, Reis oder Mehl. Die Lebensmittelhändler betonen, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet sei. Es könne aber in den nächsten Wochen sein, dass einzelne Produkte eines Lieferanten oder eine Marke nicht erhältlich sind. Ganze Produktgruppen betreffe das aber nicht, die Grundversorgung sei gewährleistet.

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

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Kommentare (25)

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dieRealität2019
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wo sollte da ein Problem sein?

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Unglaublich aber wahr. Es war einmal: alle Einwohner der Großstadt Wien 1,7 Mion, aber auch größtenteils österreichweit hatten letztendlich mit Essen und Trinken Vergnügen Amüsements usw. keine Probleme, obwohl bis auf einige "vereinzelte Ausnahmen" die Geschäfte MO-FR um 0800 öffneten und um 1800 gesperrt wurden. Samstag größtenteils schon Mittag, Feiertags und Sonntags war geschlossen. Unglaublich das es so was gab.
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Sämmtliche Erngenschaften des Wirtschaftsgefüges standen allen Einwohner zur Verfügung. Wenn wir in diese Zeiten zurückkehren werden wir dann weniger aus dem Wirtschftsgefüge konsumieren? kann ich nicht glauben.
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Die Menschen werden sich bemühen müssen nicht andere für sich denken und zu handeln lassen, sondern schlicht und einfach ihr Leben mit allen ihren Lebenserfordernissen und somit ihre Lebensabläufe besser einzuteilen. So einfach ist das eigentlich.

dieRealität2019
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Sollte man das Heute 2020 nich wissen?

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Durch 6-7 Tage Tag und Nachtarbeitende Arbeitstätige ca. 1,5 Mionen Menschen mit ihren Angehörigen hatten sich und ihre Familien versorgt und alles in dieses Öffnungszeiten, unglaublich aber wahr.
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Natürlich der Fortschritt der Fortschritt? wurde nicht mit Maß und Ziel gewählt, sondern größtenteils wurden wir zum Nachteil unseres Lebens überholt und die "unnötigen Dinge" sind immer mehr angewachsen.
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Ich hoffe das uns derartige Geschehnisse daraus lernen lassen. Nur wenn ich zurückblicke und die heutigen Ergebnisse sehe, dann zweiffle ich daran.

lombok
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Längere Öffnungszeiten bedeuten aber andererseits

, dass sich die sozialen Kontakte auf mehr mögliche Einkaufszeit ausdehnen. Ist das nicht positiv zu sehen?

ernesto0815
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Na dann

ist es am besten die Öffnungszeiten Rund um die Uhr 24h und 7 Tage die Woche
auszudehnen - Und das Ohne Zuschläge oder Zeitausgleich und Ruhezeit Bestimmungen und wenn sich das Modell bewährt,
gleich Gesetzlich ermöglichen .

lombok
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Mah ernesto ...

Wie immer aggressiv und gleich wieder mega dazu übertreiben 😄😄😄

ernesto0815
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Da müsste die Regierung

eingreifen - der Handel wird sich in seiner unersättlichen Gier natürlich mit Hände und Füße dagegen wehren !!!

Vernümftige Menschen gehen nicht täglich wegen jeder Kleinigkeit einkaufen
Es sind bei uns aber auch immer bekannte Gesichter dabei die öfter kommen
allerdings aus Langeweile weil da könnte man ja doch noch jemanden treffen und Neuigkeiten erfahren
Glaubt mir bei einer Verkürzung der Öffnungszeiten wird keiner verhungern
und die Milliarden Umsätze von Billa Merkur Spar Hofer usw. sind auch nicht wirklich gefährdet ...........

dieRealität2019
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Das Wirtschaftsgefüge

insbesondere der Handel hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr vom 30-40igen "Überangebot" profitiert und seine Gewinnspanne damit optimiert.
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Es liegt doch in der Hand von uns Menschen Konsumenten "unnötige Geldausgaben" und "unnötigen Kauf" von Produkten zu vermeiden.
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Einerseits schreien wir, wir sind Volljährig und geistig voll zurechnungsfähig und auch handlungsfähig, aber andererseits sind wir nicht in der Lage das nahezu bereits augereizte "Überangebot" abzulehnen.

petrbaur
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man darf da nicht nur an die lebensmittelgeschäfte denken

allein die sportartikelhändel oder bekliedungsgeschäfte etc. haben mit sicherheit massiv an einbußen. wer geht denn noch shoppen bei der stimmung.. und da hängen extrem viele arbeitsplätze dran.. wenns da nicht schnell einen bechluss der regierung gibt werden viele ihre arbeit verlieren!

dieRealität2019
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Warum?

sollte sich durch die Verminderung der Öffnungszeiten der "erforderliche und notwendige Konsum" mit den Angeboten "aus allen Branchen" verändern.
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Wieso sollten weniger: Sportartikel, Lebensmittel, Luxusartikel, Bekleidung Schuhwerk Elektrogeräte Kommunikationsprodukte und und konsumiert werden?

ernesto0815
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Und weil gerade jetzt keiner Shoppen gehen sollte

Müsste die Regierung schnell reagieren damit die Dummen fernbleiben
denn diese Gruppe ist erst wenn Überhaupt - einsichtig wenn in ihrer Umgebung Fälle auftreten da gehts um eine Pandemie
Wegen den sogenannten Klimawandel sollten wir uns überall einschenken, aber für die Gesundheit nicht ?????

petrbaur
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..

so ist des da gebe ich ihnen vollkommen recht! wo ist der unterschied zwischen kassierer und studenten.. nirgends! da gehts nur darum wirtschftlich net so eine am deckel zu bekommen.. und das bleibt sowieso nicht aus.. in dem ganzen spiel gehts nur um die wirtschaft und nicht um die "ach so wichtigen" staatsbürger die sonst immer dafür sorgen das der rubel rollt

hermannsteinacher
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Der Vorschlag der GPA-djp

ist sehr vernünftig.

marktleiter
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OMG...

Das Virus reicht noch nicht...jetzt will man uns auch noch verhungern lassen :-)

Gotti1958
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Schade

Keiner versteht Sarkasmus. Leider.

Butterkeks
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...

Eine Schicht pro Tag? Es wurde wohl noch nicht mitgeteilt, dass der Großteil im Handel mittlerweile Teilzeit angestellt ist und nicht mehr Vollzeit.

Amadeus005
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Empfehlung

Einmal um 200€ einkaufen, anstatt 5 x um 40€.
Gemüse schafft schon 5 Tage.

blubl
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🐹

Das nennt man Hamster...

erstdenkendannsprechen
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nein, bis vor wenigen jahren war das auch der standard.

aber durch verfügbarkeit rennt man ja um jedes packerl milch extra.

manfred130366
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Zwischen einer vernünftigen

Vorratshaltung und Hamsterkäufen besteht aber schon noch ein großer Unterschied. Und m.E. ist es nicht verkehrt, wenn man wenigstens eine Woche überleben kann, ohne ständig zum Supermarkt laufen zu müssen. Die meisten Lebensmittel überstehen das locker :-)

Aber es gibt tatsächlich Menschen (selbst beobachtet) die wegen jedem einzelnen Joghurt zum Billa laufen....

manfred130366
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Ah, ein Joghurtkäufer

hat schon rot gedrückt :-)

Balrog206
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Des

Is wie bei vielen die um 20-30€ tanken gehen !

freeman666
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Je kürzer die Öffnungszeiten,

umso höher die Kundenanzahl die sich gleichzeitig im Geschäft befindet und umso länger die gedrängten Schlangen an den Kassen.
Ob das der Ansteckungsgefahr gut tut?
Keine Ahnung ob das tatsächlich relevant ist, aber es ist ein Aspekt.

pietrok5
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Guter Aspekt, aber

wenn man seltener einkaufen geht - nicht jeden Tag - dann geht sichs wieder aus. Es geht immer darum, an die Eigenverantwortung der Menschen zu appelieren. Sonst haben wir bald italienische Zustände, und Kunden werden nur in kleinen Gruppen in die Geschäfte gelassen.

erstdenkendannsprechen
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ja, aber wenn ich es durch das geschäft schaffen will

mit möglichst wenigen atemzügen, dann kann ich nicht so viel einkaufen...
wären sb-kassen eine erleichterung?

SagServus
1
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Guter Aspekt, aber wenn man seltener einkaufen geht - nicht jeden Tag - dann geht sichs wieder aus.

Nein, würde nichts bringen bzw. würde genau dafür ja die längere Öffnungszeit besser sein.

Weil wenn die länger ist, laufen sich auch die wenigen Leute weniger über den Weg.

Wenn man verkürzt hat man auch die wenigen Leute zur gleichen Zeit im Geschäft.