''Die Wand rückt deutlich näher''Corona-Inzidenzwert ist in Graz schon über 800 angestiegen

Die Infektionszahlen sind derzeit in Graz so hoch wie noch nie zuvor in dieser Pandemie. 3139 Infizierte gibt es derzeit in der Stadt Graz.

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Die Teststraße bei der Grazer Messe © Juergen Fuchs
 

Die Corona-Ampel zeigt nun auch in der Steiermark rot. Der 14-Tage-Trend bei den Infektionen zeigt überall steil nach oben, kein einziger Bezirk blieb davon verschont – natürlich auch nicht Graz.

Die Dominanz von Omikron lässt auch in der Stadt die Fallzahlen rasch wie nie ansteigen. Am 12. Jänner um Mitternacht Uhr lag die Landeshauptstadt laut Ages-Dashboard schon bei 811,3. Mit Mittwoch war die 7-Tage-Inzidenz in Graz auf 730,3 gestiegen und somit seit Jahresbeginn um das fast Fünffache angewachsen. 11 Tagen zuvor, am 1. Jänner 2022, lag die 7-Tage-Inzidenz noch bei 161. 

Auch in Graz-Umgebung steigen die Zahlen ähnlich rasch: Hier betrug die Inzidenz am 12. Jänner 602,5 – am 1. Jänner war der Wert noch bei "nur" 162,2 gelegen.

Eva Winter: "Die Wand rückt deutlich näher"

"Die Wand - also der prognostizierte Anstieg durch die Omikron-Infektionen - rückt deutlich näher", bestätigt Eva Winter den Anstieg, der durch die hochinfektiöse neue Mutation ausgelöst wird. Die Leiterin des Gesundheitsamtes appelliert, verstärkt alle Schutzmaßnahmen in geschlossenen Räumen wie auch im Freien zu beachten - Abstand, FFP2-Masken, Impfen. Denn: "Omikron weist eine höhere Virenlast in den oberen Atemwegen auf und ist viel ansteckender. Omikron verläuft zwar milder, aber auch eine solche Infektion kann zu ernsten Problemen und Langzeitschäden führen", betont die Ärztin.

Coronafälle in Graz: Aufrufe des Gesundheitsamts

Trotz strenger Auflagen und 2G-Regel: Die Liste mit Aufrufen, die das Grazer Gesundheitsamt schon vor dem letzten Lockdown veröffentlichte, um über Coronafälle in Lokalen oder bei Veranstaltungen zu informieren, füllt sich immer schneller. Trotz 2G-Regel kommt es laut der Gesundheitsamts-Leiterin Eva Winter immer wieder zu Infektionsfällen, einerseits durch ungeimpftes Personal, aber auch durch geimpfte Gäste, was bei der neuen Virusvariante häufiger vorkommen könne.

Stand Donnerstagfrüh neu in der Liste: Das recreation-Konzert am Dienstag im Stefaniensaal, McDonald's am Weiberfeldweg am Sonntagvormittag, der Inder "Hathi" und das Café Mitte am Freiheitsplatz sowie der Wienerwirt und "Die Loge" am Samstagabend. Hier geht es zu den Aufrufen.

Contact Tracing verdoppelte Personal

Wie Erwin Wieser, Leiter des Contact Tracing Teams, erklärt, hat man das Personal im Bereich des Contact Tracings, Koordination und BackOffice in den letzten Wochen und Monaten verdoppelt. Derzeit könne man die Absonderung positiv getesteter Personen und die Kontaktnachverfolgung noch gut bewältigen. Aber: "Verdoppeln, verdreifachen oder vervielfachen sich jedoch die Infektionen, werden Kontaktpersonen nicht mehr zu hundert Prozent oder mit zeitlicher Verspätung nachverfolgt und abgesondert. Sollten alle Daten vorhanden sein, könnte eine Absonderung automatisch ohne weiteres Telefonat erfolgen."

Finanzielle Anerkennung für Covid-Team der Stadt Graz

Jene rund 100 Personen,die derzeit im Gesundheitsamt in den Bereichen Contact Tracing, Back-Office sowie Lohnkosten-Rückersatz tätig sind, um die Coronakrise – auch bürokratisch - zu bewältigen, erhalten nun rückwirkend mit 1. Jänner 2022 eine Mehrleistungszulage von monatlich 200 Euro.

„Unser großer Dank gilt allen Mitgliedern des Covid-Teams, die in den letzten Monaten über die Maße beansprucht wurden und sich mit einem überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz ausgezeichnet haben. Deswegen ist diese Zulage mehr als gerechtfertigt“, so Personalstadtrat Manfred Eber, der sich im Dezember im Zuge eines gemeinsamen Besuches mit Bürgermeisterin Elke Kahr und Stadtrat Robert Krotzer ein Bild vor Ort machen konnte.

Diesen Freitag wird der Stadtsenat die Mehrleistungszulage für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (mit Ausnahme von Leitungsfunktionen) beschließen.

So hat sich die kritische Infrastruktur vorbereitet

Gilbert Sandner, stellvertretender Leiter des behördlichen Führungsstabs, betont, dass alle Einrichtungen der Stadt Graz bestmöglich vorbereitet sind. Die hohe Ansteckungsrate von Omikron stelle auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Graz vor eine große Herausforderung - man setzt auf digitalen Parteienverkehr, fixe Teams, Homeoffice soweit möglich. "Dadurch sollen die coronabedingten Ausfälle innerhalb der Dienststellen möglichst gering gehalten werden, aber auch der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst sichergestellt werden", erklärt Gilbert Sandner.

Im Bereich der kritischen Infrastruktur  - wie Feuerwehr, Müllabfuhr, Energie- und Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung, Öffis und den Geriatrische Gesundheitszentren trafen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Dazu zählen neben den oben erwähnten organisatorischen Maßnahmen auch umfangreiche Test- und Hygienemaßnahmen sowie individuelle Stufenpläne. Die Holding Graz wird, sollten zu viele aktive Mitarbeiter ausfallen, auf Leiharbeiter und Pensionisten zurückgreifen.

Die städtischen Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Pflichtschulen sind gut auf diese Situation vorbereitet, heißt es seitens der Stadt Graz. Man will den Betrieb möglichst lange aufrechterhalten. Quarantäneregeln können aber natürlich zu Schließungen führen.

Die Zahlen in Graz

Aktiv Infizierte: 3139
Neuer­krankungen letzte 24 Std: 516
7-Tage-Inzidenz je 100.000 EW: 811,3
aktiv Infizierte je 100.000 EW: 1078

Die Zahlen in Graz-Umgebung

Aktiv Infizierte: 1181
Neuer­krankungen letzte 24 Std: 199
7-Tage-Inzidenz je 100.000 EW: 602,5
Aktiv Infizierte je 100.000 EW: 748

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