Zwischen hunderten Geweihen und zahlreichen präparierten Kleintieren findet in der Ottersbachhalle von 5. bis 7. März wieder die Pflicht-Trophäenschau der südoststeirischen Jäger statt. Der Bezirksjägertag am Samstag schließt sie ab. Dazwischen gibt es Infoveranstaltungen und Führungen – auch etwa 270 Schulkinder haben sich angemeldet.

Zwischen Diskussion um Abschusszahlen und Schneelast

Dabei haben die Jäger in der Südoststeiermark ein durchaus spannendes Jahr hinter sich: Einerseits zeigte sich, dass im Ringen um einen klimafitten Wald die Interessen von Forstwirtschaft und Jägerschaft immer wieder aufeinanderprallen. Andererseits sorgte viel Schnee für eine fast ungewohnte Situation im Bezirk.

„Eigentlich war es ein Winter wie vor wenigen Jahren. Da die Schneedecke nur kurz geschlossen war, hatte der Schneedruck wenig Einfluss auf das Wild“, erklärt Bezirksjägermeister Rudolf Eder. Die Aufräumarbeiten durch den Schneebruch seien herausfordernd, weil sie für die Tiere Stress und Unruhe bedeuten.

Bezirksjägermeister Rudolf Eder steht zum Bezirksjägertag ein volles Programm bevor
Bezirksjägermeister Rudolf Eder steht zum Bezirksjägertag ein volles Programm bevor © KLZ / Helmut Steiner

Nachwuchs südoststeirischer Jäger

Als Baustelle für die kommenden Jahre sieht Eder anderes: „Die Wildstandanpassung an den Zukunftswald gehört zu den größten Aufgaben. Aber auch bereits den Kindern die Notwendigkeit der Jagd zu erklären.“ Um Nachwuchs macht er sich derzeit jedoch weniger Sorgen. Es gibt 1700 aktive Jäger im Bezirk, momentan sind zudem 21 Aufsichtsjäger im Kurs. In den letzten Jahren seien das durchschnittlich sieben pro Jahr gewesen.

Eder mit Vertretern der steirischen Jäger und der Politik bei der Trophäenschau und dem Bezirksjägertag im vergangenen Jahr in Leitersdorf (Stadtgemeinde Feldbach)
Eder mit Vertretern der steirischen Jäger und der Politik bei der Trophäenschau und dem Bezirksjägertag im vergangenen Jahr in Leitersdorf (Stadtgemeinde Feldbach) © KLZ / Schleich-presse

Diskussion um Trophäenschau

Die Pflicht-Trophäenschau ist gesetzlich verankert und dient dazu, die Abschusspläne im kommenden Jahr zu erstellen. Dabei wird mit einem genauen Blick auf die Sozialstrukturen der Wildarten und die Veränderungen des Lebensraumes dieser Auftrag erarbeitet. Genau deshalb stehen die Veranstaltungen auch immer wieder in der Kritik, denn Forstwirte, Naturschützer und so manche Jäger finden, dass das Anschauungsmaterial zu wenig Auskunft über das Leben der Tiere gibt. Somit werde der Anschein einer Trophäenausrichtung der Jagd erweckt.

Eder findet: „Für uns ist die Pflicht-Trophäenschau ein wichtiges Instrument, da wir nicht nur das ungefähre Alter bestimmen können, sondern auch indirekt den Gesundheitszustand und damit auch das Verhältnis Wild und Lebensraum ableiten können.“ Eine starke Trophäe sei entsprechend nicht nur interessant für den Jäger, sondern auch als ein positiver Anzeiger für den Lebensraum zu werten, so der Bezirksjägermeister.

Auch bei der Trophäenschau 2025 in Leitersdorf waren etwa 260 Kinder zu Besuch
Auch bei der Trophäenschau 2025 in Leitersdorf waren etwa 260 Kinder zu Besuch © KLZ / Schleich-presse