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Grazer VerkehrsdebatteHeiße Scharmützel um die "Haus- und SUV-Besitzer am Ruckerlberg"

Vom Klassenkampf in der Verkehrshölle. Die Debatte um den Schleichverkehr am Ruckerlberg läuft - vor allem zwischen ÖVP und KPÖ - hitzig weiter.

Villen und dicke Autos? Klassenkampftöne sorgen für Unruhe am Ruckerlberg
Villen und dicke Autos? Klassenkampftöne sorgen für Unruhe am Ruckerlberg © Juergen Fuchs
 

Sie werde nicht den Ruckerlberg für den Schleichverkehr sperren, nur damit die „Einfamilienhaus- und SUV-Besitzer ihre Ruhe haben“, sagte die Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KP) zum Verkehrschaos zwischen Petersbergen und Waltendorf. Ein Sager, der Anrainer erbost, die teils Wert darauf legen, dass sie gar keinen SUV hätten. Sie weisen vielmehr auf die Probleme im Wohnviertel hin. Vor allem Pendler aus dem Umland würden die schmalen Wege zu Stoßzeiten verstopfen. Das ganze Areal sei eine einzige Stauzone, es gebe keine Gehsteige und entsprechende Sicherheit, man könne seine Kinder nicht mehr auf der Straße gehen lassen.

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styrianprawda
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Öffentlicher Raum ist für Alle da

Selbst E. Edegger hat Privilegien ("Fahrverbot, ausgenommen Anrainer") abgestellt.
Öffentliche Straßen sind für Alle da.

Ich fahre einige Male pro Woche über die Rudolfsstraße stadteinwärts. Mir sind dabei niemals "Raser" aufgefallen.
Eher noch Fußgänger, die nebeneinander gehen und sich dann aufregen, wenn man - aufgrund von Gegenverkehr- vor ihnen anhält (wodruch sie natürlich auch stehenbleiben müssen) bzw. ihnen nicht in die Hecke auf der gegenüberliegenden Straßenseite ausweicht.

HannesK
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ÖVP verschlief Verkehrspolitik

Frau Kahr hat völlig recht: keine Privilegien oder Sonderregelungen, öffentliche Straße stünden allen zur Verfügung. Für den Ruckerlberg würden in offener Planungsrunde neue Lösungen – auch für mehr Verkehrssicherheit – gesucht.. Die Verkehrspolitik wurde unter Nagl bzw. ÖVP jahrelang verschlafen -Beweise liefere ich genügend nach!

isogs
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Ausbaden

Kahr soll das ausbaden,was Nagl verhindert hat. Wenn etwas gebaut werden soll, hat Nagl das sofort an sich gezogen. Leider waren es meist Luftschlösser die verwirklicht werden sollten,, Murgondel usw.
Wenn Kahr den öffentlichen Verkehr realistisch erweitern wollte , gab es keine Zustimmung von ÖVP FPÖ., und ohne diese Mehrheiten kann nichts gabaut werden.
Also wo sind die großen Verhinderer?

siral1000
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Verkehrspolitik

Ganz ehrlich, Elke Kahr hat beim Thema Verkehr so gut wie gar nichts weitergebracht - sehnsüchtig sieht man innovative Verkehrskonzepte wie in Laibach, Kopenhagen, Utrecht etc etc - bei uns Stillstand im wahrsten Sinne des Wortes.

Mein Graz
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@siral1000

Die Ansage „Wir werden den Ruckerlberg sicher nicht sperren, damit dann Bewohner in der Ragnitz noch mehr Autos abbekommen und Einfamilienhaus- und SUV-Besitzer am Hügel ihre Ruhe haben.“ habe ich Kahr sehr übel genommen.

Trotzdem kann ich ihr keine Schuld geben für Jahrzehnte lange Versäumnisse durch die Schwarze Stadtregierung! Sie hat ein ungeliebtes Ressort übernommen/übernehmen müssen, dass im Dornröschenschlaf dahin vegetierte, und das Wohnressort, in dem sie viel vorwärts brachte, wurde ihr "abgenommen" (war sie da zu gut für Nagl?).
Dazu kommt, dass Kahr bei der Leitung des Ressorts einiges an Nagl abgeben musste (bzw. hat Nagl einiges an sich gerissen). Wie soll jemand gute Arbeit leisten, der nicht frei entscheiden kann?

Szilwiia
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Politsches Versagen auf ganzer Ebene

Es ist seit Jahren keine politische Einheit zu diesem Thema zu finden und die Leidtragenden sind die Bürgen. Nicht nur die Anwohner, ebenso die Pendler! Alle kochen hier ihr eigenes Süppchen, ohne nachhaltige Lösungen. Wohne selbst in St. Peter mit Kindern - diese quetschen sich tgl in überfüllte Busse, oder der Bus fährt einfach weiter und lässt die Wartenden stehen... die Autofahren habens alle eilig und nehmen lieber in Kauf jmd (Radfahren oder Fußgänger) umzufahren! Und nicht zu vergessen, die unzählige Bauwut und des gefolgten Zuzug, ohne geplante Infrastruktur (Betreuungsplätze im Kiga, Schulplatz am Wohnort...)! Einfach nur politsches Versagen - zieht sich durch viele Bereich wie ein roter Faden. Ironie- trotzdem bleiben immer die selben am Ruder.

styrianprawda
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@Szilwiia

Interessant, die Autofahrer fahren Radfahrer und Fußgünger um?

Ich wohne auch in St. Peter, im östlichen, bergigen Teil. Nur habe ich es noch nie gehört oder gar erlebt, dass da Menschen "umgefahren" wurden.

Und wo sehen Sie die von Ihnen erwähnte fehlende Infrastruktur?
Es gibt 3 Kindergärten, 3 Krabbelstuben und 2 Volksschulen. Alle davon sind mit dem ÖV gut erreichbar.

calcit
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Sie wollen also keine Besserstellung sondern eine Gleichstellung...

....ja gerne, ihr könnt das selbe Verkehrsniveau, Abgase, Lärm, etc... heben wie wir in der Plüddemanngasse....lächerlich, da von Gleichstellung reden...

duesenwerni
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"...öffentliche Straße stünden allen zur Verfügung."

Ja, schon klar. Aber ob das auch wirklich Sinn macht, den Pendlerverkehr durch schmale Nebenstraßen in reinen Wohngebieten brausen zu lassen, die dafür nicht die nötige Infrastruktur (Fahrbahnbreite, Gehwege, einsichtige Kreuzungen) aufweisen, sodass dadurch Anrainer und erholungsuchende Fußgänger gefährdet werden, darf durchaus kritisch hinterfragt werden. Und das auch ohne unangebrachte, weil klassenkämpferische Parolen.
Aber wo Kahr draufsteht, ist halt KPÖ drin.
Und von wegen "stünden allen zur Verfügung." Wie ist das dann mit den geplanten "Fahrrad-Highways", auf denen dann ja der PKW-Verkehr ebenfalls ausgesperrt bleibt.

styrianprawda
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@duesenwerni

Erholungssuchende Fußgänger sind kaum zu den Verkehrsspitzen (werktags zw. 7-9 und 16-18) unterwegs.

Cveno
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Falschbesetzung

Der Frau Kahr wurde dieses Ressort quasi aufgezwungen. Sie hätte lieber dort weitergemacht, wo sie vorher war. Aber da sitzt jetzt jemand anders, der dafür sorgt das nur Österreicher eine Wohnung bekommen. Ist definitiv die leichtere Aufgabe, wo man nicht so leicht abgeschossen werden kann.

Ifrogmi
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wenn ich dort wohnen würde, ...

... gäbe es meinerseits einen vorschlag an die haus- und suv-besitzer: bildet gruppen, macht einen zeitplan, fahrt einzeln oder in gruppen bis 4 mit euren autos maximal mit der dort vorgeschriebenen geschwindigkeit einmal in die, danach in die andere richtung. sorgt für stau, indem ihr euch unter die pendler mischt und herumsimmerlt. so viel stau und zeitverlust produzieren, bis sich die "fremdlinge" neue schleichwege suchen.
die linken arbeiten ja auch so. nennt sich "aktionismus".
wetten, dass das preblem sich so noch vor jahresende weitgehend löst?

calcit
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Ja natürlich ist ja unser Ruckerlberg und da bestimmen wir...

...aber man kann euch ja die Schneeräumung auch abdrehen, die Kanalisation, die Stromversorgung, etc... das dürfen wir da unten ja zahlen...

stern000
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Schuldzuweisungen führen zu nichts

Schade, dass die Diskussion derart ausartet.
Fakt ist, dass die Bedürfnisse NICHT nur der Bewohner des Ruckerlberg, sondern auch der von St Leonhard, die das Gebiet sehr wohl auch als zu Fuß erreichbares Naherholungsgebiet nutzen, seit vielen Jahren ignoriert werden!
Zu viele Autos, die zu schnell fahren, zu viele Fremdparker, zu dichte Verbauung,....
Dass die Situation sich nun derart zuspitzt ist die Folge einer jahrelang entgegengebrachten Ignoranz- schade!
Zusammenarbeit und ein Auseinandersetzen mit Vorschlägen der Anrainer wäre wünschenswert.

calcit
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Als Naherholung?

Sie dürfen da oben ja eh nichts betreten sind ja fast alles Privatwege, Privatgründe, etc. habens ja gleich eine Besitzstörung am Hals. Und noch eine Frage, der Ruckerlberg soll Naherholung sein und wir in der Plüddemanngasse, St.Peter Hauptstrasse, Merangasse etc. sollen weiter den Dreck schlucken? Wir wären auch gern ein Naherholungsgebiet...

LaoQui
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Ihr solltet am gleichen Strang ziehen!

Wenn's mir schlecht geht, braucht's anderen auch nicht gut gehen? Ihre Klagen sind ja mehr als berechtigt, die Stadteinfahrt im Osten ist ja wirklich eine untragbare Situation. Es gibt aber keine verkehrstechnischen Lösungen, das ist ja wohl jedem klar. Auch ein Tunnel kann das nicht abstellen.
Aber warum denn nicht dort anfangen, wo die Zustände absolut lebensgefährlich sind. Kennen Sie den Mölkweg und die dortigen "Routen"? Wenn grad nur das Auto zwischen den Zäunen durchgeht? Es muss irgendwo begonnen werden, den Verkehr einzudämmen! Die Menschen bleiben solange bei ihren angenehmen Gewohnheiten, bis es nicht mehr geht. Erst dann überlegen sie sich Alterntiven.
Letztendlich müssen wir aber erkennen: diese heißen Eisen gehen Politiker aber nur an, wenn das Wasser der Bevölkerung schon über den Scheitel gewachsen ist.
Übrigens: die Aussage von Elke Kahr war auch ungehörig und kontraproduktiv. Die Vorfahren der Villenbesitzer am Ruckerlberg mussten allesamt zu Fuß zu ihrer Arbeit in die Stadt gehen - und viele tun das auch heute noch. Ich hätte nicht so viel Geduld, wenn ich dort oben wohnen würde, aber auch nicht in der Plüddemanngasse.

styrianprawda
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@LaoQui

Wo am Mölkweg kommt bloß ein Auto zwischen den Zäunen durch?

Dort, wo die Fahrbahn so eng ist, dass ein Begegnungsverkehr nicht möglich ist, dort gibt es Einbahnen.

Und wenn beklagt wird, dass Fußgänger*innen am Ernst Moser Weg gefährdet sind, da die Straße so eng ist:
es werden dort laufend neue Wohnbauprojekt realisiert, da sollte es doch kein Problem darstellen, dass der Projektentwickler einen Streifen für einen Gehsteig abtritt.
Am oberen Mölkweg, im Bereich der Einbahn, hat es ja auch geklappt.