Das Handy von Karl Mayer bleibt an diesem Nachmittag keine Sekunde ruhig. „Die Heuernte“, schmunzelt der Landwirt entschuldigend. Wir sitzen in einem alten Stall, nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Red Bull Ring entfernt. „Das ist unser Headquarter sozusagen“, erklärt Mayers Nichte Marianne Horn. Ein Tisch, eine Bank, viele Ordner voll mit Plänen. Ständig läutet ein Handy, alle paar Minuten gehen Arbeiter ein und aus. Hochbetrieb, während auf den weitläufigen Wiesen rundherum die Traktoren unterwegs sind. Das Futter muss eingebracht werden, die langen Regenfälle im Juni liegen den Landwirten noch schwer im Magen. „So spät waren wir noch nie dran, das war echt ein Nervenkitzel“, so Mayer. Die Uhr tickt: In wenigen Tagen werden auf diesen Wiesen rund 9000 Formel 1-Fans campen.
Formel 1 in Spielberg
Die Camping-Welle rollt an: Wie Landwirtschaft und Motorsport zusammenpassen
Reportage.
Holländer statt Heu: Für wenige Tage im Jahr verwandeln sich die Wiesen rund um den Red Bull Ring in riesige Camping-Areale. Für die Landwirte ist die Vermietung längst mehr als ein Zubrot - ein Lokalaugenschein.
© KLZ / Sarah Ruckhofer