Anfang der Woche hat Austrian Power Grid (APG) mit der Anlieferung des 220/110-kV-Transformators in das Umspannwerk Leoben einen weiteren Meilenstein gesetzt: Der 230 Tonnen schwere Stromriese kam per Bahn aus dem Siemenswerk in Weiz bis auf das Gelände der Voestalpine AG und wurde via Straßentransport in das Umspannwerk Leoben gebracht. APG investiert hier 38 Millionen Euro.

Der von Siemens Energy in Weiz gefertigte Stromriese ist zehn Meter lang, 3,5 Meter breit und 4,6 Meter hoch. Am Firmengelände der Voestalpine Donawitz wurde er mittels Hubgerüst auf ein PST-Fahrzeug umgeladen – eine selbstfahrende Plattform, die per Fernsteuerung auf der Straße manövriert wird.

Hohes Maß an Präzision und Kompetenz

„Die rund 2,5 Kilometer lange Fahrt bis zum UW Leoben dauerte rund eine Stunde und erforderte ein hohes Maß an logistischer Präzision und technischer Kompetenz. Das Gesamtgewicht und die Dimensionen des Transformators stellten dabei hohe Anforderungen an alle Beteiligten“, sagt Wolfgang Ranninger, Projektleiter der APG.

Der Transformator auf seiner Fahrt mittels ferngesteuertem PST-Fahrzeug in Richtung Umspannwerk Leoben
Der Transformator auf seiner Fahrt mittels ferngesteuertem PST-Fahrzeug in Richtung Umspannwerk Leoben © APG/Dominic Neumann

Im Umspannwerk angekommen, wurde der Transformator wiederum mittels Hubgerüst auf sein Fundament gestellt: „Die punktgenaue Platzierung eines solchen Giganten ist logistisch herausfordernd. Um ihn auf sein Fundament zu ziehen, wurden zwei Spezialfahrgestelle mit jeweils rund einer Tonne Eigengewicht unter den Transformator gerollt“, beschreibt Ranninger.

Anschließend wurde der Transformator abgesenkt, mit den auf Führungsschienen stehenden Fahrgestellen verschraubt und mithilfe hydraulisch angetriebener Seilzüge Millimeter für Millimeter auf das Fundament gezogen. Bis Juni 2026 wird der neue Transformator vollständig aufgerüstet und mit der Schaltanlage verbunden.

Wolfgang Ranninger, APG-Projektleiter für das Umspannwerk Leoben
Wolfgang Ranninger, APG-Projektleiter für das Umspannwerk Leoben © APG/Martin Lugger

Das neue UW Leoben ist Teil des in Umsetzung befindlichen Projekts „Neue Anbindung Leoben“. Dieses umfasst auch die Adaption des bestehenden Umspannwerks Hessenberg in St. Peter-Freienstein sowie eine optimierte 220-kV-Leitungsanbindung.

Strombasierte Erzeugung von Stahl

Mit dem neuen UW Leoben wird die Umstellung der lokalen Stahlindustrie auf eine strombasierte Stahlerzeugung möglich – ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der CO₂-Emissionen in der Region und Österreich. Die Inbetriebnahme des UW Leoben ist für Ende 2026 vorgesehen.