Hans Kilger war heute in Graz. Der Anlass – ein wenig erfreulicher: Im Konkurs der Domaines Kilger GmbH & Co KG des Münchner Investors und Wirtschaftstreuhänders stand die erste Prüfungstagsatzung am Landesgericht für Zivilrechtssachen am Programm. Und verbunden damit die Hoffnung, Licht in die aufsehenerregende Millionenpleite, an der mehrere Betriebe in der Südsteiermark hängen, zu bringen.

Zumindest teilweise lichten sich die Nebel. Markus Graf vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) kann von ersten Zahlen berichten. Die Verbindlichkeiten liegen demnach bei 81,5 Millionen Euro, wobei einschränkend festzuhalten ist, „dass das derzeit eine Schätzung ist. Fast die Hälfte davon könnten konzerninterne Forderungen sein. Die Frage ist, wie viel sich davon durch Wechselseitigkeiten aufhebt“, erläutert Graf. Fix sind aber Bankverbindlichkeiten in der Höhe von 40 Millionen Euro.

Ein Bild aus vergnüglicheren Tagen: Hans Kilger im Jahr 2020
Ein Bild aus vergnüglicheren Tagen: Hans Kilger im Jahr 2020 © Jürgen Fuchs

Ähnlich schwer festzumachen ist der genaue Wert der Aktiva, die derzeit mit 68,6 Millionen Euro beziffert werden. Dabei handelt es sich vor allem um die Immobilien der Beteiligungen. „Es ist offen, ob diese Liegenschaften das wert sind. Wie viel sie bringen werden im Lauf der Verwertung, bleibt abzuwarten. Das Interesse ist da, sie zu erwerben“, sagt Graf.

50 Beschäftigte unmittelbar betroffen

Konkursverwalter der mittlerweile gerichtlich geschlossenen Domaines Kilger ist die Grazer Rechtsanwaltskanzlei Pacher und Partner. Unmittelbar betroffen vom Ende des Unternehmens sind rund 50 Beschäftigte. Außer der Pleite der Komplementärgesellschaft Domaines Kilger GmbH folgte bis jetzt keine der Beteiligungen – Weingüter, Gasthäuser an der Weinstraße etc. – in die Insolvenz. Das kann freilich noch passieren.

„Es wird versucht, die Betriebe bis zu ihrer Verwertung am Leben zu erhalten“, sagt Graf, „das hängt von der jeweiligen Liquidität ab.“ Unter den Liegenschaften befinden sich auch landwirtschaftliche Flächen, die weiter bewirtschaftet werden müssen. Vor allem das 80 Hektar große Weingut um das südsteirische Schloss Gamlitz.

Sicher scheint, dass es angesichts der Komplexität des Firmengeflechts ein längeres Konkursverfahren werden wird. Hans Kilger gab sich am Donnerstag jedenfalls kooperativ, sagen Beobachter, und er versucht selbst, einiges aus der Konkursmasse für sich zu retten. Sicher scheint auch, für einige betroffene Beteiligungen werden es bange Wochen und Monate, bis sie Gewissheit haben, ob und wie es für sie weitergeht.

„Veranstaltungen finden wie geplant statt“

Jedenfalls, so der zumindest von Hans Kilger und dessen Anwalt Johannes Zink ventilierte Plan, sollen das Weingut, der Jaglhof, das Schloss Gamlitz, der Stupperhof sowie die Peterquelle fortgeführt werden.

Der laufende Geschäftsbetrieb bleibt aufrecht, „Veranstaltungen und Reservierungen finden wie geplant statt“, heißt es zur Kleinen Zeitung. Auch die „Lieferfähigkeit gegenüber Handelspartnern und Kunden“ soll laut Kilger und Zink „gewährleistet bleiben“. Freilich erfolge der Betrieb „in enger Abstimmung mit dem Masseverwalter“.