„Warum heißt GesmbH eigentlich Gesellschaft mit beschränkter Haftung? Es sollte doch eigentlich Gemeinschaft heißen.“ Die gebürtige Bulgarin, promovierte Informatikerin, Start up-Gründerin und Mutter Tina Ruseva ist nach Klagenfurt gekommen, um auf der Future Expo, der Zukunftsmesse also, ihre Überzeugung weiterzugeben, „dass wir nur gemeinsam wirksam sind“. Sagt aber auch: „Um in einem Unternehmen Verantwortung tragen zu können, muss man sie auch bekommen. Damit entmachtet sich das Management womöglich ein Stück weit - generiert aber mehr Motivation bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Ruseva war eine der Hauptreferentinnen auf der Expo, die das Kärntner Business Frauen Center (BfC) anlässlich seines 25-Jahr-Jubiläums organisiert hat. BfC-Geschäftsführerin Daniela Stein will „Mut machen, neue Wege zu gehen und innovative Ansätze zeigen, die die Handschrift von Frauen tragen“. Die Expo spielt sich bis inklusive Freitag in Halle 2 ab und hat prominente Aussteller wie die Kärntner Sparkasse, Andritz, die Kelag, die Wiener Städtische, das Carinthian International Center, Infineon, die Kabeg, die Notariatskammer oder die ÖBB gewonnen, die ihre Stände unter den vielen rosaroten Luftballons aufgestellt haben, auf denen (auf Englisch) steht: „Ich kann meine eigene Zukunft bauen.“

Darüber hinaus versteht sich die Expo als (Bildungs-)Event. So gab Statistikerin Christina Petschnigg vom Fraunhofer Institut - sie hat Technische Mathematik an der Uni Klagenfurt studiert - Erkenntnisse über den Gender-Gap der Künstlichen Intelligenz weiter. „Ihre Weiterentwicklung wird hauptsächlich von Männern getrieben. Das sollten wir ändern.“

Infineon-CEO Sabine Herlitschka deklinierte mit IV-Geschäftsführerin Claudia Mischensky, Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs, Unternehmer Markus Leeb und Moderatorin Sigrid Seebacher das Motto „Ich muss gar nichts“. Hirschl und Herlitschka sind sich einig, keine Work-Life-Balance zu brauchen - eben, weil sie sie bereits haben. Beide sagen: „Das, was ich mache, liebe ich.“ Mischensky ging auf gefragte Fähigkeiten ein: „Die überfachliche Kompetenz ist quasi gleich auf mit der fachlichen.“ Im Publikum unter anderem: die ehemalige ÖVP-Ministerin und Unternehmensberaterin Maria Rauch-Kallat, Wirtschaftspsychologin Monika Kanatschnig (Hill International) und die ehemalige KWF-Vorständin Sandra Venus.  

Auch Gerilt Krobath gab auf der Future Expo „positive Zukunftsbilder“ weiter. Die gebürtige St. Veiterin und Absolventin der Wirtschaftsuni Wien macht Karriere bei Siemens. Der Konzern kann von sich sagen, 34 Prozent Frauenquote im Top-Management zu haben, „und die Quote steigt weiter“. Die zweifache Mutter betonte auch die Relevanz des Zugehörigkeitsgefühls in Unternehmen. „Studien belegen, dass Mitarbeiter, die sich zugehörig fühlen, zufriedener sind, zu 74 Prozent weniger Krankenstände haben und eine um 58 Prozent höhere Leistungsfähigkeit besitzen.“