Die Krise am Immobilienmarkt zwingt die Kärntner Anadi-Bank, die Hausbank vieler Kärntner Gemeinden und des Landes Kärnten, zu massiven Abschreibungen ihres Immobilien-Portfolios. Das schlägt sich deutlich im Jahresergebnis 2024 nieder, das die Bank am Mittwoch vorgelegt hat: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich 2024 aufgrund hoher Risikovorsorgen im Immobilienportfolio auf minus 88,5 Millionen Euro, der Jahresfehlbetrag summiert sich auf 92,2 Millionen Euro – 2023 lag der Jahresüberschuss noch bei 800.000 Euro.
„Abschreibungen unvermeidlich“
Laut Anadi-Bank sei man seit jeher stark in der Immobilienfinanzierung engagiert gewesen. „Obwohl das Institut sein Engagement in diesem Sektor bereits reduziert hatte, waren aufgrund ihrer früheren Engagements Abschreibungen im Immobilienportfolio unvermeidlich“, heißt es in einer Information an die Kleine Zeitung.
Ausgeglichenes Bilanzergebnis
Der Nettozinsertrag erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Abgabe des Filialgeschäfts 13,3 Millionen Euro (2023: 48,4 Millionen Euro). Durch die Auflösung von Kapital- und Gewinnrücklagen, einschließlich des positiven Ergebnisses aus der Abspaltung des Filialgeschäfts, konnte die Bank die Abschreibungen im Kreditportfolio kompensieren und damit ein Bilanzergebnis von Null ausweisen. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 1,41 Milliarden Euro (2023: 2,45 Milliarden Euro). Das Kreditvolumen der Bank beträgt 1,04 Milliarden Euro – 2023 waren es 1,87 Milliarden Euro.
Zu Jahresende 2024 betrug der Personalstand 165 Vollzeitäquivalente. Wie berichtet, fährt Anadi-CEO Sonja Sarközi ein Konsolidierungsprogramm mit einem Sozialplan für ausscheidende Mitarbeiter. Von knapp 40 Beschäftigten habe man sich bisher getrennt, hieß es vor einem Monat. Man befinde sich nun in einer Phase der Kostenkonsolidierung und strebe ein „profitables Wachstum im Heimatmarkt Österreich“ an. Kapitalintensive, nicht strategiekonforme Geschäfte würden systematisch abgebaut. So werden etwa im Corporate-Bereich nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäfte bis zum dritten Quartal 2025 verkauft, um weiteres Kapital freizusetzen. Notleidende Kredite werden „gemäß einem geordneten Abbauplan“ abgegeben.
Über den gesetzlichen Anforderungen
Die Kapitalquoten liegen über den gesetzlichen Anforderungen. Zum 31. Dezember 2024 erreichte die Anadi Bank eine Gesamtkapitalquote von 14,8 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als 2023. „Um die laufende Transformation der Anadi Bank vollständig zu unterstützen, wurde von Eigentümerseite eine verbindliche finanzielle Zusage gegeben, die die Erfüllung der Gesamtkapitalanforderungen (TSCR-Quote) der Anadi Bank sicherstellt“, heißt es im Informationsschreiben. Man verfüge „über ausreichende Kapital- und Gewinnreserven, um die tiefe Krise auf dem Immobilienmarkt in Österreich zu verarbeiten“, heißt es. Der Immobilienmarkt in Österreich befinde sich in einer tiefen Krise, die durch die rasche und heftige Zinswende der EZB verschärft worden sei.