Die IG Metall wehrt sich gegen den drohenden Verlust von mehr als 300 Arbeitsplätzen bei dem steirisch-bayerischen Chip- und Sensorenhersteller ams-Osram und fürchtet weitere Stellenstreichungen. Das Werk in Schwabmünchen bei Augsburg mit 270 Beschäftigten soll Ende 2027 geschlossen werden, wie das Unternehmen Ende Oktober der Belegschaft mitgeteilt hatte. Nur 60 von ihnen wird angeboten, nach Regensburg zu wechseln. In Herbrechtingen bei Ulm fallen weitere 100 Stellen weg.

Die deutsche Gewerkschaft warnte am Dienstag als Konsequenz vor einem weiteren Personalabbau in München, von wo aus das Deutschland-Geschäft gesteuert wird. Den 2800 Mitarbeitern in Regensburg drohe dagegen Überforderung. Die IG Metall will vor einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag in München gegen die Pläne protestieren.

Deutsche Gewerkschaft sieht weitere Arbeitsplätze gefährdet

„Wir sehen die schwierige Lage, in der sich Osram aktuell befindet, und erkennen den Handlungsbedarf an“, sagte die Beauftragte der IG Metall für Osram. „Doch die getroffenen Entscheidungen (...) gefährden aus unserer Sicht den gesamten Konzern und tausende Arbeitsplätze in Deutschland.“ ams-Osram beschäftigt in Deutschland rund 4500 Menschen. Ein Sprecher wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Pläne für einen Verkauf des Standorts Schwabmünchen waren zuvor geplatzt. ams-Osram produziert dort Vorprodukte, etwa für Backofen-Lampen und herkömmliche Halogen-Autoscheinwerfer, die aber zunehmend von LEDs ersetzt werden. Die IG Metall warf dem Vorstand vor, ihre Lösungsvorschläge zum Erhalt des Standorts ignoriert zu haben.