Noch liegen die Detailergebnisse für das Winterhalbjahr 2024/25 nicht vor. Auf Nachfrage bestätigte die Landesstatistik allerdings, dass sich der Tourismus in Kärnten rückläufig entwickelte: Von den Betrieben wurden insgesamt rund 910.000 Ankünfte und 3,54 Millionen Nächtigungen gemeldet. Gegenüber der Vorjahressaison bedeutet das ein Minus von 1 bzw. 2,9 Prozent.
Keine Zeit, um Ausreden zu suchen, sieht Josef Petritsch, Tourismus-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer Kärnten: „Andere Bundesländer wie Tirol, Salzburg oder Steiermark konnten ein gutes bis sehr gutes Ergebnis erzielen. Der Winter war also durchwegs nicht so schlecht. Wir hängen massiv hinten nach.“ Die zwei großen Baustellen aus seiner Sicht: ausgebliebene Infrastrukturprojekte, „Sommer wie Winter“, und zu wenig zählbare Ergebnisse im Vertrieb in traditionellen und neuen Zielmärkten.
Kürzere statt längere Saison
Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, weist sehrwohl auf ungünstige Umstände hin: „Der Winter war sehr wechselhaft. Zuerst ist es sehr gut gelaufen. Die zweite Hälfte gab den negativen Ausschlag insgesamt.“ Spätere Ostern seien immer eine Herausforderung. Das frühlingshafte Wetter in den Kernmärkten habe die Lust am Skifahren getrübt. „Die Saison hat weniger lang gedauert. Einige Betriebe haben früher zugesperrt“, so Ehrenbrandtner.
Das bestätigt auch Hotelierssprecher Sigi Moerisch: „Für manche war das Osterergebnis nicht erreichbar, Mitte März wurde zugesperrt.“ In und rund um Skigebiete wie Nassfeld, Katschberg oder Gerlitzen funktioniere es gut. Der Rest leide unter veralteten Liftanlagen oder weiterer Anreise. „Kärnten verliert im internationalen Wettbewerb an Bedeutung. Die Gäste aus Zentral- und Osteuropa, die hier lange glücklich waren, ziehen weiter. Sie wollen attraktive Preise und Infrastruktur“, kritisiert der Obmann der Fachgruppe Hotellerie. Bei den Preisen sei mitgezogen worden, die Nachbarn hätten aber aufgerüstet, was große Reiseveranstalter anlockt.
„Viele Betriebe sperren erst jetzt auf“
Dass der Mai insgesamt gelungen ist, bezweifelt Hotelier Moerisch: „Viele Betriebe sperren erst jetzt auf, weil sie kein Geschäftsmodell sehen. Wenn mit der Kärnten Card gerade nur ein Bruchteil genutzt werden kann, ist das kein Gästeversprechen.“ Damit Kärnten touristisch wieder Anschluss findet, fordert Petritsch eine gemeinsame Kraftanstrengung: „Wir brauchen schlagartig eine große Reform und zählbare Ergebnisse.“ Der Nachholbedarf werde nämlich immer eklatanter.