Ende Jänner soll endgültig Schluss sein für den ehemaligen Möbelriesen Kika/Leiner. Die noch verbliebenen 17 Filialen sperren zu. Ware, die trotz hoher Rabatte, von denen etliche Schnäppchenjäger angelockt wurden, nicht verkauft werden konnte, soll an Konkursverwerter veräußert werden. 1350 Dienstnehmer stehen – je nach Dauer der Firmenzugehörigkeit und damit verbundener Kündigungsfrist – in den nächsten Monaten ohne Job da. Für ältere Mitarbeiter, die bereits seit Jahrzehnten bei Kika/Leiner tätig waren, wurde in den Bundesländern Arbeitsstiftungen eingerichtet.

Verträge mit Supernova gekündigt

Laut Creditreform haben Gläubiger bisher Forderungen in der Höhe von 265 Millionen Euro angemeldet. Darin sind bedingte Schadenersatzforderungen des Vermieters in der Höhe von 190 Millionen Euro enthalten. Der Insolvenzverwalter berichtete laut KSV1870, dass die zwischen Kika/Leiner und der Supernova-Gruppe abgeschlossenen Mietverträge gekündigt wurden. Aufgrund der vorzeitigen Kündigung ist daher mit der Geltendmachung von hohen Schadenersatzansprüchen zu rechnen. „In welcher Höhe diese tatsächlich bestehen, wird vom Insolvenzverwalter im Insolvenzverfahren genauestens zu prüfen sein“, sagt Karl-Heinz Götze vom KSV 1870.

Nächster Schritt ist die Rückgabe der Möbelhäuser an den Vermieter nach der Schließung.„Bis Februar soll die Frage geklärt werden, wann die Zahlungsunfähigkeit tatsächlich eingetreten ist.“, sagt Stephan Mazal von Creditreform. 

Anzahlungen von Kunden

Große Aufregung gab es auch um Anzahlungen, die Kundinnen und Kunden des Möbelhauses bereits getätigt haben. Im Rahmen des Fortbetriebs wurden in den letzten Wochen und werden den Angaben zufolge aktuell zahlreiche mit Anzahlungsgläubigern abgeschlossene Verträge vom Insolvenzverwalter geprüft. Die Prüfungen gestalteten sich sehr zeitintensiv und seien daher noch nicht abgeschlossen und abschließend abgewickelt, heißt es vom KSV1870.

Rund 14.000 Anzahlungen hätten angeschaut werden müssen, „also das ist ziemlich umfangreich“, betont Götze. Davon haben laut KSV1870 rund 3000 Kundinnen und Kunden, die eine Anzahlung geleistet haben, ihr Geld schon zurückbekommen, da ihre Anzahlung besonders besichert gewesen sei. Etwa 4700 bekommen demnach kein Geld zurück und müssen ihre Forderungen im Insolvenzverfahren anmelden. Weitere rund 7000 Anzahlerinnen und Anzahler versuche man teilweise zu entschädigen. „Da der Fall so komplex ist, können trotz Fristablaufs weitere Forderungen angemeldet werden“, so Götze im Ö1-Mittagsjournal. Eine Gesamtsumme könne daher noch nicht abgeschätzt werden.