Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) hat im ersten Quartal 2025 einen Verlust von mehr als 100 Millionen Euro eingeflogen. Das Management erwartet für heuer dennoch einen höheren Gewinn als 2024. AUA-Chefin Annette Mann erklärte in der Aussendung am Dienstag, die Fluglinie sei gerüstet für den Kundenansturm in den reisestarken Sommermonaten. Viele Airlines schreiben im Winter Verluste, die sie im Lauf des Jahres aber wieder aufholen.
Vorjahresergebnis „signifikant übertreffen“
Ziel sei es, so Mann, das „Vorjahresergebnis signifikant zu übertreffen“. 2024 erlitt die AUA einen Gewinneinbruch um 40 Prozent auf 76 Millionen Euro. Ein Unsicherheitsfaktor sei allerdings die aktuelle geopolitische Lage in wichtigen Kernmärkten der Airline, hieß es in der Pressemitteilung.
Im ersten Quartal 2025 betrug das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) minus 111 Millionen Euro, nach minus 122 Mio. Euro im ersten Quartal 2024. Die Gesamterlöse stiegen um 15 Prozent auf 477 Millionen Euro, die Kosten um 9 Prozent auf 588 Millionen Euro. Die Auslastung der Flieger sank von 77 auf 73,9 Prozent. Insgesamt beschäftigt die AUA rund 6200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Lufthansa verringerte Quartalsverlust
Dem Mutterkonzern Lufthansa ging es im ersten Quartal ähnlich. Sie startete ebenfalls mit hohen saisonalen Verlusten. Die Gründe dafür waren spürbar höhere Betriebskosten und das Ostergeschäft, das heuer erst im zweiten Quartal Geld in die Kassen spülte. Der Quartalsumsatz stieg um 10 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust (bereinigtes EBIT) verringerte sich um 15 Prozent auf 722 Millionen Euro. Im Passagiergeschäft vergrößerte sich das Minus allerdings auf 934 Millionen Euro. Unter dem Strich wuchs der Fehlbetrag des Konzerns wegen einer geringeren Steuerentlastung um mehr als ein Fünftel auf 885 Millionen Euro.
Zollstreit kein Bremseffekt
Die Lufthansa geht bis jetzt nicht von einem größeren Bremseffekt des Zollstreits der USA auf ihr wichtiges Geschäft mit Transatlantikflügen aus. Im ersten Quartal seien die Zahl der Passagiere und der Durchschnittserlöse, des Gradmessers für die Ticketpreise, um rund sieben Prozent gestiegen. „Aktuell ist zu beobachten, dass die Nachfrage im Verkaufsgebiet USA weiter steigt“, erklärte die Airline-Gruppe am Dienstag. Auch insgesamt erwartet die Lufthansa einen starken Reisesommer. Die Prognose eines deutlichen Anstiegs des Betriebsgewinns 2025 gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis von 1,65 Milliarden Euro bestätigte der MDax-Konzern daher. Analysten erwarten für heuer 40 Milliarden Euro Umsatz und 1,9 Milliarden Euro Betriebsgewinn.