Die staatliche Telekommunikation-Regulierungsbehörde RTR hat ihr Service erweitert und ermöglicht Beschwerden nun auch für Briefsendungen. Bisher war das nur für Paketsendungen möglich. „Die bei uns registrierten Beschwerden dienen unter anderem dazu, strukturelle Probleme zu identifizieren“, so Klaus Steinmaurer, RTR-Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation und Post laut Aussendung am Freitag.
Das aktuell geltende Postmarktgesetz räume Empfängerinnen und Empfängern von Postsendungen bei Zustellproblemen kaum durchsetzbare Rechte ein, „wir haben hier eine kleine Abhilfe geschaffen“, so Steinmaurer. Seit 2021 können Betroffene ihre Probleme bei der Zustellung von Paketsendungen über das RTR-Beschwerde-Portal mitteilen. Eine Testphase von drei Monaten habe nun gezeigt, dass Zustellprobleme bei Briefsendungen ähnlich gelagert seien wie bei Paketen. Bemängelt wurde, dass Briefe unregelmäßig, unsachgemäß oder überhaupt nicht zugestellt wurden. Postempfangsbeschwerden können auf der Website der RTR unter https://www.rtr.at/post-empfangsbeschwerden eingebracht werden.
4957 Postempfangsbeschwerden bis Juli
„Postdiensteanbieter werden von uns in regelmäßigen Abständen darüber informiert und können im Sinne der Empfängerinnen und Empfänger Maßnahmen setzen“, so der RTR-Geschäftsführer. Die erhobenen Daten könnten in weiterer Folge auch als Diskussionsgrundlage dienen, „um über eine bessere rechtliche Stellung der Endnutzerinnen und Endnutzer nachzudenken.“ Von Jänner bis Juli wurden 4957 Postempfangsbeschwerden (Paket und Brief) eingebracht, das waren um 6,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2024.