„Tagsüber sieht man kleine Wölkchen am Himmel. In der Nacht ist es ein rotes Aufblitzen und man hört ein dumpfes Geräusch“, erzählt Daniel Gollnhuber von den Raketen und Drohnen, die derzeit vom Zivilschutzsystem in Dubai abgewehrt werden. Vor vier Jahren verließ der 31-Jährige Bad Tatzmannsdorf, und wohnt nun in der Wüstenmetropole nur zwei Kilometer entfernt vom Strand in einer Wohnung mit Meerblick. Vom Balkon aus kann er auch gelegentlich das „Auffluschen“ am Himmel beobachten.

Hunderte Drohnen abgefangen

„812 Drohnen, 186 ballistische Raketen und acht Verfolgungsraketen wurden bereits im Luftraum über Dubai abgefangen“, weiß Gollnhuber aus der Statistik. Diese wird laufend aktualisiert, seit am Samstag der Krieg im Nahen Osten wegen des iranischen Raketen- und Atomprogramms ausbrach.

Die Angriffe Israels und der USA lösten eine Kettenreaktion aus. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei wurde getötet. Der Iran holte zu Gegenangriffen aus, die nicht nur Israel trafen, sondern unter anderem auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait. Die Flugabwehr der Länder hat den Großteil der Angriffe abgefangen, in Dubai wurden aber Hotels und Gebäude getroffen. Auch der Flughafen musste den Betrieb einstellen.

Keine Einschränkungen im Alltag von Dubai

Von dem Kriegsgeschehen nimmt Gollnhuber allerdings wenig wahr. „Anfangs war es etwas Neues, wo man sich Gedanken gemacht hat“, erzählt er. Mittlerweile sei man aber „komplett entspannt“. „Ja, es ist weniger los, aber sonst ist alles normal. Auf den Baustellen ist Betrieb, die Autos fahren. Es gibt keine Einschränkungen“, so Gollnhuber. Freizeitaktivitäten wie Tennis oder Golf spielen seien ebenfalls kein Problem.

Auch im eigenen Unternehmen, gelegen im Downtown Business Bay von Dubai, verlaufe der Alltag wie üblich. Bis auf eine Sache: „Die Schulen sind vorübergehend geschlossen. Deswegen haben wir derzeit viele Mitarbeiter im Homeoffice, damit sie bei den Kindern sein können.“

Kritik an Kriegsberichten in sozialen Medien

Kritik spricht der 31-Jährige gegenüber den sozialen Medien aus. „Es wird so viel Negatives dargestellt, das gar nicht ist“, ist seine Wahrnehmung. Bilder von brennenden Hotels in Dubai sorgen allerdings weltweit für Schlagzeilen. Splitterstücke von abgefangenen Drohnen und Raketen haben Gebäude getroffen.

Dennoch habe Gollnhuber zu keinem Zeitpunkt, seit der Iran-Krieg gestartet hat, daran gedacht nach Hause zu reisen oder die Stadt zu verlassen – wie es zahlreiche festsitzende Touristen derzeit versuchen. „In der U-Bahn in Wien habe ich mehr Angst als in Dubai“, so Gollnhuber.