Die wenig sommerlichen Wetterkapriolen verderben derzeit vielen Kärnten Urlaubern die gute Stimmung. Etliche Hotelbetten sollen aufgrund des fehlenden bzw. durchwachsenen Badewetters leer geblieben sein. Am Wörthersee ist sogar von einem Einbruch um 30 Prozent zu hören.
Peter Peschel, Geschäftsführer der Tourismusregion Wörthersee-Rosental, weist dies auf Nachfrage der Kleinen Zeitung jedoch klar zurück. Im Vorjahr habe man einen Jahrhundertsommer gehabt. Trotz des Wetters könne von einem „Katastrophenszenario“ angesichts eines Rückgangs von acht Prozent im Juli gegenüber 2024 keine Rede sein. In Pörtschach könne man ebenfalls „nicht von Flaute“ sprechen, denn in den ersten zwei Juliwochen war man auf Vorjahresniveau und danach fünf Prozent darunter.
Die Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP), die am Donnerstag auf Kärnten-Besuch war, zeigt sich für die laufende Saison trotz Juli-Knick zuversichtlich: „Der Sommer ist noch nicht vorbei. Und man darf nicht vergessen, dass im Juni ein Plus von fast 14 Prozent erzielt wurde – das bisher beste Ergebnis in Kärnten.“
Lichtblicke für August und September
Kärnten Werbung-Chef Klaus Ehrenbrandtner räumt ein, dass im Juli einige Hotels mit „mehr freien Kapazitäten“, als erwartet, konfrontiert waren. Genaue Zahlen würden noch nicht vorliegen, doch 20 Prozent der Urlauber würden kurzfristig buchen und lassen sich von einem schlechten Wetterbericht abschrecken. „Für August und September sieht die Lage deutlich besser aus“, betont er. Das hat auch damit zu tun, dass in wichtigen Kernmärkten von Kärnten, den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg nun die Ferien starten. Darüber hinaus habe die aktuelle Kampagne großen Anklang gefunden.
Über negative Auswirkungen mitunter hoher Gastro-Preise am Wörthersee auf die Nächtigungen wird immer wieder – auch medial – intensiv diskutiert. Peschel sieht das entspannt: „Das regelt immer der Markt. Jeder Betrieb muss selbst wissen, was er verlangen kann.“