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Lohnsteuersenkung Fahrplan für Steuerreform: 1. Etappe kostet 1,6 Milliarden Euro

Lohnsteuersenkung und Ökologisierungsmaßnahmen bei Pendlerpauschale und LKW-Maut: Die Regierung will bei ihrer Klausur in Krems die erste Etappe ihrer Steuerreform konkretisieren. Details sind aber noch unklar.

© Fotolia/Marco2811
 

Die Regierung will bei der nehenden Klausur in Krems die erste Steuerreformetappe konkretisieren. Berechnungen haben ÖVP und Grüne diesbezüglich noch nicht vorgelegt. Wirtschaftsforscher orientieren sich aber an den Zahlen der alten, türkis-blauen Koalition und kommen somit auf Gesamtkosten von 5,7 Milliarden Euro. Neu hinzugekommen sind im aktuellen Regierungsprogramm Ökologisierungsmaßnahmen.

Bekannt ist bisher, dass im kommenden Jahr der Eingangssteuersatz für Einkommen und Löhne von 25 auf 20 Prozent sinken soll. Dies würde laut einer Aufstellung des Instituts EcoAustria 1,6 Milliarden (den Bund und die Länder) kosten. Ebenfalls vorgesehen sind erste Ökologisierungsschritte: die Neugestaltung der Flugticketabgabe sowie klimafreundlichere Neufassungen des Pendlerpauschale und der LKW-Maut. Hier sind die Details aber noch unklar.

Zwei weitere Schritte bei Lohn- und Einkommensteuer 

In weiterer Folge will die Regierung auch den zweiten und dritten Tarif der Lohn- und Einkommensteuer senken - und zwar von 35 auf 30 und von 42 auf 40 Prozent. Dies würde weitere 2,3 Milliarden Euro kosten und war unter Türkis-Blau für 2022 vorgesehen. Weitere 1,8 Milliarden Euro will sich die Regierung die Senkung der Körperschaftsteuer auf Unternehmensgewinne von 25 auf 20 Prozent kosten lassen (von der letzten Regierung bis 2023 eingeplant). In Summe geht es also um 5,7 Milliarden Euro.

Finanzierung auch durch "Effizienzsteigerungen"

Finanzierbar wäre die Steuerreform aus Sicht von EcoAustria-Direktor Tobias Thomas sowohl aus dem damit verbundenen stärkeren Wirtschaftswachstum, das wiederum zu höheren Staatseinnahmen führen müsste. Diesen Eigenfinanzierungsgrad beziffert Thomas mit 40 bis 50 Prozent. Den Rest würde er durch "Effizienzsteigerungen" hereinholen und verweist darauf, dass etwa das Bildungssystem in Österreich deutlich teurer sei als in den Niederlanden und Finnland, obwohl diese im internationalen PISA-Test besser abschneiden. Und auch im Gesundheitsbereich ortet Thomas Einsparungspotenzial.

Dass die viel zitierte "kalte Progression" durch die Steuerreformen sowohl der letzten als auch der aktuellen Regierung mehr als ausgeglichen wird, hat indessen die Innsbrucker Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung gemeinsam mit der Wiener WPZ errechnet. Demnach übersteigt das Entlastungsvolumen von 2017 bis 2021 (9,5 Milliarden Euro) die seither angefallene kalte Progression (7,7 Milliarden Euro). Hier werden auch der seit 2019 geltende "Familienbonus", die Senkung der Arbeitslosenbeiträge 2018 und höhere Pensionen für Geringverdiener berücksichtigt.

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Danke für Ihr Verständnis.

paddington1
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Echt jetzt?

Für manche sind 56 Euro im Monat mehr ein kleines Vermögen. Ich wüsste einige, die würden sich über diesen Betrag mehr am Konto sehr freuen. Wie hieß es früher: Wer den Groschen nicht ehrt, ist den Schilling nicht wert." Diese Weisheit gilt wohl auch in Bezug auf Cent und Euro noch. Und: Das hat nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun, sondern nur mit logischem Denken

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melahide
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Hm?

Die letzte Tarifreform 2016 brachte eine Senkung von 10 % Punkten. Das brachte bei einem Brutto von 2500 Euro ca 120 Euro monatlich mehr. Die Menschen freuten sich 2 Monate. Dann war das Geld durch die Teuerung e schon wieder vergessen.

Eine Reform wäre, die Beiträge zur Sozialversicherung zu senken (dafür Abschaffung der Höchstbeitragsgrundlage und SV Pflicht für alle Einkommen), Halbierung der Steuersätze, dafür Erhöhung der Steuer auf Finanz- Kapitalsteuern und Ökologisierung. Dann bleiben den Menschen 250 Euro im Monat

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melahide
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Freue mich schon

Die Senkung der 1. Stufe um von 25 auf 20, also 5 % bringt maximal 28 Euro „Ersparnis“ im Monat. Die Senkung der 2. Stufe von 35 auf 30 % auch max. 28 Euro. Also 56 Euro netto mehr im Monat, wenn man so ca 2600 Euro Brutto im Monat hat. Was ich damit wohl mache? Boah, 56 Euro mehr im Monat.

Kurz ist gut zu uns

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Melahide,

für viele Personen in diesem Lande sind eben ca. 500€ Steuerersparnis plus 1750€ Familienbonus pro Kind und Jahr nicht so wenig. Wenn es für Sie wenig ist, dann spenden Sie es bitte an einen karitativen Verein. Achtung: Spenden an Vorfeldorganisationen der SPÖ gelten NOCH nicht als karitativ.

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gerhardkitzer
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Sportmaster

Ja diese böse SPÖ und die für den kleinen Mann so tolle ÖVP. Das sieht ja alles so super toll aus. Vor einigen Tagen war hier ein Artikel, der etwas klarer sehen ließ. Da blieb nämlich für einen Alleinverdiener mit 2 Kindern, unter Einbeziehung sämtlicher geplanter Steuerentlastungen und unter Einbeziehung des Familienbonus, nach Abzug der kalten Progression nicht einmal € 40.- netto monatlich übrig. Wahrlich kein Betrag um einen solchen Wirbel zu produzieren. Tatsächlich profitieren werden die Großen bei der Senkung der Körperschaftssteuer. Neoliberalismus ist nicht gut für den Kleinen Mann. Habe noch die Kurz Worte von Davos im Ohr: Wachstum ist wichtiger als Zufriedenheit!

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heku49
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Erhöhung der Kinderbeihilfe ist wohl kein Thema!

Seit vielen Jahren überfällig!

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heri13
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Da verdient die Wirtschaft nichts dabei.

Das ist für den Blender kein Thema.

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gerhardkitzer
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heku49

Das liegt nicht im Interesse unseres Herrn BK. Da täten ja Arme und Reiche gleich viel bekommen. Wo kämen wir denn da hin? Er erhöht lieber den Familienbonus : da bekommen die, die ohnehin schon genug haben, ein Vielfaches von dem was der bekommt, der es ganz dringend brauchen könnte

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gerhardkitzer
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Einsparungspotential

Hab ich mir doch gleich gedacht: Einsparungen bei Bildung und Gesundheit sind möglich. Vielleicht Selbstbehalte oder so? Dieser Verein EcoAustria hat nicht zufällig etwas mit der IV zu tun?

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