„Erfreuliche Tendenzen“ am Kärntner Arbeitsmarkt ortet Melanie Jann, die stellvertretende Geschäftsführerin des AMS Kärnten, im Bundesländervergleich. 14.863 Personen – um 19 mehr als im Vorjahr – waren Ende Juli in Kärnten arbeitslos gemeldet, eine minimale Zunahme von 0,1 Prozent. 2704 sind in Schulungen. Insgesamt sind 17.567 Personen auf Jobsuche, ein Plus von 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb in Kärnten trotz konjunkturell schwieriger Lage stabil bei 6,0 Prozent. Österreichweit beträgt der Anstieg arbeitslos gemeldeter Personen 5,5 Prozent, Kärnten verzeichnet die geringste Zunahme aller Bundesländer, freut sich Jann.

Stabil bei Jungen und Älteren

Entspannt hat sich die Lage auch am Arbeitsmarkt für Jugendliche bis 25 Jahren: Die Jugendarbeitslosigkeit, die zu Jahresbeginn in Kärnten noch stärker als im Österreichschnitt zugenommen hatte, zeigte sich Ende Juli stabil. Die Arbeitslosigkeit Älterer über 50 Jahre sank in Kärnten entgegen dem Österreichtrend leicht um 0,3 Prozent, jene von Langzeitarbeitslosen nahm um 1,1 Prozent etwas zu. „Hier liegt Kärnten deutlich unter dem Bundesschnitt von plus 24,3 Prozent“, so Jann. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten sank leicht um etwa 1000 Personen auf 233.000 (-0,2 Prozent).

melanie jann, Stv. Landesgeschäftsführerin 
Leiterin Controlling und strategisches Management 
AMS Arbeitsmarktservice Kärnten 
Rudolfsbahngürtel 42
Die stv. Landesgeschäftsführerin des Kärntner AMS, Melanie Jann: „Erfreuliche Tendenzen“ © Ams/wieselthaler

Mehr Beschäftigung am Bau

Die Zahl der offenen Stellen ist zwar rückläufig (minus 782 bzw. minus 12,6 Prozent), mit 5401 aber noch immer hoch. Am Lehrstellenmarkt bildete sich ein leichter Überhang von Lehrstellensuchenden (596) gegenüber den offenen Lehrstellen (546).

Der Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass die Arbeitslosigkeit in den Branchen Bau, Holz, Gesundheit und Tourismus rückläufig ist, für Vize-AMS-Geschäftsführerin Jann ein „deutliches Zeichen für stabile Nachfrage“. Ausdruck der schwierigen Lage der produzierenden Industrie in Kärnten ist hingegen der Anstieg der Arbeitslosigkeit im zweistelligen Prozentbereich bei Metall- und Elektroberufen sowie bei technischen Berufen.

In drei Bezirken weniger Arbeitslose

Eine bessere Lage am Arbeitsmarkt als vor einem Jahr melden die AMS-Bezirksstellen in Wolfsberg, Villach und Feldkirchen. In Wolfsberg und Völkermarkt nahm die Zahl offener Stellen gegen den Trend sogar zu. „Die positive Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass Kärnten auf dem richtigen Weg ist“, kommentieren Landeshauptmann Peter Kaiser und Arbeitsmarktreferentin Gaby Schaunig (beide SPÖ) die Juli-Zahlen. Sie führen dies auch auf die enge Zusammenarbeit zwischen Land Kärnten, AMS und Sozialpartnern zurück. „Gezielte Investitionen und abgestimmte Programme“ würden „Beschäftigung und Perspektiven sichern“.

Von einer weiterhin herausfordernden Situation am Kärntner Arbeitsmarkt spricht hingegen Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Von einem freudigen Ergebnis kann nicht die Rede sein.“