Der Name bezieht sich auf die Adresse: „AT60“ steht für „Austria 60“ – im Brüsseler EU-Viertel, in der Avenue de Cortenbergh 60 in unmittelbarer Nähe zur Ständigen Vertretung Österreichs, eröffnete WKÖ-Präsident Harald Mahrer das neue Haus der Wirtschaft. 22 Millionen Euro flossen in das moderne Begegnungszentrum, das den heimischen Unternehmen, wie es heißt, eine „Plattform für Austausch, Positionierung und Vernetzung mit den europäischen Institutionen“ bieten soll.

„Wenn Sie nichts investieren, werden Sie nachher nichts ernten können“, antwortete Mahrer auf die Frage, ob es angesichts der Budgetnöte die richtige Zeit für die Eröffnung sei. Europa brauche Veränderung, eine klare Stimme und weniger Misstöne. Die Entwicklung der letzten 20 Jahre sei alarmierend gewesen, das spiegele sich auch in einer immer kritischeren Einstellung der unternehmerischen Basis zur EU wider. Laut einer aktuellen Umfrage gehe Europa für 57 Prozent der Befragten in die falsche Richtung, beklagt werden Belastungen durch überbordende EU-Regeln und bürokratischen Mehraufwand. Dabei habe Europa keinen Grund, sich selbst kleinzureden: „An Europa kann niemand vorbei, auch nicht die USA oder China. Wir haben ein Haus der Zukunft und der Innovation geschaffen.“

Mit dem auch architektonisch eindrucksvollen Gebäude will die WKÖ eine „neue Ära der Interessensvertretung“ starten und bietet Flächen für Veranstaltungen und Netzwerktreffen an. Dazu passt: Im Erdgeschoß gibt es sogar ein Wiener Kaffeehaus.

Landeshauptleute: Mehr Geld für die Regionen

Um auf die „immer schwieriger werdende Situation der Regionen“ in der EU aufmerksam zu machen und mehr Geld zu fordern, haben auch die Spitzen der Salzburger Landesregierung Vertreter und Vertreterinnen der EU-Institutionen in Brüssel getroffen. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) betonte nach dem Treffen mit Kommissions-Vizepräsident Rafaele Fitto, dieser habe „Verständnis für den Ernst der Lage gezeigt“.

Die Bundesländer in Österreich und die Regionen in den 27 EU-Staaten müssten immer mehr Aufgaben schultern und hätten dafür immer weniger Budget zur Verfügung. „Im Gespräch mit Vertretern aus anderen Ländern zeigt sich: Die Probleme sind überall sehr ähnlich“, sagte Haslauer, der als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz beim Termin von Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP) begleitet wurde, laut Aussendung. Die Regionen forderten daher mehr finanzielle Unterstützung von Brüssel. Als Problemfelder nannte Haslauer Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Pflege.