Was ist denn heuer los? Das fragen sich viele Murtalerinnen und Murtaler mit Blick auf das Wetter. Kaum Schnee im November oder Dezember, keine größeren Neuschneemengen im Jänner, und auch der 14-Tage-Trend ist sonnig. Vor allem das Aichfeld ist ungewöhnlich trocken, sogar auf den Bergen liegen teils nur wenige Zentimeter Schnee. Täuscht der Eindruck, oder hat Frau Holle heuer auf das Aichfeld vergessen? „Es ist bislang ein ungewöhnlich niederschlagsarmer Winter, das bestätigen auch die Daten“, sagt Meteorologe Hannes Rieder von Geosphere Austria (ehemals ZAMG).

Im Vergleich zum langjährigen Schnitt sei eindeutig zu wenig Schnee gefallen. „Wir hatten vier Zentimeter Schnee am 8. Dezember, zu Weihnachten war es angezuckert, und am 8. Jänner dann nochmals zwei, drei Zentimeter.“ Jeweils zu wenig, um liegen zu bleiben. Rieder: „Das Aichfeld ist ein Kaltluftpool, gibt es eine geschlossene Schneedecke so ab fünf Zentimeter, hält es sich normalerweise gut.“ Grundsätzlich sei die Region aber kein „Schneeloch“ - im Gegenteil. „Wir haben hier viele Kahlfrosttage. Es ist ein inneralpines Becken, ein abgeschlossenes System.“ Viele Schnee-Fronten werden vom Zirbitz-Massiv, der Gleinalm, den Seckauer oder Eisenerzer Tauern „abgefangen“. Freilich gäbe es auch Wetterlagen, die dem Aichfeld Schnee bringen: „Aber die fehlen heuer bislang“, so der Meteorologe.

„Es ist ein Einzeljahr“

Konkret gibt es in Zeltweg im 30-Jahre-Schnitt im Dezember durchschnittlich 17 Tage mit einer Schneedecke von wenigstens einem Zentimeter. Heuer waren es sieben. Rieder: „Es ist also sehr niederschlagsarm. Aber es ist ein Einzeljahr, daraus kann man keinen Trend ablesen. Und wir haben auch erst Halbzeit beim Winter.“ Derzeit ist allerdings auch auf den Wetterkarten kein Schneefall absehbar: „Im Jänner wird es schwierig mit fettem Schneefall. Aber wer weiß, vielleicht geht es sich bis zu den Semesterferien aus.“

Hannes Rieder, Geosphere
Hannes Rieder, Geosphere © Geosphere

Auf Schnee hoffen auch die Landwirtinnen und Landwirte aus der Region. Kammerobmann Michael Puster: „Für uns ist der fehlende Schnee sehr schlecht, die Feuchtigkeit geht ab.“ Würde der ganze Winter so trocken bleiben, „fehlt im Frühling die Schneefeuchte, die langsam in die Böden einsickert“. Auch die Wasserversorgung sei dann fraglich, da auch die große Schneeschmelze ausbleiben würde: „Wir hoffen noch!“