Es ist ein sympathisches Erfolgsprojekt, das Genuss und soziales Engagement unter einen Hut bringt: Das Generationencafé „Vollpension“ in Wien - oder besser DIE Generationencafés. Zum Standort in der Schleifmühlgasse unweit des Naschmarkts, der 2015 eröffnet wurde, kam 2019 jener in der Johannesgasse im 1. Bezirk dazu. In beiden Lokalen bewirten Pensionistinnen und Pensionisten die Gäste mit Kuchen & Co, nach dem Motto „den besten Kuchen gibt es bei der Oma“. Dass mit dem Projekt Altersarmut und -einsamkeit gemindert und das Miteinander der Generationen gefördert wird, macht den Genuss doppelt fein.
Popup in Graz
Über eine Million Gäste aus aller Welt hat die „Vollpension“ bisher kulinarisch versorgt, 50.000 Kuchen wurden gebacken, zwei Millionen Euro Zuverdienst für Seniorinnen und Senioren konnten erwirtschaftet werden. Nun schlägt man ein neues Kapitel auf. „Omas on Tour“ heißt es derzeit. Nach Judenburg und Salzburg macht die Vollpension für ein Popup-Café auch in Graz vier Tage lang Station. Wo bis vor Kurzem am Südtirolerplatz 12 das Geschäft „Taiga“ zu finden war, werden von 3. bis 6. Juli Apfelstrudel, Schokokuchen & Co serviert - gegen freiwillige Spende, eine Förderung der Pop-up-Tour durch das Sozialministerium macht das möglich. Nach Graz steuert man im September noch Bad Ischl für ein Pop-up an.
„Wir sind gekommen, um zu bleiben – hoffentlich“, sagt Moriz Piffl-Percevic. Wenn das Interesse der Grazer und die Unterstützung der Stadt ausreicht, könne er sich einen weiteren dauerhaften Standort in der steirischen Landeshauptstadt vorstellen. Man kann Franchisenehmer oder „Stammgast“ werden, mit einem Crowdfunding.
Gesucht werden in Graz 500 zukünftige Stammgäste, die durch ein Crowdfunding-Paket zeigen: Graz will die Vollpension dauerhaft. „Mit jedem Paket kommen wir dem fixen Standort ein kleines Kuchenstückerl näher – und geben Seniorinnen und Senioren Sichtbarkeit, sinnstiftende Tätigkeit und ein Einkommen“, so Karin Hermann-Arnold, Obfrau des Vereins Vollpension.
Stopp in Graz „ein Heimkommen“
Mit dabei waren am ersten Tag des Tourstopps in Graz Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne), Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP), Gemeinderätin Alexandra Würz-Stadler (Grüne), Rudi Wetzl vom Social Business Hub Styria, ebenso wie zahlreiche Grazerinnen und Grazer, die von der Idee des Sozialunternehmens begeistert sind. Besonders ist der Besuch auch für Vollpension-Mitgründer Moriz Piffl-Percevic, der gebürtiger Grazer ist: „Für mich ist der Stopp hier in Graz ein Heimkommen – und die Reaktionen der Gäste bestätigen es uns: Auch hier gibt’s großen Appetit auf mehr Miteinander und super Mehlspeis von der Oma. Wir hatten schon jetzt unzählige inspirierende Gespräche, für heute sind sage und schreibe 16 Gespräche mit interessierten Franchisenehmerinnen und -nehmern anberaumt und wenn es so weitergeht, werden unsere Omas hier in Summe an die 75 Kuchen innerhalb der vier Tage backen.“
Austausch mit Vollpension-Machern
Was die Initiatoren versprechen: „Gewohnten Oma-Turbokitsch-Style. Mit Handmixer und Teigspachteln im Gepäck, werden die Gäste vor Ort begrüßt und mit den besten Kuchen á la Oma verwöhnt.“ Neben dem Kaffeehausbetrieb ist das Programm in diesen drei Tagen gut gefüllt: Ein generationenübergreifender Buchtelbackkurs findet ebenso statt wie ein Mensch-ärgere-dich-Turnier. Hintergrundgespräche für interessierte Unternehmen und Personen mit den Gründern der Vollpension sind ebenfalls geplant. Dabei können sich Unternehmen und Interessierte mit den Vollpension-Machern über Maßnahmen des Generationenmiteinanders und die Reintegration von Pensionisten und Pensionistinnen in Betriebe austauschen.